|
Story:
Ein Killer hat es auf junge Frauen abgesehen und bei den Leichen findet sich immer wieder ein silberner Halbmond. Eines der Opfer, Giulia (Uschi Glas) hat den Mordversuch allerdings überleben können und mit ihrer Hilfe versuchen die Ermittler, dem Täter auf die Spur zu kommen. So wird das Begräbnis der jungen Frau inszeniert, um dem Killer das Gefühl zu geben, erfolgreich gewesen zu sein. Der Plan gelingt und eine Beobachtung führt auf eine unglaubliche Spur...
Meinung zum Film:
Ein Sprichwort lautet „Aus Fehlern wird man klug“. Die Rialto liefert jedoch den Beweis, dass Sprichwörter nicht immer zutreffend sind. Denn nachdem man sich mit dem Giallo im Wallace-Pelz, „Das Geheimnis der grünen Stecknadel“, schon den großen Unmut der noch verbliebenen Edgar-Wallace-Anhänger eingefangen hatte, vergraulte man mit dem erneut völlig falsch beworbenen „Das Rätsel des silbernen Halbmondes“ auch noch die letzten Fans. Es wäre schlauer gewesen, sich mit „Die Tote aus der Themse“ in Ehren zu verabschieden und nicht mit einem doppelten Etikettenschwindel fast schon aus den Kinos pfeifen zu lassen. Vor allem die beiden wirklich außerordentlich gut gelungenen Gialli hätten eine weitaus bessere Behandlung verdient. Denn auch der „silberne Halbmond“ ist ein außerordentlich spannender und gut inszenierter Giallo, der sicherlich eine der besten Arbeiten Umberto Lenzis darstellt, die gleich eine Stufe hinter den Großen des Genres einzuordnen ist.
Regie führte mit Umberto Lenzi diesmal ein Filmemacher, der mit Beiträgen wie „Camorra - Ein Bulle räumt auf“, „Großangriff der Zombies“ oder „Eaten Alive - Lebendig gefressen“ in verschiedenen Genres, die vor allem durch italienische Filme geprägt wurden, klare Duftmarken hinterließ. Lenzi versuchte erst gar nicht, auch nur den Hauch von Wallace-Atmosphäre aufkommen zu lassen. Er konzentrierte sich darauf, einen Giallo zu produzieren, da er in Italien ohnehin nicht unter dem Banner „Edgar Wallace“ vermarktet werden sollte. So gibt es die gewohnte Vielzahl an Close-Ups der Augenpartien zu sehen, sieht man die Hand des Killers, der sich an seine Opfer anschleicht, gibt es einen stimmigen Soundtrack von Riz Ortolani, ganz in der Tradition des italienischen Thriller-Kinos, präsentiert man nackte Frauenhaut, die teils von rotem Blut befleckt wird. Die Figur des ermittelnden Inspektor Vismara, verkörpert durch Pier Paolo Capponi, wurde zuvor schon einmal in einem Giallo gesehen – in dem Bryan-Edgar-Wallace-Film „Die neunschwänzige Katze“, bei dem der Giallo-Großmeister Dario Argento Regie führte.
Mit „Das Rätsel des silbernen Halbmondes“ endete 1972 die erfolgreichste Krimi-Reihe der alemannischen Kinogeschichte nach 32 Filmen. Es hätte wohl niemand gedacht, als 1959 „Der Frosch mit der Maske“ auf das Publikum losgelassen wurde, dass ein solcher Kult um die Filme entstehen würde. Es gab einige große Beiträge zu erleben, aber auch so mancher Tiefpunkt musste überstanden werden. Die abschließenden zwei Werken stellen sicherlich das größte Missverständnis dar und für viele endete das Rialto-Unternehmen „Edgar Wallace“ mit der „Toten aus der Themse“.
DVD Aufarbeitung:
Bei dieser deutsch-italienischen Koproduktion gibt es eine italienische Fassung, die länger ist als die deutsche Kinofassung. Es war aus rechtlichen Gründen nicht möglich, die italienische Fassung zu verwenden. Allerdings konnte die englische Langfassung aufgefunden und präsentiert werden.
Das Bild der deutschen Version macht einen guten Eindruck und bietet keinen Anlass zu Kritik. Anders sieht dies bei der englischen Langfassung aus, bei der die Details im Bild wesentlich geringer ausfallen, was gleichermaßen auch auf die Schärfe zutrifft. Hinzu kommt, dass das Bild insgesamt zu dunkel abgestimmt wurde und bei Bewegungen deutliches Ruckeln zu sehen ist, was auf ein NTSC-Band als Master hindeutet. Der deutsche Ton ist ohne Fehl und Tadel und weist als kleinen Makel lediglich Verzerrungen in den Spitzen auf.
Neben dem Service der beiden unterschiedlichen Fassungen ist kein Bonus auf der DVD vorhanden.
Fazit:
Bei “Das Rätsel des silbernen Halbmondes” verhält es sich wie bei den vorgehenden „grünen Stecknadeln“ – er ist ein klasse Giallo, den man als Freund dieses Genres einfach gesehen haben muss, der als Abschluss der Edgar-Wallace-Krimis betrachtet allerdings ein absoluter Stinker ist.
Daten zur DVD:
FSK-Freigabe:
|
Bildformat:
|
Laufzeit:
|
|
2,35:1
|
Dt. Fassung: 84:18 Minuten
Engl. Fassung: 92:22 Minuten
|
Sprachen / Tonformate:
|
Deutsch: Dolby Digital 2.0
|
Englisch: Dolby Digital 2.0
|
Untertitel:
|
|
Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch
|
Bonusmaterial:
|
|
|
|  |
Das Rätsel des silbernen Halbmondes
Sette orchidee macchiate di rosso
13 Jahre, 32 Filme, Edgar Wallace – das ist deutsche Kino-Geschichte
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr: Deutschland/Italien, 1972
Regie: Umberto Lenzi
Drehbuch: Paul Hengge, Roberto Gianviti, Umberto Lenzi (frei nach Edgar Wallace)
Darsteller: Uschi Glas, Antonio Sabato, Petra Schürmann, Rosella Falk, Marisa Mell, Pier Paolo Capponi, Marina Malfatti, Renato Romano, Gabriella Giorgelli, Franco Fantasia
Vertrieb : Universum Film
DVD-Verleihstart : 07.03.2005
DVD-Verkaufsstart : 07.03.2005
Vertrieb : Impuls Home Entertainment
DVD-Verleihstart : 07.03.2005
DVD-Verkaufsstart : 07.03.2005
|