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DVD-Besprechung - Elegy oder die Kunst zu lieben

Story:
David Kepesh (Ben Kingsley) ist smart, wohlhabend und weltgewandt. Der New Yorker College-Professor hat alles, was man sich nur vorstellen kann und auch die Damenwelt ist dem reifen, aber anziehenden Intellektuellen nicht abgeneigt. Seit vielen Jahren geschieden, glaubt er nicht mehr an feste Bindungen und genießt lieber seine zahlreichen Affären mit jungen Studentinnen. Doch dann passiert etwas, mit dem David Kepesh nicht mehr gerechnet hat: Die junge und wunderschöne Consuela Castillo (Penélope Cruz) tritt in sein Leben und stellt all seine Überzeugungen in Frage.

Meinung zum Film:
"Elegy oder die Kunst zu lieben" basiert auf dem Roman "Das sterbende Tier" ("The Dying Animal") des amerikanischen Schriftstellers und Pulitzer-Preisträgers Philip Roth. Erzählt wird die Geschichte des alternden Literaturkritikers David Kepesh (Ben Kingsley, "Gandhi"), der nebenbei an einer Hochschule als Dozent tätig ist. Seit seiner Scheidung vergnügt er sich am liebsten - trotz seines fortgeschrittenen Alters - mit einigen seiner Studentinnen. Und der charmante ältere Herr hat es gar nicht schwer, seine Objekte der Begierde ins Bett zu bekommen, denn er lädt einfach seine Absolventen zu sich nach Hause ein, wo am Schluss dann immer eine junge Schönheit auch den Weg ins Schlafzimmer findet. Dies soll sich jedoch alles ändern, als Consuela Castillo (Penélope Cruz, "Vicky Cristina Barcelona") in sein Leben tritt.

Die unvergleichlich schöne Tochter kubanischer Einwanderer bringt Kepesh dazu, zum ersten Mal so etwas wie Liebe zu empfinden. Doch damit einher gehen auch Eifersucht, Unsicherheit und - für ihn völlig ungewohnt - die Angst vor dem eigenen Alter. Sein bester Freund, der Dichter George O'Hearn (Dennis Hopper, "Speed") ist von Kepeshs neuer Liebschaft alles andere als überzeugt. Sich gewiss, dass die Beziehung - schon allein aufgrund des gewaltigen Altersunterschieds - früher oder später in die Brüche gehen wird, empfiehlt er seinem Freund, sie von sich aus zu beenden. Kepesh will dies allerdings nicht und so dauert das Techtelmechtel tatsächlich im Endeffekt ein ganzes Jahr, bis sich Consuela von ihm trennt, weil er bei ihrer Abschlussfeier nicht erschienen ist. Als einige Zeit später dann auch noch sein langjähriger Freund O'Hearn stirbt, verliert sich Kepesh in Trauer und sieht in seinem Leben keinen Sinn mehr. Doch wird die Trennung von Consuela wirklich endgültig sein?

"Elegy" kann mit hervorragenden Darstellern aufwarten. Ben Kingsley, den man in letzter Zeit viel zu oft in allzu schlechten Schrottfilmen gesehen hat, kann endlich mal wieder eine etwas anspruchsvollere Rolle spielen und ist als alternder Literaturexperte durchweg überzeugend. Auch die frisch gebackene Oscar-Preisträgerin Penélope Cruz weiß - nicht nur durch ihr Äußeres - zu gefallen. Consuela bekommt durch sie eine interessante Vielschichtigkeit verliehen. Doch das Problem des Films ist, dass er die explosive, kraftvolle Geschichte der Romanvorlage nicht wirklich vermitteln kann. Die gesamte Beziehung zwischen Kepesh und Consuela kommt auf der Leinwand ohne das Feuer der Leidenschaft daher, dabei behauptet der Film, dass gerade dieses die beiden überhaupt erst verbinden würde. Kepesh ist von Consuela besessen, fühlt sich magisch von ihr angezogen, verhält sich aber im Film kein bisschen so. Und was verbindet die junge Schönheit überhaupt mit dem komischen alten Kauz, der ihr zwar sagt, wie außergewöhnlich schön er sie findet, aber ihr sonst keine Beweise seiner "Liebe" oder Ähnliches zukommen lässt? "Elegy" ist kein schlechter Film, aber letztlich doch irgendwie "außen hui, innen pfui", denn den tollen Darstellern und der gelungenen Optik steht ein überaus unausgegorenes Drehbuch sowie eine mangelhafte Inszenierung gegenüber.

Digitale Aufarbeitung:
Getestet wurde die DVD-Fassung aus der Schweiz. Das Bild ist klar, sauber und bietet natürliche Farben sowie einen ausgewogenen Kontrast. Hintergrundrauschen ist in mittlerem Ausmaß vorhanden, fällt aber nicht allzu stark auf. Die Schärfe bewegt sich auf einem guten Niveau, könnte aber gelegentlich noch etwas besser sein. Der Ton liegt auf Deutsch und Englisch in Dolby Digital 5.1 vor. Beide Versionen bieten klar verständliche Dialoge, die Rears werden genrebedingt kaum ins Geschehen mit einbezogen.

Beim Bonusmaterial haben unsere Freunde aus der Schweiz leider mal wieder das Nachsehen, denn die DVD von Warner Switzerland bietet nur eine abgespeckte Version der Extras, die die deutsche Scheibe von Universum liefert. Verzichtet werden muss in der Schweiz auf den Audiokommentar des Drehbuchautors und eine Bildergalerie, die restlichen Extras sind identisch. Es gibt den Trailer zum Film; eine "Featurette", bei der es sich um einen sehr kurzen und sehr promolastigen Making-of-Clip handelt; etwa acht Minuten an unkommentierten B-Roll-Aufnahmen; und schließlich noch kurze Interviews mit den Darstellern, der Regisseurin sowie den Produzenten. Besser als nichts, aber auch nicht sonderlich spektakulär.

Fazit:
"Elegy" hat tolle Darsteller und ist zwar kein wirklich schlechter Film, schafft es aber leider nicht, die ihm zugrunde liegende Story ansprechend umzusetzen. Dies liegt vor allem daran, dass der Beziehung zwischen Literaturkritiker Kepesh und seiner Studentin Consuela - dem zentralen Element der Handlung - das Feuer und die Leidenschaft fehlen, die diese eigentlich ausmachen. Technisch bewegt sich die getestete DVD aus der Schweiz auf einem guten Niveau, das Bonusmaterial könnte allerdings informativer sein.

Technische Daten (Schweizer Version):
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,85:1
1,85:1
107:31 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Trailer
  • Featurette
  • B-Roll
  • Interviews
Elegy oder die Kunst zu lieben - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Elegy
Elegy

Bild unseres Mitarbeiters Jano Rohleder
Tolle Darsteller, tolle Optik, schwache Inszenierung


Autor der Besprechung:
Jano Rohleder

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2008
Regie:
Isabel Coixet
Drehbuch:
Nicholas Meyer
Darsteller:
Penélope Cruz, Ben Kingsley, Dennis Hopper, Patricia Clarkson, Peter Sarsgaard

Label Deutschland :
Universum Film
Verleihstart Deutschland :
11.03.2009
Verkaufsstart Deutschland :
17.04.2009

Vertrieb Schweiz :
Warner Home Video Switzerland
Verleihstart Schweiz :
11.03.2009
Verkaufsstart Schweiz :
17.04.2009