 |
DVD-Besprechung - Navajo Joe
Story:
Duncan (Aldo Sambrell) und seine Bande verdienen sich ihr Geld mit dem Ermorden von Indianern und dem anschließenden Verkauf der Skalps. Da dies eines Tages strafbar geworden ist, kommt sein Geschäft zum Erliegen und er nimmt das Angebot eines ehemaligen Freundes an, den Zug nach Esperanza zu überfallen, in dem sich ein Tresor mit viel Geld befindet. Leider hat er die Rechnung ohne Navajo Joe (Burt Reynolds) gemacht, der dies zu verhindern versucht und mit Duncan ohnehin noch eine Rechnung offen hat.
Meinung zum Film:
„Navajo Joe“ entstand 1966 unter der Regie von Sergio Corbucci, der zeitlebens neben echten Westernklassikern wie „Django“, „Leichen pflastern seinen Weg“ oder „Mercenario, der Gefürchtete“ (der noch in diesem Jahr ebenfalls von Koch Media auf DVD erscheinen soll) auch einige nicht so gelungene Filmbeiträge ablieferte. Vor allem mit einigen seiner Filme aus dem Klamaukbereich in den 80er Jahren, wie zum Beispiel „Der Supercop“ mit Terence Hill. In der Titelrolle glänzt Burt Reynolds („All In“) in seiner einzigen Italowesternrolle. Der Legende nach wurde Reynolds von Clint Eastwood geraten, bei diesem Film mitzuspielen, wobei er davon ausging, der Regisseur sei Sergio Leone (der mit seiner Dollar-Trilogie die Karriere von Eastwood richtig in Schwung brachte) und nicht Corbucci - die Enttäuschung bei seiner Ankunft in Italien soll groß gewesen sein. Auch heute hat Reynolds angeblich nur wenig gute Worte für diesen Film übrig, Hinweise hierauf finden sich im dem der DVD beiliegenden Booklet.
Egal, wie negativ sich Reynolds im Nachhinein über diesen Film äußert, Fakt ist und bleibt, dass „Kopfgeld: Ein Dollar“, wie der deutsche Alternativtitel dieses Films lautet, ein sehr guter und für sein Genre bedeutender Action-Italowestern ist. Nicht zuletzt sorgt dafür der Komponist Ennio Morricone ("Spiel mir das Lied vom Tod"), der unter dem Pseudonym Leo Nichols hier einen seiner eingängigsten Filmscores abgeliefert hat, der auch von Quentin Tarantino in seinem „Kill Bill“-Film zitiert wurde und so auch außerhalb des Genres bekannt wurde. Weitere nette Zutaten sind bekannte Gesichter wie Fernando Rey („French Connection“) als Pfarrer und Aldo Sambrell („Silbersattel“) als Duncan, der direkte Gegenspieler von Joe. Der obligatorische weibliche Blickfang wird von Nicoletta Machiavelli („Von Angesicht zu Angesicht“) gespielt.
Wie von Corbuccis Westernbeiträgen gewohnt, geht es auch in diesem Film vergleichsweise ruppig, bzw. brutal zur Sache. Da werden Indianerinnen skalpiert und bei der Benutzung des Colts wird auch vor Frauen als Ziel kein Halt gemacht. Inhaltlich ist sicherlich der Gangster Duncan der interessanteste Charakter des Films, der ein erbitterter Indianerhasser, in Wahrheit aber selbst ein Halbblut ist. Sambrell spielt seinen Duncan äußerst überzeugend und seinen Gegenpart Reynolds locker an die Wand. Kleine Schwächen in der Logik wie eine Szene zu Beginn im Saloon, als mehrere Damen sich nach einem von Duncan angerichteten Massaker in dem Etablissement unter einem Tisch verstecken und beinahe unerkannt entkommen können, während sich die gesamte Bande noch im Saloon befindet, kann man als Zuschauer verzeihen. Belohnt wird man dafür durch ein zwar schablonenhaftes Drehbuch, in dem ein einsamer Mann sich gegen eine Armee von Gangstern stellt, das aber über seine 90 Minuten Laufzeit erstklassige Westernunterhalltung vom Feinsten bietet.
Digitale Aufarbeitung:
Über das Bild gibt es nicht das Geringste zu meckern. Eine angenehme Schärfe und kräftige Farben zeugen von einem sauberen Remastering des Bildmaterials. Altersbedingte Verschmutzungen sind weit und breit keine zu entdecken. Der deutsche Ton in Dolby Digital 2.0 verfügt über eine gute Dialogverständlichkeit.
An Extras gibt es die interessante, rund halbstündige Doku „An Indian named Joe“, in der unter anderem die Darstellerin Nicoletta Machiavelli zu Wort kommt. Weiter geht es mit „On behalf of American Indians“, in der sich Filmhistoriker Antonio Bruschini über den Film äußert. Abgeschlossen werden die Special Features auf der DVD mit dem deutschen und dem englischen Trailer, sowie einer Bildergalerie mit Aushangfotos. Der DVD liegt außerdem ein Booklet bei, das auf 32 Seiten wirklich ausführlich auf die Hintergründe zum Film eingeht.
Fazit:
„Navajo Joe“ ist ein äußerst gelungener Action-Italowestern, der von den Darstellern bis zum Score nur erstklassiges zu bieten hat. Italowesternfans kommen an dieser technisch sehr guten DVD auf gar keinen Fall vorbei.
Technische Daten:
|
FSK-Freigabe:
|
Bildformat:
|
Laufzeit:
|
|
|
2,35:1
|
88:37 Minuten
|
|
Sprachen / Tonformate:
|
Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 | Italienisch Dolby Digital 2.0 |
|
Untertitel:
|
|
Deutsch |
|
Bonusmaterial:
|
- deutscher Trailer
- englischer Trailer
- Bildergalerie
- Featurette "An Indian named Joe"
- Featurette "On behalf of american Indians"
- Booklet
|
|  |
Navajo Joe
Navajo Joe
Ein Klassiker des Italowesterns - ernst, brutal und actionreich inszeniert
Autor der Besprechung:
Andreas Schultz
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Italien, 1966 Regie: Sergio Corbucci Drehbuch: Fernando Di Leo, Ugo Pirro Darsteller: Burt Reynolds, Aldo Sambrell, Nicoletta Machiavelli, Fernando Rey, Tanya Lopert
Label :
Koch Media Entertainment
Verleihstart : 29.05.2009 Verkaufsstart : 29.05.2009
Vertrieb :
Koch Media Entertainment
Verleihstart : 29.05.2009 Verkaufsstart : 29.05.2009
|