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DVD-Besprechung - Three Kingdoms

Story:
China im 3. Jahrhundert n. Chr.: Das einstige Weltreich ist in drei widerstreitende Königreiche, die Wei, Shu und Wu, zerfallen, die sich miteinander im permanenten Kriegszustand um die Oberherrschaft über das Land befinden. In dieser Situation tritt Zhao Zilong (Andy Lau) in die Streitkräfte des Königreiches Shu unter der Führung von Liu Bai ein, und will gemeinsam mit seinem treuen Weggefährten Pingan (Sammo Hung), das Reich unter Liu Bais Herrschaft vereinen, um somit endlich Frieden in seinem vom Bürgerkrieg geplagten Heimatland zu schaffen. Der Weg dorthin ist jedoch äußerst steinig, denn auch das Königreich Wei, unter der Führung von Cao Cao, beansprucht für sich die Führungsrolle und ist zunächst militärisch überlegen.

Meinung zum Film:
Kurz nach der Veröffentlichung von "The Warlords" gibt sich mit "Three Kingdoms - Der Krieg der drei Königreiche" bereits das nächste, historische, asiatische Schlachtenepos mit Starbesetzung als deutsche Erstveröffentlichung die Ehre. Der Film spielt im China des 3. Jahrhunderts, genauer gesagt beginnt er im Jahr 228. Die Erzählung beruht dabei auf einem kleinen Teil des epischen, chinesischen Abenteuerklassikers "Die Geschichte der drei Reiche" von Luo Guanzhong, der etwa um das Jahr 1360 entstand. Das Werk schildert die "Zeit der Drei Reiche" (ca. 208-280) und thematisiert das Chaos nach dem Untergang der Han-Dynastie sowie den Kampf um die Herrschaft über das zerrissene China. Der Klassiker orientiert sich an historischen Fakten, die jedoch durch fiktionale Dichtung ergänzt wird. Bei der Verfilmung dieses literarischen Stoffes erlaubte sich Regisseur Daniel Lee ("Black Mask") auch zahlreiche künstlerische Freiheiten. Hinsichtlich der Besetzungsliste wurde dabei nicht mit großen Namen gegeizt. Die Hauptrolle des Helden "Zhao Zilong" übernahm mit Andy Lau ("Infernal Affairs") einer der momentan wohl populärsten Schauspieler Asiens. An seiner Seite agieren mit Sammo Hung ("Die Todesfaust des kleinen Drachen") und Ti Lung ("The Professional - Story of a Killer") zwei Altstars des Hongkong-Actionkinos. Und für das westliche Publikum wurde die bekannte Amerikanerin Maggie Q ("Stirb langsam 4.0"), mit asiatischen Wurzeln, eingebunden. Sammo Hung war zudem in der Rolle des Action Director auch noch für die Choreographie der Kampfszenen verantwortlich.

  "Three Kingdoms" verschlang ein Budget von etwa 25 Millionen Dollar, sieht dabei aber deutlich opulenter aus als "The Warlords" mit deutlich höherem Budget. Und wo "The Warlords" hinsichtlich der Schlachtenszenen enttäuschte, wird hier geklotzt statt gekleckert. Besonders innerhalb der ersten 40 Minuten reiht sich eine blutige Schlachtenszene an die nächste. Vom Stil her ähneln die Kämpfe der Videospielreihe "Dynasty Warriors", die ja ebenfalls auf Guanzhongs Klassiker beruht. Das bedeutet, dass einzelne "Heldenfiguren" im Alleingang große Schneisen in das feindliche Heer schlagen und die Gesetze der Schwerkraft dabei teilweise außer Kraft gesetzt werden. So gibt es zwar keine Flugeinlagen oder Wire-Fu-Exzesse und es wird eher im klassischen Stil, wenn auch bewaffnet, gekämpft, von Realismus kann angesichts dieser Konstellation aber trotzdem nicht gesprochen werden. Für die Kämpfe zeichnet sich Sammo Hung verantwortlich und dementsprechend bekommt der Martial-Arts-Freund hier auch durchaus ansprechende Kost geboten, die jedoch mit der Zeit durch ihre Eintönigkeit etwas ermüdet und sicherlich auch keine neuen Maßstäbe setzt.  

