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Die Geschichte


Der Westernfilm hat eine lange Tradition, vor allem in den USA. In den 30er und 40er Jahren gab es eine Menge von Filmen, in denen Ikonen wie James Stewart, Gary Cooper und vor allem John Wayne ihre ersten Lorbeeren sammelten. Diese schwarz-weiß-Klassiker wurden in den 70er Jahren teilweise im ZDF in der beliebten Serie „Western von Gestern“ in Deutschland wiederaufgeführt und fesselten viele Kinder vor den Fernsehbildschirmen, die sich anschließend auf dem Spielplatz mit Freunden trafen, um das gerade Gesehene nachzuspielen. Vor allem John Wayne wurde zum Sinnbild für den amerikanischen Western, nicht zuletzt durch seine zahlreichen Cowboy-Filme in Zusammenarbeit mit Howard Hawks, die mit Werken wie „Red River“, „Rio Bravo“ und „Rio Lobo“ ganz große Klassiker beinhaltet. In den 60er Jahren entwickelte sich jedoch Konkurrenz aus einer ganz anderen Ecke der Welt - im entfernten Europa - um genau zu sein: in Italien.



Die ersten Ecksteine des damals noch jungen Genres wurden Mitte der 60er Jahre mit Filmen wie „Keinen Cent für Ringos Kopf“ von Sergio Corbucci gelegt, der später mit den Klassikern „Django“ und „Leichen pflastern seinen Weg“ neue Maßstäbe für den Italo-Western setzte. „Ringo“ war jedoch nicht nur durch den Hauptdarsteller James Mitchum, Sohn der US-Western-Legende Robert Mitchum, noch deutlich amerikanisch angehaucht, sondern auch in seiner Inszenierung erinnerte er noch deutlich daran. Wegweisender war die ein Jahr zuvor entstandene deutsch-italienische Koproduktion „Für eine Handvoll Dollar“ mit Clint Eastwood in der Hauptrolle. Der harte Inszenierungsstil dieses Streifens und die unerbittliche Härte des Hauptdarstellers sollten einen Meilenstein in der Geschichte des Italowesterns setzen und wurde anschließend oftmals mehr schlecht als recht immer wieder kopiert. Der Regisseur dieses Kult-Streifens, Sergio Leone baute seine Geschichte im nächsten Jahr mit „Für ein paar Dollar mehr“ und 1966 mit „2 glorreiche Halunken“ zu einer Trilogie aus. Allerdings soll der dritte Teil wohl eher vor den Ereignissen des Erstlings spielen, da Eastwood erst gegen Ende der „glorreichen Halunken“ seinen berühmten Poncho trägt, der ab der „Handvoll“ zu seinem Markenzeichen wurde.



Irgendwann Anfang der 70er Jahre war es dann langsam vorbei mit dem Erfolg der Euro-Western und das Genre begann, sich totzulaufen – ähnlich wie schon rund 10 Jahre zuvor der ebenfalls durch italienische Produktionen populär gewordene „Sandalenfilm“. Gelegentliches Aufbäumen gab es dann noch durch Filme wie „Keoma“(1976) mit Franco Nero oder dem harten „Mannaja“ (1977) mit Maurizio Merli in den Titelrollen. Terence Hill konnte 1973 und 1975 noch mit seinen beiden „Nobody“-Filmen überzeugen und Bud Spencer legte 1980 mit „Eine Faust geht nach Western“ den wohl letzten gelungenen (Klamauk-)Western mit typischem, italienischen Anstrich hin.



Special vom: 11.04.2005
Autor dieses Specials: Andreas Schultz
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