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Karl May Collection I - DVD 3: Winnetou und sein Freund Old Firehand

Karl May Collection I - DVD 3:
Winnetou und sein Freund Old Firehand

Story:
Der junge Apachen-Häuptlingssohn Winnetou (Pierre Brice) und seine Schwester Nscho-tschi (Marie Versini) werden mitten in der Wildnis von der Bande des skrupellosen Silers (Harald Leipnitz) überfallen. Da die Geschwister gegen die Übermacht nichts ausrichten können, fliehen sie. Im letzten Augenblick erhalten sie Hilfe von dem Trapper Old Firehand (Rod Cameron). Gemeinsam erreichen sie das Grenzstädtchen Miramonte, in dem Silers’ Bruder Billy-Bob (Walter Witz) wegen Falschspiels und Mordes gehängt werden soll. Silers lässt den Ort belagern, um seinen Bruder freizupressen. Selbstlos stellen sich Winnetou, Nscho-tschi und Old Firehand dem Desperado entgegen und organisieren den Widerstand. Doch da entdeckt Old Firehand in der Stadt seine alte Liebe Michelle (Nadia Gray) und deren Sohn Jace (Jörg Marquard) – seinen Sohn…

Meinung zum Film:
"Winnetou und sein Freund Old Firehand" ist eigentlich kein richtiger Karl-May-Film. Die harten und brutalen Django-Western zogen in Europa Ende der 60er die Massen in die Kinosäle und man orientierte sich daher an den harten Westerntypen, auch im Hinblick auf einen internationalen Export. In die amerikanische Romanvorlage "Thunder at the border" von David DeReszke wurden die bekannten Karl-May-Romanfiguren nur eingearbeitet. Auch fehlen die unverwechselbare Musik von Martin Böttcher und die abwechslungsreichen Landschaftsbilder Kroatiens, die mit einem Karl-May-Film verbunden sind. Noch einmal versuchte Horst Wendlandt der Filmreihe eine neue Richtung zu geben. Die Kämpfe sind härter, die Banditen grausamer und ein neuer Westernheld wurde eingeführt: Old Firehand. Zwar wirkt Rod Cameron sympathischer als etwa Stewart Granger als „Old Surehand“, einem Lex Barker konnte er aber nicht das Wasser reichen.

Ein großes Manko des Films ist die Story, die man zynisch ausgedrückt, als misslungene Kopie von „Die glorreichen Sieben“ bezeichnen könnte. Wie in dem Western-Klassiker leidet auch hier ein mexikanisches Dorf unter dem Terror einer skrupellosen Bande und wehrt sich erst, als Firehand, Winnetou und ihre Gefährten eintreffen und den Widerstand organisieren. Daneben gibt es noch eine Vater-Sohn-Geschichte, die zu stark konstruiert wirkt und nicht wirklich in den Film passt. Zu sehr bremst sie den Fluss der Geschichte und gleichzeitig sorgt sie dafür, dass Winnetou wie schon neben Old Surehand nur zur Nebenfigur degradiert wird.

Die Inszenierung als solches ist gelungen und hätte man weniger kopiert und mehr auf die Handlung geachtet, hätte dieser Film ein wirklich guter Abschluss der Winnetou-Filmreihe werden können. So bleibt „Winnetou und sein Freund Old Firehand“ nur als letzter und schwächster Film der Reihe in Erinnerung, dies nicht zuletzt auch wegen der fehlenden Musik von Martin Böttcher, die wesentlich zum positiven Eindruck des Films beigetragen hätte. Definitiv das letzte Filmabenteuer von Winnetou ist der Film „Winnetou und Shatterhand im Tal des Todes“, der aber nicht von Horst Wendlandt und Rialto produziert wurde. Eine Fernsehserie im Jahre 1979 mit dem Titel „Mein Freund Winnetou“ und eine im Jahre 1996 („Winnetous Rückkehr“) sorgten noch einmal für eine Rückkehr des großen Apachenhäuptlings.

