Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  Navajo Joe (Western Unchained)
Partner von Entertain Web Splashmovies auf Facebook
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
160 Jahre Fliegende Fäuste JubiläumThe Exes - Staffel 1Rectify - Staffel 1

In der Datenbank befinden sich derzeit 4.817 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

Blu-ray-Besprechung - Navajo Joe (Western Unchained)

Story:
Duncan (Aldo Sambrell) und seine Bande verdienen sich ihr Geld mit dem Ermorden von Indianern und dem anschließenden Verkauf der Skalps. Da dies eines Tages strafbar geworden ist, kommt sein Geschäft zum Erliegen und er nimmt das Angebot eines ehemaligen Freundes an, den Zug nach Esperanza zu überfallen, in dem sich ein Tresor mit viel Geld befindet. Leider hat er die Rechnung ohne Navajo Joe (Burt Reynolds) gemacht, der dies zu verhindern versucht und mit Duncan ohnehin noch ein Hühnchen zu rupfen hat.

Meinung zum Film:
„Navajo Joe“ entstand 1966 unter der Regie von Sergio Corbucci, der zeitlebens neben echten Westernklassikern wie „Django“, „Leichen pflastern seinen Weg“ oder „Mercenario, der Gefürchtete“ auch einige nicht so gelungene Filmbeiträge ablieferte. Vor allem mit einigen seiner Filme aus dem Klamaukbereich in den 80er Jahren, wie zum Beispiel „Der Supercop“ mit Terence Hill. In der Titelrolle glänzt Burt Reynolds („All In“) in seiner einzigen Italowesternrolle. Der Legende nach wurde Reynolds von Clint Eastwood geraten, bei diesem Film mitzuspielen, wobei er davon ausging, der Regisseur sei Sergio Leone (der mit seiner Dollar-Trilogie die Karriere von Eastwood richtig in Schwung brachte) und nicht Corbucci. Die Enttäuschung bei seiner Ankunft in Italien soll jedenfalls recht groß gewesen sein. Auch heute hat Reynolds angeblich nur wenig gute Worte für diesen Film übrig, Hinweise hierauf finden sich im dem beiliegenden Booklet. Nachdem "Navajo Joe" bereits am 29. Mai 2009 seine deutsche DVD-Premiere feierte, folgtemehr als zwei Jahre später die deutsche Blu-ray von Koch Media, die jetzt innerhalb der "Western Unchained"-Reihe eine inhaltlich und technisch identische Neuauflage erfährt. Käufer der neuen DVD-Auflage im Rahmen dieser Edition profitieren hingegen von den hier nun ebenfalls erstmals zurückgenommenen Tonzensuren.

Egal, wie negativ sich Reynolds im Nachhinein über diesen Film äußert, Fakt ist und bleibt, dass „Kopfgeld: Ein Dollar“, wie der deutsche Alternativtitel dieses Films lautet, ein sehr guter und für sein Genre bedeutender Action-Italowestern ist. Nicht zuletzt sorgt dafür der Komponist Ennio Morricone ("Spiel mir das Lied vom Tod"), der unter dem Pseudonym Leo Nichols hier einen seiner eingängigsten Filmscores abgeliefert hat, der auch von Quentin Tarantino in seinem „Kill Bill“-Film zitiert wurde und so auch außerhalb des Genres bekannt wurde. Weitere nette Zutaten sind bekannte Gesichter wie Fernando Rey („French Connection“) als Pfarrer und Aldo Sambrell („Silbersattel“) als Duncan, der direkte Gegenspieler von Joe. Der obligatorische weibliche Blickfang wird von Nicoletta Machiavelli („Von Angesicht zu Angesicht“) gespielt.

Wie von Corbuccis Westernbeiträgen gewohnt, geht es auch in diesem Film vergleichsweise ruppig, bzw. brutal zur Sache. Da werden Indianerinnen skalpiert und bei der Benutzung des Colts wird auch vor Frauen als Ziel kein Halt gemacht. Inhaltlich ist sicherlich der Gangster Duncan der interessanteste Charakter des Films, der ein erbitterter Indianerhasser, in Wahrheit aber selbst ein Halbblut ist. Sambrell spielt seinen Duncan äußerst überzeugend und seinen Gegenpart Reynolds locker an die Wand. Kleine Schwächen in der Logik wie eine Szene zu Beginn im Saloon, als mehrere Damen sich nach einem von Duncan angerichteten Massaker in dem Etablissement unter einem Tisch verstecken und beinahe unerkannt entkommen können, während sich die gesamte Bande noch im Saloon befindet, kann der geneigte Zuschauer durchaus verzeihen. Belohnt wird er dafür durch ein zwar schablonenhaftes Drehbuch, in dem ein einsamer Mann sich gegen eine Armee von Gangstern stellt, das aber über seine 90 Minuten Laufzeit erstklassige Westernunterhaltung vom Feinsten bietet.

