Splashpages  Home Movies  Specials  Spaghetti-Western  Zwei glorreiche Halunken
Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
Inspector Barnaby - Volume 14Kesslers Knigge - Die komplette SerieRoller Girl

In der Datenbank befinden sich derzeit 85 Specials. Alle Specials anzeigen...

Zwei glorreiche Halunken
Spaghetti-Western

Zwei glorreiche Halunken

Story:
Zur Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs erfährt der Killer Sentenza (Lee van Cleef) von einem in den Kriegswirren verloren gegangenen Goldschatz und macht sich gleich auf die Suche nach ihm. Die beiden Gauner Tuco (Eli Wallach) und "der Blonde" (Clint Eastwood), die zunächst eine geldbringende Zweckgemeinschaft gebildet haben, sich aber inzwischen alles anderes als wohlgesonnen sind, erfahren ebenfalls von dem Gold - doch dummerweise ergibt es sich so, daß nur Tuco den richtigen Friedhof, auf dem der Schatz begraben liegt, kennt und nur der Blonde das richtige Grab. Dies zwingt beide zu einer erneuten Partnerschaft und die Reise zu dem Schatz beginnt. Doch der gerissene Sentenza ist den beiden schon auf den Fersen.

Meinung zum Film:
Er ist der ungekrönte Meister der Nahaufnahme, ein Virtuose der Bildsprache und vermutlich der beste Western-Regisseur aller Zeiten: Sergio Leone. Kein anderer Regisseur hat es geschafft, mit Nahaufnahmen und Totalen Stimmungen zu erzeugen wie der italienische Meisterregisseur. Man mag von seinen Filmen begeistert sein oder sie vor allem ob ihrer Gewalt ablehnen, seinen Bildern kann man sich allerdings nicht entziehen. "Zwei glorreiche Halunken" ist neben "Spiel mir das Lied vom Tod" eines der besten Beispiele für Leones Filmkunst. Bei ihm fallen die Dialoge einfach aus, dafür strotzen sie meist nur so vor Sarkasmus. Er hätte es bestimmt geschafft, nur mit seiner Bildsprache (und der Unterstützung von Ennio Morricones Musik) einen Film zu machen, der auch ohne Dialoge genauso spannend gewesen wäre.

Der Film bildet den Abschluss der so genannten Dollar-Trilogie, zu der die beiden Italowestern-Klassiker "Für eine Handvoll Dollar" und "Für eine Handvoll Dollar mehr" gehören und in denen ebenfalls Clint Eastwood den wortkargen Blonden spielt. Diese Filme zeichnen sich durch schier endlose Duelle und sarkastische Dialoge aus und belebten ein Film-Genre, das eigentlich längst tot gesagt wurde: Den Western. Einen Western wie man ihn in seiner Härte und Brutalität zuvor noch nie gesehen hatte, dessen Stil aber richtungweisend sein sollte für alle nachfolgenden Filme, ob sie nun aus Italien stammten oder den USA.

Obwohl "Zwei glorreiche Halunken" zweifelsfrei der beste und ausgereifteste Film der Dollar-Trilogie ist, gibt es in ihm dennoch ein paar Momente, die sich nicht recht einfügen wollen. Besonders die Szenen rund um den Bürgerkrieg wirken etwas fehl am Platze. Dabei sind es besonders die guten Taten der Hauptfiguren, die überraschen und irgendwie nicht zu ihren Charakteren passen wollen. "Il buono, il brutto, il cattivo", so der Originaltitel, bezeichnet seine drei Hauptfiguren als den Guten, den Bösen und den Brutalen. Schon nach wenigen Minuten sind die Rollen klar verteilt, doch dann kommt die einzig wahre Triebfeder für das Handeln dieser Charaktere ins Spiel - das Geld - und der Zuschauer erkennt, dass die Einstufung nicht wirklich existiert. Oder ist ein Mann wirklich der Gute, wenn er den anderen in der Wüste zum Sterben zurücklässt oder was unterscheidet Tuco von Sentenza? Beide sind brutal und geldgierig. Die Grenzen sind fließend und es wird klar, dass im Endeffekt nur das Überleben zählt - und das Geld. Alle moralischen Werte sind null und nichtig, alles was im Wege steht, wird weggeräumt. So war es nun mal im Wilden Westen.

Kaum ein zweiter Film wurde so zerstückelt wie Leones "Zwei glorreiche Halunken". Die ursprüngliche Fassung war 4 Stunden lang, doch das Studio bestand auf eine zweistündige Version. Schließlich einigte man sich auf den 3 Stunden langen Final Cut. Doch das Gemetzel ging weiter. Für die meisten Länder war der Film einfach zu brutal und so legten die Verleiher selbst Hand an und bastelten ihre eigenen Fassungen. Als es um die Fernsehausstrahlung ging, wurden erneut die Scheren gewetzt und der Film endgültig zu Hackfleisch verarbeitet. Die nun für diese DVD verwendete Fassung wurde so noch nie gezeigt und entspricht wohl von allen Versionen am ehesten dem Film, den Sergio Leone 1966 ins Kino bringen wollte.

