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Blindman - Der Vollstrecker
Spaghetti-Western

Blindman - Der Vollstrecker

Story:
Blindman (Tony Anthony) ist ein Blinder, der für Minenarbeiter zwecks Heirat 50 Frauen gekauft hat. Leider entführen der Bandit Domingo (Lloyd Battista) und dessen Bruder Candy (Ringo Starr) die Schönheiten, weil diese mit ihnen etwas anderes vorhaben - sie wollen einen mexikanischen General unter Zuhilfenahme der Frauen in einen Hinterhalt locken. Blindman pocht jedoch auf Erfüllung seines Vertrages und hinterlässt auf der Suche nach den Frauen eine blutige Spur.

Meinung zum Film:
"Blindman" ist zum großen Teil eine Ein-Mann-Show von Tony Anthony ("Western-Jack"): er fungiert in diesem Italowestern aus dem Jahr 1971 als Hauptdarsteller, Mit-Drehbuchautor und Produzent. In den 80ern versuchte er, 3D-Filme wie z.B. den Westernbeitrag "Comin' at Ya!" zu etablieren. Sowohl bei diesem Spätwerk als auch beim vorliegenden "Blindman" führte Routinier Ferdinando Baldi Regie, der zuvor mit Werken wie "Seine Kugeln pfeifen das Todeslied" oder vor allem dem Klassiker "Django und die Bande der Gehenkten" mit Terence Hill in der Titelrolle von sich Reden machte.

Es gibt ernste Italowestern, es gibt komische Italowestern. Irgendwo dazwischen befindet sich der "Blindman", der zwar ohne offensichtlichen Klamauk daherkommt, bei dessen Ansehen man sich aber trotzdem manchmal das Lachen nicht verkneifen kann. In einer Szene bittet Blindman beispielsweise einen Haufen Gegner doch um "Frieden" und "mehr Liebe untereinander", nur um sie in der nächsten Einstellung allesamt zu erschießen. Und fragt der Blindman Passanten nach dem Weg, bittet er sie, seinem Pferd die Richtung zu zeigen. Auch die Geschichte selbst ist völlig verrückt: 50 Frauen (oder "Weiber", wie sie der Blindman noch ungestraft titulieren darf) werden "geklaut", und der blinde Held will sie zurückhaben, für Minenarbeiter, die die Frauen zwecks Ehelichung "gekauft" haben. Dafür geht er über Leichen, und selbst die härtesten Gegner haben keine Chance gegen den blinden Revolvermann. Wer jedoch glaubt, "Blindman" wäre Klamauk, liegt falsch, denn die Grundstimmung im Film ist immer ernst und besonders zum Ende wird er vergleichsweise brutal, aber zu den Geschehnissen sei hier nicht zuviel verraten. Insgesamt kann man die Härte des Films durchaus mit "Leichen pflastern seinen Weg" vergleichen, der im Gegensatz zum vorliegenden Film aber keine ironische Beinote hat.

Die Darsteller sind durchgängig gut gewählt, besonders Tony Anthony in der Titelrolle kann das Herz des Zuschauers sofort gewinnen. Ringo Starr ist zwar das zweite Zugpferd, hätte dafür aber ein Quentchen mehr Bildschirmpräsenz verdient. Er kann eine gute Figur abgeben. Lloyd Battista ("Chisum") als Schurke Nummer 1 wirkt in seiner Boshaftigkeit angsteinflößend und füllt seine Rolle mehr als gut aus. Lobend erwähnt sei noch Raf Baldassarre ("Dracula im Schloß des Schreckens") als lebensfroher mexikanischer General, der mit seiner Art für Heiterkeit sorgen kann. Insgesamt ist "Blindman" so ziemlich der bizarrste Vertreter seiner Zunft, der über die ganzen verrückten Einfälle hinaus noch eine harte Inszenierung und eine spitzenmäßige Besetzung vorweisen kann. Als kleines Schmankerl wird dann noch relativ viel nackte Haut gezeigt. Italowesternfans dürfen diesen bisher leider nur stiefmütterlich behandelten Film auf gar keinen Fall verpassen!

DVD Aufarbeitung:
Über das Bild gibt es nicht das geringste zu meckern: die Farben wirken sehr frisch, es verfügt über eine angenehme Schärfe und Bildverschmutzungen sind nur äußerst selten zu sehen und fallen überhaupt nicht ins Gewicht. Der Ton kommt in Dolby Digital 2.0 daher und ist stets gut verständlich. In den wenigen Szenen, die nicht deutsch synchronisiert wurden, gibt es den italienischen Ton mit deutschen Untertiteln.

An Extras gibt es verschiedene Kinotrailer zum Film. Des Weiteren findet man bei den Special Features eine Slideshow mit Aushangfotos. Herzstück aber ist eine eigens für diese Veröffentlichung erstellte 40minütige Dokumentation, in der sich Regisseur Ferdinando Baldi an die Entstehung des Films und an die Dreharbeiten erinnert. Schlussendlich gibt es noch ein 4-seitiges und sehr informatives Booklet zum Film, das auf 2 Seiten weitere Informationen zu "Blindman" preisgibt. Das Heftchen verrät aber sehr viel vom Film, daher wird empfohlen, dieses erst nach dem Filmgenuss durchzulesen. Verpackt wird das ganze in einem schönen Digipak mit Schuber.

Auf einem Player (Grundig GDP 2200) konnte die DVD beim Test nicht abgespielt werden, das Bild und der Ton standen alle paar Sekunden still, um dann kurz weiterzulaufen. Auf einem anderen Player lief die Scheibe einwandfrei.

Fazit:
"Blindman" ist ein spitzenmäßiger Italowestern mit Top-Darstellern, einer völlig verrückten Geschichte und einem hohen Härtegrad. Die DVD ist -bis auf den obengenannten Aussetzer bei einem Gerät - technisch ebenfalls topp, die Extras sind interessant und die Verpackung adelt den Film ein Weiteres mal - unbedingt zugreifen!



Daten zur DVD:
FSK-Freigabe:
Bildformat:
Laufzeit:
FSK 18
2,35:1
2,35:1
101:32 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch:
Dolby Digital 2.0 / Mono
Dolby Digital 2.0
Englisch:
Dolby Digital 2.0 / Mono
Dolby Digital 2.0
Italienisch:
Dolby Digital 2.0 / Mono
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Original Kinotrailer
  • Fotogalerie
  • Dokumentation über Regisseur Ferdinando Baldi
  • Booklet

 

Spaghetti-Western
Blindman - Der Vollstrecker
Blindman

Andreas Schultz
Aufgepasst, der Blindman kommt .. und er will seine 50 Frauen haben!
Autor der Besprechung:
Andreas Schultz

Filmdaten:

Produktionsland,-jahr:
Italien, 1971
Regie:
Ferdinando Baldi
Drehbuch:
Pier Giovanni Anchisi , Tony Anthony
Darsteller:
Tony Anthony, Ringo Starr, Lloyd Battista

Vertrieb “Deutschland“ :
Koch Media Entertainment
DVD-Verleihstart “Deutschland“ :
31.03.2005
DVD-Verkaufsstart :
31.03.2005

Vertrieb “Schweiz“ :
Koch Media Entertainment
DVD-Verleihstart “Schweiz“ :
31.03.2005
DVD-Verkaufsstart “Schweiz“ :
31.03.2005


Special vom: 11.04.2005
Autor dieses Specials: Andreas Schultz
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