Story:
Der eiskalte und skrupellose Frank (Henry Fonda) löscht im Auftrag von Eisenbahntycoon Morton (Gabriele Ferzetti) die Bewohner der Sweetwater Ranch fast gänzlich aus. Hintergrund hierfür ist die Tatsache, dass sich der Besitz mitten auf der geplanten Strecke einer neuen Eisanbahnlinie befindet und in Zukunft eine Stadt auf dem Grund und Boden entstehen wird. Was der Angreifer allerdings nicht wusste ist, dass Ranchbesitzer Brett McBain (Frank Wolff) vor kurzem geheiratet hat und seine neue Frau, Jill McBain (Claudia Cardinale) sich gerade auf der Anreise mit dem Zug befindet. Als sie auf der Ranch eintrifft, findet sie nur noch die aufgebahrten Leichen. In ihrem Wunsch nach Rache wird sie durch Outlaw Cheyenne (Jason Robards) und dem stummen Pistolenkünstler Mundharmonika (Charles Bronson) unterstützt, die beide ebenfalls eine Rechnung mit den Killern offen haben.
Meinung zum Film:
In jedem Genre gibt es Werke, die zu Legenden werden und dem Filmfreund gleich durch den Kopf schießen, wenn man an die entsprechende Kategorie denkt. Und wenn es um den Italo-Western geht, verbindet man diesen unweigerlich mit dem Namen Sergio Leone und seinem Meisterwerk "Spiel mir das Lied vom Tod". Mit seiner einzigartigen Bildsprache hat Leone ein Epos geschaffen, das ihn in die Ruhmeshalle der Unsterblichkeit brachte. Gleiches gilt auch für den Komponisten Ennio Morricone, dessen Mundharmonika-Thema aus dem Film zum Inbegriff spannungsgeladener Momente in Funk, Fernsehen und Film wurde.
Gleich in der Szene zu Beginn spürt man das Talent Leones, den Zuschauer tief in die Handlung zu ziehen. Eine Fliege, ein quietschendes Windrad und Wassertropfen von der Decke sorgen für nervenaufreibende Minuten in einem an sich recht unbedrohlichen Szenario, in denen drei Gunmen auf das Eintreffen von Mundharmonika warten. Aber trotz der Stille ist gleich klar, dass dies die trügerische Stille vor dem Sturm ist. Das Highlight des Filmes ist der Moment, in der Mundharmonika und Frank sich gegenüberstehen und die Geschichte der beiden Männer erzählt wird. Wenn Mundharmonika von seinem Erzfeind aufgefordert wird, ihm das Lied vom Tod auf der Mundharmonika zu spielen, ist dies einer der unsterblichen Momente der Filmgeschichte. Im Original sagt Fonda an dieser Stelle übrigens ein weitaus weniger dramatisches "Keep your loving brother happy". Wie in den 60er und 70er Jahren üblich, nahm sich die deutsche Dialogregie die Freiheit heraus, die Texte der Schauspieler recht frei ins deutsche zu übersetzen.
Auch mit der Auswahl seiner Schauspielriege bewies Leone das richtige Gespür. Charles Bronson ist die wohl beste Besetzung des schweigenden Mundharmonika, auch wenn die Rolle anfangs für Clint Eastwood angedacht war. Der Part brachte dem Schauspieler lange vor seiner Paraderolle als Racheengel in der Death Wish-Reihe die große Beachtung Hollywoods ein, nachdem er vorher eher als Nebendarsteller oder in zweitrangigen Werken auf der Leinwand zu sehen war. Ein Schock war für viele, dass der allseits beliebte Henry Fonda den Part des kaltblütigen Killers, der selbst vor Kindern nicht halt macht, verkörperte. Und dies mit einer Kälte, die dem Blau seiner Augen gleich kommt. Und Claudia Cardinale in der Rolle der Witwe Jill ist mehr als nur schmückendes Beiwerk. Sie verkörpert gekonnt eine in eine rauhe Welt geratene Frau, die sich den rauhen Gewohnheiten der Männerwelt recht schnell anpasst und lernt, für sich selbst zu kämpfen.
DVD Aufarbeitung:
Der Film hat schon einige Jahre auf dem Buckel, doch wenn man sich den Zustand des Bildes betrachtet, mag man dies eigentlich nicht glauben. Verschmutzungen und Bildfehler wird man nicht entdecken können, das Bild ist scharf und detailreich, die Farben wirken äußerst natürlich und der Kontrast lässt auch in den dunkleren Bildbereichen noch genug erkennen. Der Ton liegt auf Deutsch in Dolby Digital 2.0 vor und ist jederzeit klar verständlich. Er klingt zwar hin und wieder ein klein wenig blechern oder dumpf, aber die einzige Alternative, um diesen kleineren Makel zu beheben, ohne dabei neue zwangsläufige Probleme zu produzieren, wäre sicherlich nur eine neue Synchronisation gewesen. Freunde und Kenner englischer Sprache haben die Möglichkeit, auf eine englische Dolby Digital 5.1 Spur umzuschalten, die zwar wenig effektvoll, dafür aber sehr klar und verständlich ist und meist über die Musik eine Räumlichkeit erzeugt.
