Karl May Collection II - DVD 1: Unter Geiern
Story:
Am Rande des berüchtigten Wüstengebietes Llano Estacado steht das Haus des Bärenjägers Baumann (Walter Barnes). Als der mit seinem Sohn Martin (Götz George) und seinem Freund Winnetou (Pierre Brice) von der Jagd heimkehrt, findet er sein Heim niedergebrannt, seine Frau wurde ermordet. Alles deutet auf einen Überfall der Schoschonen hin – doch in Wirklichkeit waren es die „Geier“, eine Bande heimtückischer Banditen, die den Llano seit geraumer Zeit unsicher machen. Aus Schmerz über den Tod seiner Frau provoziert der alte Baumann den jungen Schoschonen-Häuptling Wokadeh (Gojko Mitic), so dass es zum Krieg zwischen ihm und den Indianern kommt. Durch diesen Konflikt haben die Geier freies Spiel. Geschickt schleichen sich ihre Spione in die Siedlertrecks ein und führen diese ins Verderben. Während Winnetou den Mörder von Baumanns Frau jagt, versucht sein Gefährte Old Surehand (Stewart Granger) mit Old Wabble (Paddy Fox) und Baumann die Siedler zu retten. Martin Baumann wagt sich derweil in die Höhle des Löwen – mitten ins Hauptquartier der Geier ...
Meinung zum Film:
Mit einem neuen Karl-May-Helden wartete "Unter Geiern" auf. Der damals 51jährige Hollywood-Mime Stewart Granger kam gleich mit zwei Koffern voll Western-Ausstattung zu den Dreharbeiten nach Jugoslawien. Das Kostüm für seinen Old Surehand sollte so authentisch wie möglich sein. Partnerin von Pierre Brice war Elke Sommer, mit der er bereits 1961 zusammen den Film "Sie nennen es Liebe" von Max Pechas gedreht hatte. Sie gelangte durch das Produzenten-Arrangement, dem auch die Entstehung von "Old Shatterhand" zu verdanken war, zu ihrer Rolle als Annie. Obwohl Elke Sommer bereits für den amerikanischen Markt drehte, erhielt Stewart Granger mit 75.000 Dollar damals die höchste Gage, die ein Karl-May-Darsteller erhielt. Ursprünglich sollte in „Winnetou und der Bärenjäger“ wieder Lex Barker als Old Shatterhand auftauchen, doch Wendlandt gelang das Kunststück, den englischen Schauspieler Stewart Granger zu verpflichten. Barkers Rolle wurde umgeschrieben und aus Old Shatterhand wurde Old Surehand.
Dies brachte auch eine Änderung des Filmtitels mit sich und so besann man sich wieder eines Karl-May-Buchtitels: „Unter Geiern“. Horst Wendlandt erhoffte sich sehr viel von Granger und seinem neuen Helden und sah darin die Chance, der Karl May-Reihe einen neuen Impuls zu verschaffen. Doch dafür war es längst zu spät und gerade die Filme mit Old Surehand als Hauptfigur trugen zum Niedergang des Erfolgs dieser Filmreihe mit bei. Denn obwohl Pierre Brice als Winnetou der Star der Filme war, bekam er wesentlich weniger Leinwandpräsenz. Dazu beigetragen hat nicht zuletzt Stewart Granger, der anfing, am Drehbuch und an der Größe seiner Rolle rumzumeckern. Er war ja schließlich der große Hollwoodstar und nicht dieser nur französisch sprechende Brice. Die Quittung der Fans folgte schon bald nach der Premiere. Sie waren enttäuscht, zumal Grangers Darstellung des Old Surehand ganz massiv von der aus den Büchern abwich.
Trotz allem ist „Unter Geiern“ der beste Film mit Old Surehand. Der etwas andere Humor und die Leichtigkeit von Grangers Schauspiel sind eine gelungene Abwechslung zu den bis dato veröffentlichten Filmen mit Brice und Barker. Aber die wenigen Szenen von Winnetou lassen den großen Häuptling der Apachen zur Nebenfigur verblassen und sorgen dafür, dass zumindest ansatzweise noch etwas Karl-May-Gefühl aufkommt. Götz George wirbelt erneut als Luftikuss durch den Film und sorgt für einige Actioneinlagen. Mit Elke Sommers appetitlichen Formen hält eine gehörige Prise Sex Einzug in die Karl-May-Filme. Die Zeiten naiver Unschuld einer Marie Versini oder Karin Dor sind vorbei.
DVD-Aufarbeitung:
In technischer Hinsicht gilt für „Unter Geiern“ die gleiche Bewertung wie für den „Silbersee“. Die Schärfe ist fast durchweg gut und lässt nur ab und zu bei Szenen mit vielen Bewegungen etwas nach. Die Farben sind kräftig und leuchtend. Defekte und Verschmutzungen wurden sehr gut entfernt und fallen nirgends störend auf. Der Kontrast sorgt in dunklen Bildbereichen für ein gutes Bild. Die Tonqualität bewegt sich auf einem guten Niveau. Bei den Dialogen kommt es ab und an zu Verzerrungen. Aber der Film hat doch schon einige Jahre auf dem Buckel. Der Raumklang hat einen Upmix auf Dolby Digital 5.1 erfahren. Dieser konzentriert sich auf die Filmmusik, die sich nun im ganzen Raum verteilt und für räumliche Effekte sorgt. Aber auch Geräusche, wie zum Beispiel die Schüsse, sind aus den unterschiedlichen Boxen zu hören.
Fazit:
„Unter Geiern“ sollte der Reihe neue Impulse geben. Dies ist auch gelungen, nur konnten sich die Fans der Filmreihe nicht dafür erwärmen. Die Filme wurden härter und Winnetou wurde zur Nebenfigur degradiert. Stewart Granger spielte seine Figur des Old Surehand mit viel Witz und Leichtigkeit, die für eine gute Abwechslung sorgte – auch wenn die Kinobesucher Mitte der sechziger Jahre nicht der gleichen Meinung waren..
Daten zur DVD:
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Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch
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Unter Geiern Unter Geiern
Winnetou reitet zum ersten Mal an der Seite von Old Surehand
Autor der Besprechung:
Marcel Lanthemann
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr: Deutschland/Jugoslawien, 1964
Vertrieb : Universum Film
Vertrieb : Impuls Home Entertainment
Laufzeit: 95:19 Minuten
Regie: Alfred Vohrer Drehbuch: Eberhard Keindorff, Johanns Sibelius, Harald G. Petersson mit Manfred Barthel (nach dem Roman "Unter Geiern" von Karl May)
Darsteller: Pierre Brice, Stewart Granger, Elke Sommer, Götz George, Paddy Fox, Walter Barnes
DVD-Verleihstart : 2.05.2005
DVD-Verkaufsstart : 2.05.2005
DVD-Verleihstart : 2.05.2005
DVD-Verkaufsstart : 2.05.2005
FSK-Freigabe:
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