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DVD-Besprechung - Der seltsame Fall des Benjamin Button
Story:
Ein Mann kommt als über 80-jähriger Greis auf die Welt und wird immer jünger – ein Mann wie du und ich, der die Zeit nicht anhalten kann. In New Orleans werden wir Zeugen seiner Lebensgeschichte, vom Ende des Ersten Weltkriegs 1918 bis ins 21. Jahrhundert ... einer Lebensgeschichte, wie sie ungewöhnlicher gar nicht sein könnte.
Meinung zum Film:
New Orleans, wir schreiben das Jahr 2005. Die dem Tode nahe Daisy (Cate Blanchett, "Aviator") bittet ihre Tochter (Julia Ormond, "Sabrina") darum, ihr etwas vorzulesen. Es handelt sich um das Tagebuch von Benjamin Button (Brad Pitt, "Spy Game"), dessen Lebensgeschichte doch recht außergewöhnlich ist: Am letzten Tag des Ersten Weltkriegs erblickt Benjamin im Jahr 1918 das Licht der Welt. Tragisch dabei ist nicht nur der Tod seiner Mutter während der Geburt, sondern auch die Tatsache, dass er zwar im Körper eines Säuglings steckt, aber doch bereits wie ein Greis aussieht. Sein Vater Thomas (Jason Flemyng, "Layer Cake") kann mit der Besonderheit seines Sohns nicht umgehen und setzt ihn noch in der gleichen Nacht aus. Daraufhin wird Benjamin von der gutmütigen Altenpflegerin Queenie (Taraji P. Henson, "Smokin' Aces") aufgenommen und verbringt von nun an einen Großteil seiner Zeit in dem Pflegeheim, in dem Queenie arbeitet.
In dieser Zeit kommt es dann auch dazu, dass Benjamin und Daisy erstmals aufeinandertreffen. Beide sind im gleichen Alter, sich seelisch so nah - und körperlich doch so verschieden. Mit der Zeit wächst Benjamin heran und sein Körper wird seltsamerweise immer jünger. Er wird Matrose auf einem Schlepper, springt mit der Frau (Tilda Swinton, "Burn After Reading") eines britischen Agenten ins Bett, versöhnt sich mit seinem Vater und verdingt sich während des Zweiten Weltkriegs in einer Seeschlacht. Die Verbindung zu Daisy - mittlerweile eine erfolgreiche Balletttänzerin - geht jedoch nie verloren, doch sie steht nicht immer unter einem guten Stern. Als sich beide aber schließlich in der Mitte ihres Lebens befinden, was sie körperlich gleich alt macht, treffen sie erneut aufeinander und es kommt, wie es kommen muss ...
Die ziemlich simple, aber dennoch geniale Grundidee von "Der seltsame Fall des Benjamin Button" entstammt in groben Zügen der gleichnamigen Novelle von F. Scott Fitzgerald, die - im Gegensatz zu seinem "Großen Gatsby" - nie zu wirklicher internationaler Beachtung kam. Umso mehr überrascht es, dass der Film bereits eine längere Geschichte hinter sich hatte, bevor er schließlich realisiert wurde. Die frühe Entwicklungsphase begann bereits 1994. Tom Cruise sollte ursprünglich mal Benjamin Button spielen, Rachel Weisz war als Daisy im Gespräch und Steven Spielberg als Regisseur. Ein andermal hieß es, Ron Howard würde Regie führen und John Travolta die Rolle des Benjamin übernehmen. Es war also ein ständiges Hin und Her, bis es 2004 erste Gerüchte gab, dass der Film unter der Leitung von David Fincher entstehen würde, was über ein Jahr später dann auch tatsächlich bestätigt wurde. Fincher scheint auf den ersten Blick alles andere als der Spitzenkandidat für ein so ruhiges Drama zu sein. Schließlich machte er sich in der Vergangenheit vor allem durch beinharte Filme wie "Alien 3", "Sieben" und "Fightclub" einen Namen. Doch mit "Benjamin Button" beweist der Regisseur nicht nur, dass er tatsächlich Filme mit amerikanischer PG-13-Freigabe vorlegen kann, sondern auch, dass er durchaus vielseitig ist. Gelungen präsentiert sich auch das Drehbuch von "Forrest Gump"-Autor und Oscar-Preisträger Eric Roth. Die Spannung der Beziehung zwischen Benjamin und Daisy wird gekonnt aufrechterhalten, allerdings zeigt die Phase, in der beide dann tatsächlich zusammenfinden, gewisse Längen, die nicht hätten sein müssen und den Zuschauer bei diesem insgesamt doch extrem langen Film ermüden. An den Darstellern gibt es hingegen nichts auszusetzen. Brad Pitt und Cate Blanchett holen das Maximale aus ihren jeweiligen Rollen heraus, gleiches gilt allerdings auch für das komplette Ensemble. Nicht zuletzt sollte man natürlich auch noch die hervorragenden Masken erwähnen, die einen wirklich spektakulären Eindruck hinterlassen und zurecht mit dem Oscar ausgezeichnet wurden.
