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...und Santana tötet sie alle
Spaghetti-Western

...und Santana tötet sie alle

Story:
Santana (Gianni Garko) und sein Kompagnon Marco (Guglielmo Spoletini) sind Outlaws. Sie kennen nur Weiber, Whiskey, Moneten - und wenn sie diese Dinge nicht legal bekommen, werden sie eben anders beschafft, notfalls geht man dabei auch über Leichen. Diesmal sind sie auf der Jagd nach 100.000 Dollar, die sich in der Hand anderer Gangster befinden. Dummerweise sitzt den beiden die Justiz in Form eines Sheriffs schon im Nacken ... können die beiden der Konkurrenz das Geld abluchsen und gleichzeitig dem Gesetzeshüter entkommen?

Meinung zum Film:
Man nehme einen ernsten und harten Italo-Western und beauftrage den deutschen Dialogregisseur Rainer Brandt, der auch schon für den germanischen Erfolg von "Die 2" sorgte, mit der Synchronisation; heraus kommt ein klasse Western, der zwar seine graphische Härte beibehält, aber mit markigen Schenkelklopfer-Sprüchen aufwartet, dass es eine reine Freude ist. Die beiden Gangster Santana und Marco blödeln sich verbal durch die Handlung, dass man als Zuschauer aus dem Lachen kaum noch herauskommt. Zwar muss man zugeben, dass der eine oder andere Spruch zwar ein Rohrkrepierer ist, aber man darf nicht vergessen, dass der Film über 30 Jahre alt ist und so einige witzig gemeinte verbalen "Vergewohltätigungen" der deutschen Sprache zwangsläufig heutzutage nicht mal zum müden Lächeln animieren. Dennoch sind die meisten Kracher auch heute noch immer einen Lacher wert und laden den Zuschauer dazu ein, sich den einen oder anderen Spruch zu merken und auf der nächsten Familienfeier damit seine Verwandten zu beeindrucken. Auffällig ist, dass sich die Witzsynchro ganz streng nur auf die beiden Hauptdarsteller beschränkt, alle anderen Personen reden "normal". Dies mag auf den ersten Blick seltsam klingen, dennoch ist damit der deutschen Synchro der Spagat gelungen, den Film deutlich aufzuwerten, den ernsten Grundton des Filmes aber dennoch beizubehalten und "Santana" somit nicht zur Klamotte verkommen zu lassen. Mit dieser Gratwanderung dürften sich auch konservative deutsche Fans der Italo-Western zufrieden geben können.

Filmisch gesehen ist "Santana" stellenweise ungewöhnlich inszeniert: so wird der Zuschauer gleich zu Beginn in eine Schiesserei geworfen, dies aber, ohne zu wissen, worum es eigentlich geht. Erst nach und nach merkt der Zuschauer, wo der Hase lang läuft und wer die Sympathieträger des Films sind (wobei hier noch verwirrend hinzukommt, dass die beiden Hauptpersonen echte Gangster sind). Auch die Freundschaft der beiden hat ihre seltsamen Momente: Santana und Marco halten zwar stets zueinander, das ändert aber nichts daran, dass der eine mit der Freundin des anderen ins Bett geht, wenn der andere "vielleicht" tot ist. Als Krönung gibt sich der Betrogene, als er die beiden in flagranti erwischt, aber damit zufrieden, dass seine Geliebte nicht freiwillig mitmachte, sondern vom Freund vergewaltigt wurde - da ist die Männerfreundschaft natürlich schnell wieder in Ordnung! Von solchen zynischen Frauenbildern darf man sich beim Zuschauen aber nicht auf die Palme bringen lassen, in Western, gerade in den italienischen, sieht die Welt eben ein bisschen anders aus, und nicht alles ist wirklich ernst gemeint. Hinzu kommt, dass sich das Frauenbild gegen Ende wieder ein wenig relativiert.

Die Handlung selbst wird konsequent immer weiter vorangetrieben, Längen sind kaum zu entdecken. Positiv auch, dass der Film, gerade zum Ende hin, einige interessante Wendungen nimmt, so dass sich "Santana" deutlich von der Masse abheben kann. Insgesamt kann der Western überzeugen, und so vergehen die 90 Minuten Laufzeit wie im Flug. "Santana" ist zwar ein unbekannterer Film, den man sich aber, wenn man ihn erst mal gesehen hat, gern auch ein zweites mal wieder anschaut.

DVD Aufarbeitung:
Das Bild ist, gemessen am Alter, sehr gut geworden. Gelegentliche Bildfehler können den guten Gesamteindruck nicht trüben, die Farben können ebenfalls überzeugen. Der Ton liegt auf deutsch und italienisch in Dolby Digital 2.0 vor und ist ebenfalls tadellos. Genau wie bei "Django - Ich will ihn tot!" gibt es auf dieser DVD Szenen, die nie deutsch synchronisiert wurden und deshalb nur auf italienisch mit deutschen Untertiteln vorliegen.

An Extras gibt es nur Kinotrailer und eine Bildergalerie zu sehen - das ist zwar insgesamt eine magere Ausstattung, jedoch kann man das verschmerzen, da sicherlich kein Extramaterial zu diesem Film existiert. Dafür wird der Käufer durch das beiliegende Booklet entschädigt, das auf einer Doppelseite noch interessantes rund um den Film und dessen Macher zu berichten weiss.

Fazit:
Ein durch die lustige deutsche Synchro deutlich aufgewerteter Italo-Westen, der seinen ernsten Grundton dennoch beibehält. Die DVD ist technisch einwandfrei, die Extras sind ein bisschen mager, aber das stört hier nicht sehr.

Daten zur DVD:
FSK-Freigabe:
Bildformat:
Laufzeit:
FSK 18
2,35:1
2,35:1
85:03 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch:
Dolby Digital 2.0 / Mono
Dolby Digital 2.0
Italienisch:
Dolby Digital 2.0 / Mono
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Kinotrailer
  • Bildergalerie
  • Booklet

 

Spaghetti-Western
...und Santana tötet sie alle
Un par de asesinos

Andreas Schultz
Harter Western, coole Sprüche
Autor der Besprechung:
Andreas Schultz

Filmdaten:

Produktionsland,-jahr:
Italien / Spanien, 1971
Regie:
Rafael Romero Marchent
Drehbuch:
Mario Alabiso
Darsteller:
Gianni Garko, Guglielmo Spoletini, María Silva

Vertrieb “Deutschland“ :
Koch Media Entertainment
DVD-Verleihstart “Deutschland“ :
28.04.2004
DVD-Verkaufsstart :
28.04.2004

Vertrieb “Schweiz“ :
Koch Media Entertainment
DVD-Verleihstart “Schweiz“ :
28.04.2004
DVD-Verkaufsstart “Schweiz“ :
28.04.2004


Special vom: 11.04.2005
Autor dieses Specials: Andreas Schultz
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