 |
DVD-Besprechung - Ong-Bak 2
Story:
Tiang (Tony Jaa) musste als Junge erleben, wie seine Eltern getötet wurden. Ein Schicksal als Sklave wurde von Räubern vereitelt, die ihn als einen der ihren aufzogen und als Kämpfer ausbildeten. Nun soll er in die Führung der Gruppe aufsteigen, nur soll er zuvor den Grund für seine düstere Grundstimmung beseitigen. Tiang macht sich auf, um seine Eltern zu rächen und den Mörder für seine Taten zu bestrafen.
Meinung zum Film:
Die Produktion von „Ong Bak 2“ stand unter keinem guten Stern. Tony Jaa, der Hauptdarsteller des weltweit bekannten „Ong Bak“ wurde nicht nur mit der Hauptrolle geködert, sondern auch mit der Regie betraut. Jaa verließ mitten in den Dreharbeiten den Filmset für mehrere Wochen. Finanzielle Probleme wurden u.a. angeführt oder auch eine Überforderung des Martial-Arts-Stars. Was es auch war, Jaa kehrte an den Set zurück und beendete den Film. Der Actionstreifen hat nichts mit seinem bekannten Vorgänger gemein und spielt in einem vorzeitlichen Thailand, in dem diverse Provinzfürsten die Geschicke ihrer Untertanen leiteten. Die Story ist extrem schlicht gehalten und Tony Jaa wird von einer Prügelei in die nächste geschickt. Ausgerechnet hier wird der anspruchsvolle Actionfan aber ein wenig enttäuscht, denn wer wieder spektakuläre Muay-Thai-Einlagen erwartet, schaut in den Ofen.
Die Optik und die Inszenierung wirkt edel und alles andere als billig. Scheinbar sollte der erste Erfolg wiederholt werden und so wurde scheinbar eine Mainstream-Taktik verfolgt. Anders ist eigentlich der Griff zu allen möglichen Waffengattungen und den eher gängigen Kampfsportarten nicht zu erklären. Natürlich gibt es für den Freund der gepflegten Hauerei einiges zu sehen, aber dem Filmfan an sich sträuben sich teilweise die Haare. Da wird in die Story z.B. eine junge Frau eingebaut die, wie der Zuschauer aus Rückblicken erfährt, in Tiangs jungen Jahren eine wichtige Rolle spielte. In der Gegenwart tanzt sie einen religiösen Tanz und muss zusehen wie Tiang dem Bösewicht des Schwert über den Rücken zieht. Das war es dann auch schon. Das ganze Vorgeplänkel mit den Kindheitserinnerungen ist für die Katz. Dann kommen auch noch logische Fehler hinzu. So werden z.B. alle Räuber, bei denen Tiang aufwuchs und von denen er als Kämpfer ausgebildet wurde, kampflos gefangen. Und das, obwohl alle erstklassige Kämpfer sind, gegen die man nicht leicht gewinnen kann.
Einige Martial-Arts-Filme beziehen ihre Spannung darin, dass der Held gegen immer stärkere Gegner antreten muss, bis hin zum finalen Kampf. Kurz vor Ende des Film taucht dann auch eine bis dato nie genannte Gruppe von schwarz bekleideten Kämpfern auf, die sich in ihrem jeweiligen Kopfschmuck unterscheiden. Besonders markant ist einer mit Tom-Gerhard-Mütze und einer mit einem Bienenkorb auf dem Haupt. Dann taucht noch eine Kämpferin auf, die eine Krähe oder Raben simuliert, inkl. krächzen, was ein wenig unglaubwürdig wirkt. Der endgültige Tritt in die Kniekehle der Filmfreunde ist dann aber das jähe und merkwürdige Ende, welches eigentlich nur die Folgerung bewirkt, dass es einen Nachfolgestreifen geben wird. Hoffentlich mit mehr Storyline und nicht eine nahezu wahllose Aufreihung von Kampfeinlagen.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild präsentiert sich in ausgewogenen und weitgehend warmen Farben. Es ist scharf und klar. Auch der Kontrast kann sich sehen lassen. Auch der deutsche Ton kann sich hören lassen, vor allem im Surroundbereich. Hier wird einiges geboten.
Die Extras eröffnen mit der B-Roll, die gut 25 Minuten einen guten Eindruck von den Dreharbeiten vermittelt. Insbesondere bekommen die Stuntleute ordentlich echte Treffer verpasst, was eigentlich nicht passieren sollte. Das TV-Special ist ein Making Of und hat einen eher werbenden Charakter. Hinzu kommen noch rund 25 Minuten an Interviews mit Cast & Crew die teils interessant und teils belanglos sind. Weiterhin gibt es den deutschen und den Originaltrailer. Überflüssig sind die Filmclips, die einfach nur jeweils knapp eine Minute Filminhalt zeigen. Hier drängt sich der Verdacht auf, dass die Bonus-DVD noch ein wenig Füllmaterial benötigte.
Fazit:
„Ong Bak 2“ ist ein mittelmäßiger Prügelfilm in einem optisch schicken Gewand. Das war es dann auch schon. Die Handlung ist rudimentär und hat zudem noch logische Defizite. Die technische Umsetzung kann sich sehen und hören lassen.
Technische Daten:
|
FSK-Freigabe:
|
Bildformat:
|
Laufzeit:
|
|
|
2,35:1
|
93:41 Minuten
|
|
Sprachen / Tonformate:
|
Deutsch Dolby Digital 5.1 | Thailändisch Dolby Digital 5.1 |
|
Untertitel:
|
|
Deutsch, Niederländisch |
|
Bonusmaterial:
|
- Film Clips
- Interviews
- B-Roll
- TV-Special
- Trailer
|
|  |
Ong Bak 2
Ongbak 2
Schwache Fortsetzung mit hohem Prügelfaktor
Autor der Besprechung:
Jörg Hesse
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Thailand, 2008 Regie: Tony Jaa Drehbuch: Panna Rittikrei Darsteller: Tony Jaa, Sorapong Chatree, Sarunyu Wongkrachang, Nirut Sirichanya, Santisuk Promsiri
Label :
Splendid Entertainment
Verkaufsstart : 29.05.2009
|