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DVD-Besprechung - Goal 3 - Das Finale

Story:
Die drei befreundeten Profifußballspieler Liam Adams (JJ Feild), Charlie Braithwaite (Leo Gregory) und Santiago Munez (Kuno Becker) haben alle einen Traum – die Teilnahme an der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Doch der Gastauftritt von Braithwaite in einem Spielfilm hat tragische Folgen, die Santiago die Teilnahme am Turnier kostet, aber auch für Liam und Charlie dramatische Ereignisse bereit hält. Am Ende steht die Erkenntnis, dass es wichtigere Dinge als Fußball im Leben gibt.

Meinung zum Film:
„Goal 3“ ist die von vielen lang erwartete Fortsetzung der Erlebnisse des Nachwuchsspielers Santiago Munez, der es als Sohn eines illegalen Einwanderers bis ins Team von Real Madrid geschafft hat. Im abschließenden Teil wurde erwartet, nun seinen Weg beim Weltmeisterschaftsturnier 2006 in Deutschland zu sehen. Doch dem Autor schien dies zu vorhersehbar oder unspektakulär zu sein, weswegen er das gesamte Konzept über den Haufen warf. Das Drehbuch selbst verfasste, wie schon bei den vorhergehenden Teilen, Mike Jefferies, die Geschichte stammte aber diesmal vom mitproduzierenden Piers Ashworth („Die Girls von St. Trinian“). Letzteres erwies sich als äußerst fataler Griff in die Keramikabteilung, da Ashworth durch grundlegende Veränderungen am Konzept, der Trilogie ihrer Seele beraubte, indem er den lieb gewonnenen Helden der Serie zum Statisten und Stichwortgeber degradierte. Anstatt des erhofften Abschlusses der Santi-Trilogie bietet „Goal 3“ nur eine vor Kitsch triefende, komplett überfrachtete und unglaubwürdige Story auf Daily-Soap-Niveau, die sicherlich kaum jemanden begeistern dürfte.

Mit Liam Adams und Charlie Braithwaite werden zwei neue Charaktere in die Trilogie eingeführt, die gegenüber Santiago Munez klar den Film dominieren. Liam kämpft mit erhöhtem Alkoholkonsum und muss erfahren, dass er schon seit längerem Vater ist, was seine Ex ihm aber bislang verschwieg. Charlie lernt bei Dreharbeiten zum einem B- bis C-Movie die bekannte Schauspielerin Sophia Rossi kennen und die beiden werden sofort ein Paar. Auf dem Weg vom Set nach Hause werden Adams, Braithwaite, Rossi und Munez in einen Autounfall verwickelt, was für Santiago das Weltmeisterschafts-Aus bedeutet, während Liam und Charlie offensichtlich nur leichte Blessuren davon tragen. Wer nun meint, dass sich alles bis hierhin schon ein wenig arg kitschig anhört, sollte sich auf noch größeren, schmalztriefenden, an den Haaren herbei gezogenen Mumpitz im weiteren Verlauf gefasst machen. Von Fußball selbst scheint Ashworth genauso viel zu verstehen, wie von zumindest annähernd authentischer Dramatik. So sind die Kicker von der Insel in der Person von Adams und Braithwaite während der WM offensichtlich frei in ihren Möglichkeiten bei der Freizeitbeschäftigung. Sie gehen in Discos, können offensichtlich problemlos Alkohol nach Wunsch zu sich nehmen – und das ist immer.- und sich auch ansonsten so verhalten, wie Hobbykicker beim Turnier-Ausflug nach Mallorca.

Eines muss man dem Autor aber lassen, zumindest eines hat er dann doch in natürlicher Weise in den Turnierverlauf eingebunden. So wird England nicht Weltmeister und scheitert, wie es einem neueren Naturgesetz zu entsprechen scheint, im Elfmeterschießen. Das Einkopieren der Schauspieler in das Archivmaterial von der WM ist diesmal allerdings nicht ganz so gut gelungen wie noch beim zweiten Teil. Ob dies nun daran lag, dass das Flutlicht im Estadio Santiago Bernabeau von Madrid bessere Ergebnisse erlaubte, oder ob das Budget diesmal nicht hergab oder es einfach künstlerische Defizite waren, mögen nur die Beteiligten letzten Endes bewerten können. Aber was ist denn mit Santi, dessen Lebensweg man gespannt in den ersten beiden Teilen der Trilogie verfolgte? Nicht viel, denn er steht auf der Tribüne mit eingegipsten Arm und darf als Höhepunkt eine vollkommen unangebrachte Grabrede während einer Hochzeitsfeier halten. Aber auch das passt ins Bild eines Filmes, den man sich als Freund der Serie besser nicht ansehen sollte. Denn ein offenes Ende der Trilogie ist allemal besser, als sie mit diesem unwürdigen Abschluss abzuwerten.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen durchschnittlich guten Eindruck und kommt ohne nennenswerte Höhen und Tiefen auf den Schirm. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist gut zu verstehen und liefert in erster Linie in den Stadionszenen Surround-Atmosphäre.

Bei den Extras gibt es zunächst knapp 6 Minuten „Behind the Scenes“-Material, das u.a. unkommentierte Green-Screen- und Stadion-Aufnahmen zeigt. Es folgen rund 16 Minuten Statements der Künstler und abschließend noch eine Fotogalerie.

Fazit:
„Goal 3“ ist der auf der ganzen Linie misslungene Abschluss der Trilogie, die sich fast vollständig von den ersten beiden Teilen abnabelt, um platten Kitsch und schmalztriefende Emotionen zu liefern. Das englische WM-Trauma geht in diesem Film weiter, der den einstigen Helden Santiago Munez zum stichwortgebenden Statisten herabstuft.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,85:1
1,85:1
91:54 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Behind the Scenes
  • Interviews
  • Fotogalerie
Goal 3 - Das Finale - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Goal 3 - Das Finale
Goal! III

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Das englische WM-Trauma hat leider auch die "Goal"-Trilogie erfasst


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2009
Regie:
Andrew Morahan
Drehbuch:
Mike Jefferies, Piers Ashworth
Darsteller:
JJ Feild, Leo Gregory, Kasia Smutniak, Anya Lahiri, Nick Moran, Kuno Becker, Tamer Hassan, Craig Heaney, Jack McBride, Christopher Fairbank, Mike Elliot, Antonia Bernath

Label Deutschland :
Kinowelt Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
07.08.2009