Das Bonusmaterial dieses wunderschön gestalteten Digipacks ist umfangreich. Der Audiokommentar des Films ist äußerst Informativ und hier kommen u.a. die Regisseure wie Bernardo Bertolucci, John Carpenter und John Milis, sowie Filmhistoriker und Hauptdarstellerin Claudia Cardinale zu Wort. Auf der 2. Disk befindet sich dann das eigentliche Bonusmaterial. Hier gibt es drei Dokumentationen mit den Titeln "Eine Oper der Gewalt", "Der Preis der Sünde" und "Dem Tode nahe" und dort wird in insgesamt rund 65 Minuten ein wirklich umfassender Blick auf den Film geworfen, der durch Interviews und Aussagen der Künstler und Historiker, die auch am Audiokommentar beteiligt waren, belegt wird. In dem "Die Eisenbahn - Revolution des Westens" Featurette wird ein Blick auf die frühen Tage der Eisenbahn im Westen geworfen. "Locations: Damals und Heute" bietet eine selbstablaufende und mit der Filmmusik untermalte Bildergalerie, die Eindrücke von den Sets vermittelt und zeigt, wie diese zum Teil heute aussehen, während die Fotogalerie "Produktion" in gleicherweise Fotos zeigt, die während der Produktion entstanden sind. Texttafeln zu Claudia Cardinale, Henry Fonda, Charles Bronson, Jason Robards und Gabriele Ferzetti, sowie der originale Kinotrailer bilden den Abschluss der DVD. Die Beiträge sind in Originalsprache und mit deutschen Untertiteln, einzig der Trailer bildet hier die Ausnahme. Abschließend sei noch das sehr gute Booklet mit einer Menge Hintergrundinformationen erwähnt, das die Krönung dieser durchweg gelungenen Produktion darstellt.
Fazit:
Die Fans haben lange auf den Release dieses Kultwerkes gewartet. Die Erwartungen waren hoch, doch Paramount hat es geschafft, diese zu erfüllen. Die Special Collectors Edition verdient diese Bezeichnung und bedenkt man einen Straßenpreis von unter 20 €, gibt es eigentlich keinen Grund, seine Filmsammlung nicht um dieses Meisterwerk zu erweitern.
Daten zur DVD:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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158:32 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch: Dolby Digital 2.0
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Englisch: Dolby Digital 5.1
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Spanisch: Dolby Digital 2.0
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Spanisch: Dolby Digital 2.0
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Untertitel:
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Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte, Englisch, Arabisch, Bulgarisch, Dänisch, Finnisch, Französisch, Griechisch, Hebräisch, Holländisch, Isländisch, Kroatisch, Norwegisch, Polnisch, Portugiesisch, Rumänisch, Serbisch, Slowenisch, Spanisch, Schwedisch, Tschechisch, Türkisch, Ungarisch
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Bonusmaterial:
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- Audiokenntar von John Milius, John Carpenter, Dr. Sheldon Hall, Bernardo Bertolucci, Claudia Cardinale
- Dokumentation "Eine Oper der Gewalt"
- Dokumentation "Der Preis der Sünde"
- Dokumentation "Dem Tode nahe"
- "Die Eisenbahn - Revolution des Westens" Featurette
- "Locations Damals und Heute" Bildergalerie
- "Produktion" Bildergalerie
- Texttafeln zu den Hauptdarstellern
- Original Kinotrailer
- Booklet
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Spiel mir das Lied vom Tod
C'era una volta il West
Nach diesem Film sieht man die Mundharmonika mit ganz anderen Augen
Autor der Besprechung: Michael Tomiak
Filmdaten: Produktionsland,-jahr: Italien / USA, 1968
Regie: Sergio Leone
Drehbuch: Sergio Leone, Sergio Donatio, Bernardo Bertolucci, Dario Argento
Darsteller: Charles Bronson, Henry Fonda, Claudia Cardinale, Jason Robards, Gabriele Ferzetti
Vertrieb : Paramount Home Entertainment DVD-Verleihstart : 02.10.2003
DVD-Verkaufsstart : 02.10.2003
Vertrieb : Rainbow Home Entertainment
DVD-Verleihstart : 02.10.2003
DVD-Verkaufsstart : 02.10.2003
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