Digitale Aufarbeitung:
Bei der "Western Unchained"-BD handelt es sich inhaltlich um ein Repack der ersten Auflage. Technische Eigenarten und Bonusmaterial entsprechen von daher der bereits vorhandenen Blu-ray. Zwar verhehlt das Bild keineswegs seinen HD-Charakter basiert aber offensichtlich auf dem gleichen Bildmaster wie die DVD und bietet somit eine zwar erkennbare, aber eher moderate Steigerung gegenüber der allerdings auch schon technisch sehr ordentlichen DVD-Fassung. Entsprechend gibt es hier über die BD nicht wirklich etwas zu meckern und die zufriedenstellende Bildschärfe muss sich auch nicht hinter vergleichbaren Produktionen aus dieser Zeit verstecken. Trotzdem präsentiert sich die Blu-ray qualitativ etwas wechselhaft und es fehlt im Detail durchaus etwas an Schärfe. Die kräftige Farbgebung, die saubere Vorlage, die unauffällig arbeitende Kompression und das charakteristische, aber nie störende Filmkorn sprechen aber auf jeden Fall ganz klar für diese Veröffentlichung des Films. Der deutsche Ton liegt, ebenso wie die beiden anderen Tonspuren, im Format DTS-HD Master Audio 2.0 vor und verfügt über eine gute Dialogverständlichkeit sowie eine ausgewogene Abmischung. Als besonderes Schmankerl gegenüber der alten deutschen DVD wurden zudem bei dieser Blu-ray-Fassung einige Tonzensuren wieder behoben, die z.B. Dialogzeilen wie "Dieser verdammte Indianer" betrafen. 

Das Bonusmaterial der Blu-ray liegt nur in SD-Qualität vor. Dazu gehört die interessante Doku „An Indian Named Joe“ (11:38), in der unter anderem die Darstellerin Nicoletta Machiavelli zu Wort kommt. Weiter geht es mit „On Behalf of American Indians“ (29:54), in der sich Filmhistoriker Antonio Bruschini über den Film äußert. Hinzu gesellt sich auch noch das unkommentierte, vergleichende Bild-im-Bild-Feature "Drehorte - Damals und heute" (6:02). Abgeschlossen werden die Special Features der BD mit dem deutschen und dem englischsprachigen Trailer sowie einer Bildergalerie mit Aushangfotos. Zumindest die Erstauflage der BD wird in einem Digipack ausgeliefert. Dieses wurde bezüglich des Designs und auch der Abmessungen den DVD-Veröffentlichungen der "Western Unchained"-Reihe angepasst. (LR)

Fazit:
„Navajo Joe“ ist ein äußerst gelungener Action-Italowestern, der von den Darstellern bis zum Score nur Erstklassiges zu bieten hat. Italowesternfans kommen an dieser technisch ordentlichen Blu-ray, die ein moderates Update zur DVD darstellt, jedoch auch durch die Behebung einiger Tonzensuren gegenüber der alten DVD-Veröffentlichung glänzt, auf keinen Fall vorbei. Wer bereits die alte Blu-ray-Auflage des Films besitzt hat abgesehen von der neu gestalteten Verpackung keinen Grund auf die "Western Unchained"-Edition umzusteigen, da inhaltlich alles beim Alten bleibt.


Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
2,35:1
2,35:1
92:25 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
DTS-HD Master Audio 2.0
DTS-HD Master Audio 2.0
Englisch
DTS-HD Master Audio 2.0
DTS-HD Master Audio 2.0
Italienisch
DTS-HD Master Audio 2.0
DTS-HD Master Audio 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Deutscher Trailer
  • Englischsprachiger Trailer
  • Bildergalerie
  • Featurette "An Indian Named Joe"
  • Featurette "On Behalf of American Indians"
  • Drehorte - Damals und Heute
Navajo Joe (Western Unchained) - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Navajo Joe
Navajo Joe

Dieser Film wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet


Bild unseres Mitarbeiters Andreas Schultz
Ein Klassiker des Italowesterns - Ernst, brutal und actionreich inszeniert


Autor der Besprechung:
Andreas Schultz

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Italien, 1966
Regie:
Sergio Corbucci
Drehbuch:
Fernando Di Leo, Ugo Pirro
Darsteller:
Burt Reynolds, Aldo Sambrell, Nicoletta Machiavelli, Fernando Rey, Tanya Lopert

Label Deutschland :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
25.01.2013