DVD Aufarbeitung:
Es ist ganz klar, dass man von einem fast vierzigjährigen Film nicht den gleichen Qualitätsstandard erwarten darf wie von einer neuren Produktion. Deshalb hinterlässt der Film einen gemischten Eindruck. Man merkt, dass das Bild nicht überarbeitet wurde, deshalb wirken die Farben blass und besitzen zu wenig Ausdruckskraft. Der Kontrast hingegen ist sehr gut, dafür hapert es beim Detailreichtum bei den Totalen. Verschmutzungen sind auch öfters auszumachen und besonders bei Standaufnahmen ruckelt das Bild. Trotzdem muss und darf man mit dem Bild zufrieden sein. Denn in einer besseren Qualität wird es den Film kaum mehr geben. Der Ton wurde von Mono auf Dolby Digital 5.1 aufgepuscht, was sicherlich eine Qualitätsverbesserung darstellt, trotzdem darf man nicht all zu viel Räumlichkeit oder Effekte erwarten. In erster Linie kommt der Sound aus den Frontboxen.

Bei den Extras hat man wirklich den Eindruck, dass MGM alles Material, das zur Verfügung stand verwendet hat. Einzelne Features sind zwar nur zwischen 7-12 Minuten lang, dafür gibt es drei längere Dokumentationen, die bis zu 24 Minuten dauern. Der Audiokommentar von Genre-Kenner Richard Schickel ist sehr informativ und bietet sehr viel neue Informationen und Hintergrundwissen. Gerade die Tatsache, dass der Film aus der Sicht eines Außenstehenden betrachtet wird, verleiht dem Kommentar eine ganz besondere Würze. Die Dokus "Leones Western" und "Der Leone Stil" sind dem Meister und seinem Filmschaffen gewidmet. Daneben gibt es noch zwei Featurettes zu zwei geschnittenen Szenen, die erklären, wie aufwendig die Rekonstruktion eines Filmes sein kann. Dem zweitwichtigsten Mann neben Leone, der Komponist Ennio Morricone, sind zwei Featurettes gewidmet und zeigen auf, welch großen Stellenwert seine Musik in diesem und anderen Filme Leones hat. Alles in allem genügend Material, um sich ausführlich über diesen großartigen Italo-Western zu informieren.

Fazit:
Wer Western mag und "Spiel mir das Lied vom Tod" in seiner Filmsammlung stehen hat, der muss einfach zugreifen. In dieser Fassung und besserer Qualität wird es dieses Meisterwerk wohl kaum mehr geben. Selbst nach fast 40 Jahren hat der Film rein gar nichts von seiner Faszination verloren und weiß nach wie vor zu begeistern. Ein Meisterwerk seines Genres.

Daten zur DVD:
FSK-Freigabe:
Bildformat:
Laufzeit:
FSK 16
2,35:1
2,35:1
171:20 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch:
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch:
Dolby Digital 5.1o
Dolby Digital 5.1
Französisch:
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch, Dänisch, Finnisch, Griechisch, Hebräisch, Holländisch, Kroatisch, Norwegisch, Polnisch, Portugiesisch, Schwedisch, Tschechisch, Türkisch, Slowenisch, Rumänisch
Bonusmaterial:
  • Audiokommentare von Genre-Experte und Historiker Richard Schickel
  • Dokumentation: "Leones Western"
  • Dokumentation: "Der Leone-Stil"
  • Dokumentation: "Der Mann, der den Bürgerkrieg verlor"
  • Featurette: "Die Rekonstruktion von Zwei glorreichen Halunken"
  • Die Socorro-Sequenz: Eine Neufassung
  • Die erweiterte Folterszene
  • Featurette: "Der Meister
  • Audio Featurette: "Der Meister - Teil 2"
  • Französischer Trailer
  • Postergalerie
  • 12-seitiges Booklet

 

Spaghetti-Western
Zwei glorreiche Halunken
Il buono, il brutto, il cattivo

Marcel Lanthemann
Ein Meisterwerk des Western-Genres, das vorher noch nie in dieser Langfassung zu sehen war
Autor der Besprechung:
Marcel Lanthemann

Filmdaten:

Produktionsland,-jahr:
Italien, 1966
Regie:
Sergio Leone
Drehbuch:
Age Scarpelli, Luciano Vincenzoni, Sergio Leone
Darsteller:
Clint Eastwood, Elli Wallach, Lee Van Cleef, Aldo Giuffre, Mario Brega

Vertrieb “Deutschland“ :
MGM Home Entertainment
DVD-Verleihstart “Deutschland“ :
03.05.2004
DVD-Verkaufsstart :
03.05.2004

Vertrieb “Schweiz“ :
Impuls Home Entertainment
DVD-Verleihstart “Schweiz“ :
03.05.2004
DVD-Verkaufsstart “Schweiz“ :
03.05.2004


Special vom: 11.04.2005
Autor dieses Specials: Andreas Schultz
Weitere Seiten innerhalb dieses Specials können über das seitliche Menü links oben aufgerufen werden.
Zurück zur Hauptseite des Specials