Story:
Joe (Terence Hill) begleitet einen Goldtransport. Leider wird dieser von Lucas (George Eastman), der ein Handlanger des Gouverneurs David (Horst Frank) ist, überfallen. Alle Beteiligten sterben, nur Joe überlebt schwerverletzt. In den nächsten Jahren zieht er als Friedensrichter durch die Lande, rettet Unschuldige vom Galgen und sinnt auf gerechte Strafe für David.
Meinung zum Film:
Aufmerksame Leser, denen die Inhaltsangabe in Teilen bekannt vorkommt, haben recht: "Joe, der Galgenvogel" ist im Prinzip derselbe Film wie "Django und die Bande der Gehenkten", die jetzt vorliegende Version wurde aber den brutalen Szenen des Originals beraubt und mit einer neuen, "lustigen" Synchronisation versehen. Der Grund hierfür liegt in dem späteren Erfolg des Duos Spencer/Hill: der deutsche Verleih hat sich den früheren, harten Italo-Western mit Terence Hill aus dem Archiv geholt, mit einer neuen, sinnverfälschenden Synchronisation versehen und wollte so auf den Erfolgszug des Klopperduos aufspringen.
Ganz extrem merkt man das daran, dass Terence Hill hier sehr oft vom "Dicken" spricht, der leider im moment nicht anwesend sein kann, da er anderweitig beschäftigt sei. Hier wird sehr geschickt suggeriert, dass "Joe" in Wahrheit ein Bud Spencer/Terence Hill-Film ist, mit dem klitzekleinen Manko, dass Bud Spencer zwar irgendwie dabei, jedoch nur nicht im Bild zu sehen ist. Auch den Rest der Synchronisation kann man getrost vergessen. Wer bei "Comedy-Synchro" hofft, dass es was zu lachen gibt, liegt falsch, irgendwie hat sich die deutsche Synchron-Regie auf die gewohnte deutsche Stimme Hills verlassen und die Gags einfach weggelassen. Nur, wer im Besitz der "Django"-Fassung ist und dann den "Joe" einlegt, kann sich über die Zerstörung des Original-Themas des Films amüsieren: hat "Django" noch ein eindeutiges Rachethema, wird das bei "Joe" vollkommen außer acht gelassen. Aus dem "Henker" wird ein "Friedens(!)richter", außerdem möchte sich Joe laut eigener Aussage immer im Rahmen der Legalität bewegen. Wird jemand erschossen, beschwert sich Joe. Aus Djangos Ehefrau, die ermordet wird, wird bei Joe eine Fremde, die beiden siezen sich sogar in der Comedy-Version.
Die brutalen Szenen des Originals wurden wie erwähnt entfernt, um "Joe" eine zielgruppengerechte Freigabe ab 12 Jahren zu bescheren. Die noch verbliebenen härteren Szenen werden "schöngeredet". So gibt es beispielsweise eine Szene, in der "Django" einen Killer erschießt - bei "Joe" findet diese Szene zwar auch statt, jedoch kommentiert dieser dazu, dass er seinen Widersacher durch den Schuß lediglich "geblendet" hat. Alles in allem kann dieser Film wirklich nur Komplettisten von Hill-Filmen empfohlen werden, alle anderen sollten unbedingt zum wesentlich besseren Original greifen und einen weiten Bogen um "Joe, der Galgenvogel" machen.
DVD Aufarbeitung:
Über das Bild gibt es nichts zu meckern, die Farben wirken frisch und die sichtbaren Alterserscheinungen des Materials halten sich in Grenzen. Der deutsche Ton in Dolby Digital 2.0 erfüllt auch seinen Zweck, alle Dialoge sind gut verständlich.
An Extras gibt es Bio- und Filmographien von Terence Hill, Horst Frank und George Eastman und sind identisch zu denen auf der "Django"-DVD. Abgerundet wird das Ganze durch eine Bildergalerie und einen Kinotrailer.
Fazit:
Nur interessant für Terence Hill-Komplettisten oder solche, die gern einen Vergleich zwischen der "Django"- und der "Joe"-Version machen wollen. Alle anderen können auf die technisch gute "Joe, der Galgenvogel"-DVD verzichten und sollten lieber zu "Django und die Bande der Gehenkten" greifen.
Daten zur DVD:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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82:12 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch: Dolby Digital 2.0
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Untertitel:
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Keine
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Bonusmaterial:
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- Bio- und Filmographien zu Terence Hill, Horst Frank und George Eastman
- Kinotrailer
- Bildergalerie
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Joe der Galgenvogel
Preparati la bara
Müde "Comedy"-Version eines Klassikers
Autor der Besprechung: Andreas Schultz
Filmdaten: Produktionsland,-jahr: Italien, 1968
Regie: Ferdinando Baldi
Drehbuch: Ferdinando Baldi, Franco Rosset
Darsteller: Terence Hill, Horst Frank, George Eastman
Vertrieb : e-m-s DVD-Verleihstart : 16.12.2004
DVD-Verkaufsstart : 16.12.2004
Vertrieb : Impuls Home Entertainment DVD-Verleihstart : 16.12.2004
DVD-Verkaufsstart : 16.12.2004
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