Karl May Collection I - DVD 2: Winnetou und das Halbblut Apanatschi
Story:
Der Siedler Mac Haller (Walter Barnes) lebt mit seiner indianischen Frau Yota (Marija Crnobori), seiner Tochter Apanatschi (Uschi Glas) und Sohn Happy (Mario Kosic) friedlich in den Bergen. Doch als Apanatschi zu ihrem 21. Geburtstag von ihrem Vater eine Goldmine geschenkt bekommt, nimmt das Unheil seinen Lauf. Der gefürchtete Gangsterboss Curly Bill (Ilija Dzuvalekovski) erfährt von dem Goldschatz und lässt Haller ermorden, als dieser gerade auf dem Weg in die Stadt war, um die Mine auf den Namen seiner Tochter eintragen zu lassen. Apanatschis Verlobter Jeff Brown (Götz George) schwört Rache. Doch dann werden Apanatschi und Happy von Curly Bill entführt. Jeff wendet sich an Winnetou (Pierre Brice) und Old Shatterhand (Lex Barker). Die beiden Blutsbrüder nehmen die Verfolgung auf…
Meinung zum Film:
Leider war die dritte Winnetou-Verfilmung, in welcher Horst Wendlandt dem Apachenhäuptling den Scharfschützen Old Surehand (Stewart Granger) zur Seite gestellt hatte, nicht der erwartete Erfolg. Nach Meinung der Fans hatte Winnetou in allen drei Filmen, aber insbesondere in „Old Surehand – Teil 1“, zu wenig Leinwandpräsenz und Surehand konnte sich nicht als Publikumsliebling etablieren. Da musste das Erfolgsteam Winnetou und Old Shatterhand (Lex Barker) wieder her, die man zuletzt in „Winnetou – Teil III“ auf der Leinwand gesehen hatte. Mit "Winnetou und das Halbblut Apanatschi" kehrte Produzent Horst Wendlandt deshalb zu diesem alten Erfolgsgespann und -rezept zurück. Winnetou bekam als Partnerin dieses Mal die damals noch unbekannte Uschi Glas, für die es erste große Filmrolle war. Obwohl auch dieser Karl-May-Film nicht mehr an die Erfolge der Winnetou-Trilogie anknüpfen konnte, war er für die Constantin Film der erfolgreichste Film der Saison 1966/1967.
Die Dreharbeiten standen von Beginn an unter einem schlechten Stern. Als Regisseur wurde zunächst Paul May verpflichtet, der allerdings den Zeitplan der Dreharbeiten nicht einhalten konnte. Als Retter in der Not erwies sich dann Harald Philipp, was aber zur Folge hatte, dass alle schon abgedrehten Szenen nachgedreht werden musste. Denn sie gefielen dem Regisseur nicht. Ein plötzlich auftretender Sommersturm zerstörte die gerade für etwa 200.000,- Euro aufgebaute Western-Stadt Rocky Town. Für die Aufnahmen musste sie dann ein zweites Mal aufgebaut werden. Mit Hand anlegen beim Löschen mussten dann kurze Zeit später auch Pierre Brice und Lex Barker, um sie zum zweiten Male vor der Zerstörung zu bewahren.
„Winnetou und das Halbblut Apanatschi“ ist ein bunter Mix aus allen bekannten Winnetou-Verfilmungen. Einmal mehr kann Götz George als heißblütiger Cowboy agieren und wieder einmal geht es um einen Schatz. Ähnlich wie bei „Unter Geiern“ wird zu Beginn des Films eine Familie von Banditen heimgesucht und ein Rachefeldzug nimmt seinen Lauf um die Verbrecher zur Rechenschaft zu ziehen. Dann kommt erneut ein Zug ins Spiel, der wie schon in „Winnetou – Teil 1“ eine wichtige Rolle in hatte. Hier hätte man sich ruhig ein wenig Neues einfallen lassen können und so verwundert es dann auch nicht, dass „Apanatschi“ der letzte wirklich erfolgreiche Winnetou-Film war. Was nach ihm kam, war ein letztes Aufbäumen, welches nicht funktioniert hat. Er ist zugleich das letzte Abenteuer von Winnetou und Old Shatterhand für Rialto und unter der Leitung von Horst Wendlandt.
DVD-Aufarbeitung:
Das Bild dieser DVD ist eine Spur schlechter als bei „Der Schatz im Silbersee“. Die Schärfe ist etwas schwächer und das Bild wirkt oft etwas unruhig. Die Farben sind kräftig und leuchtend. Defekte und Verschmutzungen wurden auch hier sehr gut entfernt. Der Raumklang hat auch bei diesem Filmeinen Upmix auf Dolby Digital 5.1 erfahren und konzentriert sich ebenfalls auf die Filmmusik, die sich nun im ganzen Raum verteilt und für räumliche Effekte sorgt. Auch wenn er im Vergleich zum „Silbersee“ etwas zurückfällt, so ist es auf alle eine gewaltige Verbesserung gegenüber der Mono-Tonversion.
Fazit:
Nach der grossartigen "Winnetou"-Trilogie und "Der Schatz im Silbersee" kann Horst Wendlandts letztes Filmabenteuer mit Winnetou und Old Shatterhand die Erwartungen nicht erfüllen. Zu sehr kommt der Film als bunter Mix aus allen bisherigen Filmen daher und weiss mit keiner neuen und spannenden Story zu überzeugen. Etwas mehr Mut zu Neuem hätte der Serie nicht geschadet.
Daten zur DVD:
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Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch
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