Story:
Wes Evans' (James Mitchum) Vater wurde ermordet und Wes nimmt blutige Rache. Nachdem der letzte Schurke ausfindig gemacht und erschossen wurde, kehrt er nach 2 Jahren in sein Dorf zurück. Leider dachte seine Freundin Nancy (Jill Powers), dass Wes inzwischen verstorben ist und hat in ihrer Not anderweitig geheiratet. Zu allem Überfluss versucht die Manson-Bande, die ebenfalls in der Stadt ist, den benachbarten Bauern ihr Land streitig zu machen. Aber Wes kümmert sich um alle Probleme gleichzeitig.
Meinung zum Film:
Regisseur Sergio Corbucci drehte eine gute handvoll Western, wobei "Keinen Cent für Ringos Kopf" einer der ersten war. Berühmt wurde Corbucci durch "Leichen pflastern seinen Weg" und vor allem mit dem legendären Original-"Django"-Film mit Franco Nero in der Titelrolle.
Dass "Ringo" ein (Western-)Frühwerk des Regisseurs ist, merkt man recht schnell, denn dieser bietet kaum die typischen Italo-Elemente, die man normalerweise erwartet, nämlich die typische Musik, die meist kalte, trostlose Atmosphäre innerhalb des Films und die graphische Härte. Ganz im Gegenteil kommt "Ringo" ungewöhnlich konventionell daher, mutet fast schon amerikanisch an. Dafür sorgt allein schon Hauptdarsteller James Mitchum, der Sohn des US-Western-Haudegens Robert. James hat eine frappierende Ähnlichkeit mit seinem Vater, gelegentlich hat man im Laufe des Films fast schon das Gefühl, in Wahrheit den verjüngten Robert Mitchum vor sich zu haben. Zwar kann James schauspielerisch überzeugen, dennoch hat er das Problem, dass er und seine Rolle einfach zu glatt sind. Sein Charakter Wes bietet absolut keine Ecken und Kanten, wie man es eigentlich von Helden in italienischen Western gewohnt ist. Statt wortkargen Taten muss Wes minutenlange Reden schwingen, um die anderen Dorfbewohner zu überzeugen, ihm gegen die Mansons zu helfen - ein Clint Eastwood hätte zuerst mal seinen Colt gezogen und höchstens anschließend vielleicht noch eine Frage gestellt, wenn überhaupt. Nicht nur mitteilsam und erzählfreudig, sondern auch fast schon pazifistisch ist dagegen Wes eingestellt: als er einen Schurken dabei erwischt, wie er seine Freundin Nancy vergewaltigt, gibt er sich damit zufrieden, den Rowdy zusammenzuschlagen und zu verhaften - fast schon verwunderlich, dass Mitchums Charakter die Sache nicht mit dem Vergewaltiger einfach ausdiskutiert.
Insgesamt hinterlässt "Keinen Cent für Ringos Kopf" einen zwiespältigen Eindruck. Zwar ist er handwerklich einwandfrei gelungen, auf die typischen Italo-Western-Elemente muss man aber vollständig verzichten. Der Film ist einfach viel zu sehr auf Idylle angelegt, um ihn ohne Kenntnis als europäischen Western identifizieren zu können, kann aber dennoch einigermaßen unterhalten. Schade nur, dass nicht geklärt wird, wer denn dieser geheimnisvolle "Ringo" ist, den sich der deutsche Kinoverleih damals ausgedacht hat, im Film selbst kommt jedenfalls keiner vor.
DVD Aufarbeitung:
Das Bild ist erfreulich gut geworden, bietet eine angenehme Schärfe und weist kaum Fehler auf. Lediglich in einer kürzeren Dialogszene nimmt die Qualität deutlich ab. Es ist zu vermuten, dass diese Szene auf dem ursprünglichen Master gefehlt hat und nachträglich zur Vervollständigung des Films wieder eingefügt wurde, insofern nimmt man die mangelnde Qualität dieser etwa 2-minütigen Sequenz dann gern in Kauf. Der Ton in Dolby Digital 2.0 Mono ist ebenfalls klar verständlich - übrigens gibt es auf der DVD noch eine englische Tonspur, ebenfalls in 2.0 Mono, von der auf dem Cover allerdings keine Rede ist.
An Extras gibt es einen US-Kinotrailer zu "Ringo", des Weiteren eine Bildergalerie mit Aushangfotos und Videocovern des Films, sowie eine weitere Galerie mit Fotos, wie der Drehort heutzutage aussieht.
Fazit:
Western-Freunde, die einen "echten" Italo-Western erwarten, dürften enttäuscht werden, ansonsten ist "Ringo" handwerklich ok. Das gleiche gilt für die DVD, die qualitativ sehr gut ist.
Daten zur DVD:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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85:38 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch: Dolby Digital 2.0
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Englisch: Dolby Digital 2.0
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Untertitel:
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Keine
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Bonusmaterial:
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- Trailer
- Bildergalerie Aushangfotos
- Bildergalerie Drehort
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Keinen Cent für Ringos Kopf
Massacro al Grande Canyon
Wer ist eigentlich Ringo?
Autor der Besprechung: Andreas Schultz
Filmdaten: Produktionsland,-jahr: Italien, 1965
Regie: Sergio Corbucci
Drehbuch: Albert Band, Sergio Corbucci
Darsteller: James Mitchum, Jill Powers, George Ardisson, Giacomo Rossi-Stuart
Vertrieb : Koch Media Entertainment DVD-Verleihstart : 30.06.2004
DVD-Verkaufsstart : 30.06.2004
Vertrieb : Koch Media Entertainment DVD-Verleihstart : 30.06.2004
DVD-Verkaufsstart : 30.06.2004
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