DVD-Aufarbeitung:
Das Bild dieser DVD bewegt sich auf dem Niveau von „Apanatschi““. Die Schärfe ist etwas schwächer als beim „Silbersee“. Die Farben sind kräftig und leuchtend. Defekte und Verschmutzungen wurden auch hier sehr gut entfernt. Diesen Film gibt es nur mit der Mono-Tonspur und auch nicht in der englischen Version. Trotzdem lässt er es immer wieder aus den Boxen krachen. Dass die Musik etwas blechern tönt liegt nicht an der Tonspur sondern am Komponisten.

Das Bonusmaterial der ersten Collection ist auf dieser DVD untergebracht und wartet mit ein paar netten Leckerbissen auf. Hier sind die ersten zwanzig Minuten der sechzigminütigen Interview-Dokumentation drauf, in der sich Götz George, Pierre Brice, Ralf Wolter, Martin Böttcher usw. an die Dreharbeiten erinnern und die exklusiv für diese DVD-Veröffentlichung produziert worden ist. Dazu gibt es vier Ausschnitte aus Wochenschauen, in denen auf die Dreharbeiten zu den Karl May-Verfilmungen hingewiesen wird. Natürlich dürfen die Kinotrailer nicht fehlen und eine Fotogalerie zeigt bisher unveröffentlichte Bilder von den Dreharbeiten. Das Filmfehler-Quiz weißt auf ein paar ganz nette Patzer in den beiden Filmen „Der Schatz im Silbersee“ und „Winnetou und das Halbblut Apanatschi“ hin. Wirklich toll gemacht ist auch das Booklet. Dort findet der interessierte Fan ein Kurzportrait zu Karl May, Infos zur Restaurierung der Filme und Auszüge aus der Berichterstattung rund um die Kinoveröffentlichungen dieser drei Filme. Die Collection präsentiert sich in einem sehr schönen Digipack, welches den Karl May-Büchern nachempfunden ist.

Fazit:
„Winnetou und sein Freund Old Firehand" hat nicht mehr all zu viel mit Karl May zu tun und ist der mit Abstand schwächste Film der erfolgreichen Filmreihe. Nichtsdestotrotz gehört er in diese Collection. Das Bonusmaterial der Collection befindet sich auf dieser DVD und hält besonders für Fans der Filme ein paar tolle Leckerbissen bereit.


Daten zur DVD:

Special Features:
  • Original Kinotrailer
  • Exklusive Interview-
    Dokumentation mit Götz George, Pierre Brice, Martin Böttcher u.a.
  • Vier Originalmitschnitte der Wochenschau
  • Filmfehler-Quiz
  • Fotogalerie mit seltenen Setfotos
  • 20-seitiges Booklet
Sprachen und Tonformate:
  • Deutsch:
    Dolby Digital 2.0
    Dolby Digital 2.0
Bildformat:
2,35:1
2,35:1
Untertitel:

Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch

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Winnetou und sein Freund Old Firehand
Winnetou und sein Freund Old Firehand

Die letzte Winnetou-Verfilmung von Horst Wendlandt ist ein misslungener Versuch der Filmreihe eine neue Richtung zu geben!
Autor der Besprechung:
Marcel Lanthemann

Filmdaten:

Produktionsland,-jahr:
Deutschland/Jugoslawien, 1966
Vertrieb “Deutschland“ :
Universum Film
Vertrieb “Schweiz“ :
Impuls Home Entertainment
Laufzeit:
90:32 Minuten

Regie:
Alfred Vohrer
Drehbuch:
Harald G. Petersson (nach dem Roman "Thunder at the Border" von David DeReszke)
Darsteller:
Pierre Brice, Rod Cameron, Marie Versini, Harald Leipnitz, Todd Armstrong, Rik Battaglia, Nadia Gray

DVD-Verleihstart “Deutschland“ :
2.05.2005
DVD-Verkaufsstart :
2.05.2005
DVD-Verleihstart “Schweiz“ :
2.05.2005
DVD-Verkaufsstart “Schweiz“ :
2.05.2005

FSK-Freigabe:
FSK 12


Special vom: 24.04.2005
Autor dieses Specials: Gastautor
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