Leider können diese häufigen Kampfeinlagen aber auch nicht von den zentralen Schwächen des Films ablenken. Die Story des Films ist mehr als dünn, von äußerst episodischem Charakter, mit teils gewaltigen Zeitsprüngen, und wird von wenigen, zentralen Figuren bevölkert, deren Motivationen und Innenleben bestenfalls schablonenhaft dargestellt werden. Und diese werden dem Zuschauer mit Hilfe der vor Pathos triefenden Dialoge erst recht nicht nähergebracht. Allein der Titel des Films ist schon irreführend, denn das Königreich Wu spielt überhaupt keine Rolle. Sammo Hung bleibt in seiner undankbaren "Verliererrolle" extrem blass und darf auch seine Kampfkünste nicht demonstrieren. Ti Lung bestreitet eher einen winzigen Cameo-Auftritt, während Maggie Q als spätere Hauptgegnerin von Zhao vor allem das Amazonen-Klischee mit einigem Over-acting bedienen darf.

Digitale Aufarbeitung:
Die DVD bietet eine sehr gute Schärfe, die auch bei der Detailzeichnung punkten kann. Die Farbgebung wirkt sowohl natürlich als auch kräftig. Die Kontrastwerte sind stets ausgewogen, Bildrauschen ist nicht erkennbar und auch die Kompression bewegt sich auf einem hohen Niveau. Neben den gut verständlichen Dialogen überzeugen die Tonspuren mit druckvollem, dynamischem Raumklang in den zahlreichen Kampfsequenzen sowie einer eindrucksvollen Musikkulisse.

Die DVD wird in einem Amaray mit Schuber ausgeliefert, die beide ohne FSK-Kennzeichnung auskommen, da sich diese auf der zusätzlichen Folienverpackung befindet. Der Hauptteil des Bonusmaterials besteht aus den Interviews mit Regisseur Daniel Lee (23:45) sowie den Hauptdarstellern Andy Lau (10:11), Sammo Hung (7:45) und Maggie Q (2:00). Allerdings sind die Statements insgesamt doch sehr oberflächlich ausgefallen und bieten keine besonders tiefschürfenden Hintergrundinformationen. Zudem bekommt Maggie Q eigentlich kaum Gelegenheit sich zu äußern, während das Interview mit Sammo Hung ziemlich amateurhaft aus kleineren Bruchstücken zusammengeschnitten wurde. Die "Eindrücke von der Premiere" (4:25) des Films kann man sich getrost sparen, da die kurzen Statements der Beteiligten nur im Originalton vorliegen und weder übersetzt noch kommentiert werden. Außerdem findet sich auf der DVD noch der deutsche Originaltrailer zum Film.

Fazit:
"Three Kingdoms - Der Kampf der drei Königreiche" fehlt nicht nur ein Königreich, sondern vor allem eine stringente, mitreißende Handlung sowie ausgearbeitete Charaktere jenseits von stereotypen Heldenschablonen. Die Kampfsequenzen sind dementsprechend das Highlight des Films, setzen aber keine neuen Maßstäbe und werden nach rund 45 Minuten auch deutlich spärlicher und etwas eintönig. Ziemlich irritierend ist auch die vor Pathos triefende Legendenbildung derer sich der Film bedient um strahlende Helden zu erschaffen, die das einfache (Fuß-)Volk im Kampf massenweise blutigst niedermähen, aber trotzdem ständig über Frieden und Einheit des Landes philosophieren. Technisch ist die DVD voll auf der Höhe der Zeit, bietet allerdings nur äußerst bescheidenes Bonusmaterial.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
2,35:1
2,35:1
97:43 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Mandarin
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Interviews mit Regisseur Daniel Lee und den Hauptdarstellern Andy Lau, Sammo Hung und Maggie Q
  • Deutscher Originaltrailer
  • "Eindrücke von der Premiere"
Three Kingdoms - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Three Kingdoms - Der Krieg der drei Königreiche
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Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Actionlastiges Historienspektakel voller Pathos und Heldenverehrung, mit riesigen Schwächen bei der Story


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
China / Hongkong / Südkorea, 2008
Regie:
Daniel Lee
Drehbuch:
Daniel Lee, Lau Hi-Leung (basierend auf einem Roman von Luo Guanzhong)
Darsteller:
Andy Lau, Maggie Q, Sammo Hung, Ti Lung, Vanness Wu, Andy On

Label Deutschland :
Splendid Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
08.05.2009