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DVD-Besprechung - Fightgirl

Story:
Schülerin Ayse (Semra Turan) ist leidenschaftliche Kung-Fu-Kämpferin. Ihre türkischen Eltern verlangen gute Noten von ihr, damit sie ebenfalls Medizinerin wird, wie ihr Bruder Ali (Nima Nabipour). Aber die Schule interessiert Ayse wenig. Heimlich trainiert sie in einer professionellen Kung-Fu-Schule. Dort trifft sie Emil (Cyron Bjørn Melville), der sie unterstützt und ihr hilft, bei den Klubmeisterschaften teilzunehmen. Doch bald findet sich Ayse mit den knallharten Regeln ihres Lebens und ihrer Kultur konfrontiert, die nicht so einfach zu meistern sind wie die Regeln des Kung-Fu, denn nun muss sie sich entscheiden, wer sie ist und was sie möchte.

Meinung zum Film:
Ayse ist eine ganz normale Kopenhagener Schülerin. Na ja ... fast ganz normal. Denn im Gegensatz zu ihren Mitschülerinnen entstammt sie einer türkischen Familie, was ihre Freizeitaktivitäten dann doch ein bisschen anders aussehen lässt. Sex, Drugs und Komasaufen ist da natürlich nicht drin. Doch das stört Ayse auch gar nicht weiter, denn dafür interessiert sie sich sowieso nicht. Genauso wenig wie für die Schule, in der sie seit Langem nur mittelmäßige Leistungen erbringt. Denn während ihre Eltern wollen, dass sie unbedingt Medizin studiert (wie ihr großer Bruder Ali), hat Ayse eine ganz andere Leidenschaft: Sie ist mit Herz und Seele Kung-Fu-Kämpferin.

Schon seit zwei Jahren trainiert sie in einer Mädchenmannschaft und die Anstrengungen scheinen sich endlich auszuzahlen, als ihre Trainerin sie für eine professionelle Kampfkunstschule empfiehlt. Doch da gibt es nur ein kleines Problem - dort trainieren natürlich sowohl Männer als auch Frauen, weshalb Ayses Vater dem Mädchen niemals erlauben würde, dor mitzumachen. So schleicht sie sich also heimlich ins Kung-Fu-Zentrum ... wo sich die Sache als noch komplizierter herausstellt als sie sowieso schon ist! Denn Ayse wird der Däne Emil als Trainingsleiter zugeteilt - und der verliebt sich zu allem Überfluss mit der Zeit auch noch in sie. Wenn das mal bloß nicht die Familie mitbekommt ... und falls das doch geschieht: Wird sich Ayse für Tradition oder Leidenschaft entscheiden?

"Fightgirl" lässt schon allein vom Titel her eine B-Produktion zweifelhafter Qualität erwarten, doch dieser Eindruck täuscht. Stattdessen ist der Film ein durchaus überzeugendes Drama mit gelungenen Kampfszenen. Erfreulicherweise verfolgt die Geschichte, die sich zunächst etwas althergebracht anhört, keine zu starke Schwarzweiß-Zeichnung. So wächst Ayse nicht in einem übertrieben gläubig-konservativen Elternhaus auf, das ihrer Tochter jeglichen Spaß verbietet. Ayse hat eine durchaus liebevolle Familie, die das Beste für die Tochter will und dies nun mal in den Regeln der Religion zu finden meint. Generell ist "Fightgirl" eher eine Geschichte über das Erwachsenwerden und die eigene Identitätsfindung als über Generationskonflikte. Semra Turan erweist sich als perfekt für die Rolle der Ayse und legt eine überzeugende Performance als selbstbewusste junge Frau ab, der man ohne Weiteres die willensstarke Kung-Fu-Kämpferin abnimmt. Die gut inszenierten, spannenden Kampfszenen runden den Film ab.

Digitale Aufarbeitung:
Für eine Produktion aus dem Jahr 2007 weist "Fightgirl" eine nicht gerade überragende Bildqualität auf. Nicht nur die sehr künstlichen Farben mit extremem Gelbstich und überstrahlendem Kontrast fallen negativ auf, auch das Rauschverhalten ist extrem mau - man möchte fast meinen, der Film wäre auf Sandpapier gedreht worden ... Zudem tauchen gelegentlich analoge Defekte und Verschmutzungen auf. Die Schärfe lässt ebenfalls manchmal zu wünschen übrig, ist aber ansonsten über Weite Strecken in Ordnung. Der Ton liegt auf Deutsch und Türkisch in Dolby Digital 5.1 vor und bietet keine Überraschungen. Die Dialoge sind klar verständlich, die Musik verteilt sich ganz nett im Raum, großartige Effekte darf man jedoch nicht erwarten.

Als Bonusmaterial gibt es den Trailer zum Film sowie ein relativ interessantes Making of mit einer Laufzeit von einer halben Stunde. Bei Letzterem hat sich VCL allerdings keine große Mühe gegeben, denn es liegt ausschließlich in Dänisch mit fest eingebrannten englischen Untertiteln vor. Zuschauer, die weder der dänischen noch der englischen Sprache mächtig sind, gucken dabei also in die Röhre.

Fazit:
Wer aufgrund des Titels bei "Fightgirl" eine billige B-Produktion erwartet, der irrt sich. Der Film ist ein überaus gelungenes Drama und kann noch dazu mit gut inszenierten Kampfszenen aufwarten. Die DVD hat einige Probleme beim Bild, bietet aber insgesamt noch zufriedenstellende Qualität.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
2,35:1
2,35:1
97:08 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Türkisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Trailer
  • Making of
Fightgirl - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Fightgirl
Fighter

Bild unseres Mitarbeiters Jano Rohleder
Überzeugendes Drama mit guten Kampfszenen


Autor der Besprechung:
Jano Rohleder

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Dänemark, 2007
Regie:
Natasha Arthy
Drehbuch:
Natasha Arthy
Darsteller:
Semra Turan, Nima Nabipour, Cyron Bjørn Melville, Molly Blixt Egelind, Sadi Tekelioglu

Label Deutschland :
VCL
Verkaufsstart Deutschland :
05.06.2009