Digitale Aufarbeitung:
"Benjamin Button" kommt mit einem mittelmäßig bis relativ guten Transfer daher. Analoge Defekte tauchen nicht auf, Rauschen zeigt sich ebenfalls so gut wie gar nicht. Der Kontrast leistet ordentliche Arbeit, lediglich der Schwarzwert könnte manchmal etwas besser sein. Insgesamt sind die Farben aus stilistischen Zwecken recht unnatürlich, gelblich-grüne Töne dominieren, alles wirkt leicht ausgewaschen. Die Schärfe erreicht leider nur Mittelmaß, zu oft verschwimmen Details - auch in Nahaufnahmen. Der ärgerlichste Kritikpunkt sind allerdings die Kompressionsprobleme, unter denen fast alle aktuellen Warner-DVDs zu leiden haben. Artefakte, Blockbildung und Blockrauschen hätten in diesem Ausmaß wirklich nicht sein müssen. Der Ton liegt auf Deutsch, Englisch und Spanisch in Dolby Digital 5.1 vor und bleibt ziemlich unspektakulär. Die Dialoge sind immer klar verständlich, ein wirklich räumliches Gefühl sucht man allerdings vergebens, da alles sehr frontlastig wirkt. Die Rears werden so gut wie nie mit einbezogen, sie spielen fast ausschließlich Filmmusik ab.
Als Extra gibt es lediglich einen Audiokommentar von Regisseur David Fincher. Echtes Bonusmaterial findet man hingegen nur auf der teureren Special Edition mit zwei DVDs. Warner arbeitet nach wie vor ohne Wendecover, man muss also auch noch mit dem riesigen grünen FSK-Logo auf der Front leben.
Fazit:
"Der seltsame Fall des Benjamin Button" ist ein hervorragendes Drama, das nicht nur durch eine überzeugende Story (mit kleineren Längen) gefällt, sondern auch durch die grandiose Leistung der Darsteller und die tollen Make-up-Effekte. Die Single-Disc-DVD kann die Güte des Films zwar nicht ganz zur Geltung bringen, bewegt sich aber technisch noch im annehmbaren Bereich.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,40:1
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159:13 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 | Spanisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Portugiesisch, Spanisch |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar von Regisseur David Fincher
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Der seltsame Fall des Benjamin Button
The Curious Case of Benjamin Button
Hervorragendes Drama mit tollen Effekten
Autor der Besprechung:
Jano Rohleder
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2008 Regie: David Fincher Drehbuch: Eric Roth Darsteller: Brad Pitt, Cate Blanchett, Julia Ormond, Ed Metzger, Jason Flemyng
Label :
Warner Home Video Germany
Verkaufsstart : 29.05.2009
Vertrieb :
Warner Home Video Switzerland
Verkaufsstart : 29.05.2009
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