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DVD-Besprechung - The Women

Story:
Das Leben von Mary Haines (Meg Ryan) verläuft momentan alles andere als rund. Gerade erst musste sie erfahren, dass sie zum Klatschgespräch in Manhattan geworden ist, da ihr Mann sie mit Crystal Allen (Eva Mendes), ein Parfüm-Spritzergirl in einem Nobelkaufhauses betrügt und dann wird sie auch noch von ihrem eigenen Vater entlassen, da dieser nicht das Gefühl hat, dass seine Tochter mit ganzem Herz bei der Sache ist. So haben ihre Freundinnen Sylvia Fowler (Annette Bening), Edie Cohen (Debra Messing) und Alex Fisher (Jada Pinkett Smith) alle Hände voll zu tun, um das Leben und den Gemütszustand von Mary wieder auf die richtige Bahn zu bringen. Doch wie heißt es so schön – damit es besser werden kann, muss es erst einmal schlechter werden.

Meinung zum Film:
„The Woman“ basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück von Clare Boothe und wurde bereits 1939 äußerst erfolgreich mit Norma Shearer in der Rolle der Mary Haines und Joan Crawford in der Rolle der Crystal Allen verfilmt. Sehr außergewöhnlich an dem Stück und dem Film war, dass der gesamte Cast nur aus Frauen bestand. Nicht ein Mann war darin zu sehen, nicht einmal als Statist. 2008 versuchte sich Diane English, die als Autorin der US-Sitcom „Murphy Brown“ Erfolge feiern konnte, an einer modernisierten Version des Bühnenstücks. Sie schrieb dafür aber nicht nur das Drehbuch, sondern führte auch gleich zum ersten Mal in ihrer Karriere selbst Regie. Mit Meg Ryan („Harry & Sally“), Annette Bening (“American Beauty”), Eva Mendes (“Hitch”), Jada Pinkett Smith (“Matrix Reloaded”), Debra Messing (“Will & Grace”), Bette Midler (“The Rose”), Candice Bergen (“Boston Legal”), Carrie Fisher (“Star Wars”) und Cloris Leachman (“Spanglish”) konnte sie einige bekannte Namen für die Umsetzung ihres Filmes gewinnen, was berechtigte Hoffnung auf eine unterhaltsame Auffrischung des mittlerweile etwas in die Jahre gekommenen Stoffes machte.

Die Geschichte stellt sich im Groben wie die Erfolgsserie „Sex and the City“ dar, da man sich in beiden auf ähnliche Weise mit den Sorgen und Nöten der modernen Frauen beschäftigt. Das Fehlen von Männern im Film stellt sich dabei zu keiner Sekunde als großes Problem dar, vor allem da sie durch Gespräche über sie durchgehend Teil der Handlung sind und wie Marionettenspieler im Hintergrund an der Handlung maßgeblich beteiligt sind. Doch es gibt ein Element, das der Geschichte auf der ganzen Linie fehlt – der Biss. Die Geschichte ist zwar mit der ein oder anderen Spitze angereichert worden, doch schon alleine die FSK Freigabe „ab 0“ macht sehr deutlich, dass die Themen insgesamt doch sehr oberflächlich abgehandelt werden. So lautet die Formel für die „The Woman“ am besten auf den Punkt gebracht „Sex and the City“ ohne Sex. Wenn man sich nun aber vor Augen führt, dass das Thema Sex vor allem die Würze und den unwiderstehlichen Reiz bei der TV-Serie ausmachte, muss man sehr schnell erkennen, dass nicht viel übrig bleibt. Somit ist es dann auch letzten Endes nicht verwunderlich, dass der Film über weite Strecken vor sich hinplätschert und nur gelegentlich kurze Unterhaltungsmoment aufbieten kann.

Während des Verlaufs gibt es immer wieder Momenten, in denen das Gefühl aufkommt, dass nun endlich mal eine wirklich gelungene Szene folgt. Wie etwa in dem Moment, wo Mary und Crystal in einem Dessousladen zum ersten Mal aufeinandertreffen. Doch nach anfänglich vielversprechendem Beginn, wird diese Szene wie im Grunde alles im Film wieder tot gequatscht. Denn geredet wird sehr viel im Film, allerdings in oftmals nicht sonderlich interessant wirkenden Dialogen. So wird zum Beispiel immer wieder das Thema Facelifting aufgegriffen, ohne dabei jedoch über Plattheiten hinauszukommen. Vor allem Meg Ryans Kommentare wirken auf Grund ihrer eigenen, bereits vielfach diskutierten Liftingsgeschichte einfach nur lächerlich. Die fehlende Erfahrung von Diane English hinter der Kamera trägt dann noch verstärkend dazu bei, dass die Gespräche regelmäßig langatmig und fad erscheinen. Im Kern ist sicherlich einiges an Potential enthalten, was allerdings so gut wie nie auch nur annähernd ausgeschöpft werden kann. So bleibt unterm Strich nur eine oberflächliche und zahnlose Komödie, die vielleicht als Frauenfilm noch so eben zumindest ansatzweise funktionieren kann. Generell stellt es aber sicherlich keinen großen Verlust dar, an diesen Frauen einfach vorbei zu gehen.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist gut gelungen und liefert ein durchschnittlich gutes Ergebnis für aktuelle Produktionen. Der deutsche Ton liegt in Dolby Digital 5.1 und dts vor, spielt sich in erster Linie aber fast komplett in der Front ab, ist dabei aber stets seht gut verständlich.

Als erstes Extra gibt es ein Making Of, das konsequenterweise vom im Film schon penetrant aufgezwungenen Product-Placement-Sponsor angekündigt wird. In diesem Beitrag folgt man einer jungen Frau, die sich auf dem Set bewegt und dabei den Eindruck erweckt, als wäre sie für den Frauenkanal auf der Suche nach der perfekten Schönheiten, nur um zu erkennen, dass diese von innen kommt. Die ein oder andere Information über die Entstehung gibt es dabei zwar geboten, doch scheint dies nicht der Ziel des Beitrages zu sein. Es folgen noch 5,5 Minuten nicht verwendeter Szenen, ein paar kurze Statements einzelner Künstler und die von DVDs aus dem Hause Constantin Film gewohnt knappen Darstellerinfos.

Fazit:
„The Women“ ist das misslungene Remake des Filmklassikers aus den 1930er Jahren. Ohne jeden Biss, nur mit vereinzelt unterhaltsamen Momenten, sowie einer misslungen Dramaturgie und einer langweiligen Cinematographie, bietet es nur wenige Argumente, hierfür rund 2 Stunden seines Lebens zu opfern.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 0 - ohne Altersbeschrae~nkung
1,85:1
1,85:1
109:06 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte
Bonusmaterial:
  • Making Of "Behind The Women"
  • Deleted Scenes
  • Interviews
  • Darstellerinfos
The Women - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
The Women - Von großen und kleinen Affären
The Women

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Sex and the City - Sex = The Women = Langatmig und ohne jeden Biss


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2008
Regie:
Diane English
Drehbuch:
Diane English (basierend auf dem gleichnamigen Film aus dem Jahre 1939)
Darsteller:
Meg Ryan, Annette Bening, Debra Messing, Jada Pinkett Smith, Eva Mendes, Candice Bergen, Bette Midler, Cloris Leachman, Tilly Scott Pedersen, Carrie Fisher, Debi Mazar, India Ennenga

Label Deutschland :
Constantin Film
Verkaufsstart Deutschland :
18.06.2009