Karl May Collection III - DVD 2: Winnetou - 2. Teil
Story:
Immer wieder kommt es durch skrupellose Verbrecher zu Kämpfen zwischen Indianern und weißen Siedlern. Winnetous (Pierre Brice) Ziel ist es, Frieden zwischen den verfeindeten Parteien zu schließen. Bei einer Friedenskonferenz in Fort Niobara gelingt es ihm, alle großen Häuptlinge mit den Weißen zu versöhnen. Doch sein Gegenspieler Forrester (Anthony Steel) versucht, die Indianer um ihr Ölvorkommen zu betrügen, und gefährdet dabei den neu geschlossenen Friedensbund. Winnetou und Old Shatterhand (Lex Barker) können gerade noch rechtzeitig eingreifen und das Schlimmste verhindern. Im Trubel dieser Ereignisse verliebt sich der Häuptling der Apachen in die Tochter des Häuptlings der Assiniboins, Ribanna (Karin Dor), - doch seine Liebe zu Ribanna wird auf eine große Probe gestellt.
Meinung zum Film:
Zwischen Grizzlybären und Tropfsteinen findet Winnetou in dem 2-Millionen-Euro-CinemaScope-Film seine große und einzige Liebe Ribanna und muss sie dem Frieden zwischen Weiß und Rot opfern. Mit Karl May hat dieser Karl-May-Film nur noch entfernt zu tun. Wer Karl May gelesen hat, weiß, dass Winnetou nur platonisch lieben durfte. Gleich zu Anfang von "Winnetou II" rettet Winnetou Ribanna vor einem wütenden Bären. Zu diesem Zweck wurden drei Bären aus dem Zirkus Althoff aus Deutschland inklusive ihrem Dompteur importiert. Um die Bären an Winnetou zu gewöhnen, trug der Dompteur schon während des Transportes nach Kroatien das Filmkostüm Winnetous. Schließlich gelang mit einem ausgestopftem Exemplar, einigen Tricks, der entsprechenden Schnitttechnik, viel Himbeersaft, Zucker und Marmelade ein spektakulärer Bärenkampf. Neben der Vernichtung eines Indianerdorfes durch Feuer, eine von Old Shatterhand katapultierte Bombe war der Filmhöhepunkt der Ölbrand in New Venango. In einer Sandabbaugrube bei Stobrec inszenierte Pyrotechniker Erwin Lange in vier Nächten mit 3.000 l Benzin, Dieselöl und Benzol den Brand der Ölfelder. Einzelne Filmsequenzen dieses Riesenbrandes wurden im "Ölprinz" wieder verwendet.
Eine lustige Begebenheit am Rande: Pierre Brice alias Winnetou ritt in "Winnetou II" zwei Pferde. Das eine wurde für reine Reitszenen eingesetzt. Das andere war das Double des Reitpferdes für Tricks. Leider verstarb dieses Pferdedouble und man hatte nur noch einen speziell ausgebildeten Schimmel zur Verfügung. Winnetou auf einem Schimmel? Mit einem Spezialfärbemittel für Tierfelle wurde man diesem Problem Herr. Die gewaltigste Location waren die Adelsberger Grotten bei Postojna - die schönsten Tropfsteinhöhlen Europas. Um nicht durch den Besucherstrom gestört zu werden, zog der Drehstab in den hinteren Teil des 24 km langen Grottensystems, das mit 61 Scheinwerfern ausgeleuchtet werden musste. Die Grotten wurden übrigens zum ersten Male in Farbe gefilmt.
"Winnetou II" konnte mit imponierenden Zahlen aufwarten: 3500 Komparsen, 2000 Pferdeeinsätze, 30 Autos, einem Bus, 158 Perücken, 25.000 Schuss Munition, 400 Pfeile, 10 km Kabel, einem Tierarzt, einem Arzt und - 44 Badehosen. Bei der Uraufführung 17. September 1964 in der 2003 wiedereröffneten Lichtburg in Essen begrüßte eine 18köpfige Indianergruppe von einem Sioux-Club in Düsseldorf unter einem großen amerikanischen Sternenbanner die angereisten Karl-May-Stars - umsäumt von 1.000 Schaulustigen.
Mit dem zweiten Teil der „Winnetou“-Trilogie zeigte die Karl-May-Reihe ihre ersten Ermüdungserscheinungen und Qualitätsverluste. Zwar versprüht auch der zweite Teil noch den gewissen Karl-May-Charme, der mit entscheidend für den Erfolg von „Der Schatz im Silbersee“ und „Winnetou – 1. Teil“ war, aber das Endprodukt zeugt von einer gewissen Nachlässigkeit bei der Inszenierung. Im Mittelpunkt steht viel weniger die Handlung, sondern vielmehr die optisch wirksam und technisch wohlarrangierten Massen- und Actionszenen, die Harald Reinl hervorragend umsetzen konnte. Dafür stellt der Film als einziger „Winnetou“-Film eine romantische – wenn auch tragisch endende – Liebesgeschichte in den Mittelpunkt. Die Chemie zwischen Karin Dor und Pierre Brice stimmt und die Szenen in den Höhlen der Assiniboins, in der sich die beiden ihre Gefühle füreinander gestehen, sind in ihrer naiven Art wohl einzigartig.
DVD-Aufarbeitung:
Die DVD bietet meist eine gute Bildschärfe. Allerdings haben sich immer wieder Szenen eingeschlichen, in denen sie etwas abnimmt. Zu Beginn des Films finden sich immer wieder deutliche Helligkeitsschwankungen, die aber schnell besser werden und im restlichen Film meist nur noch bei Außenaufnahmen mit viel Himmel auffällig werden. Die Farben sind schön kräftig und der Kontrast sorgt für ein sattes Schwarz. Die Vorlage wird von unterschiedlich starkem Rauschen begleitet, welches aber nur ganz selten einmal störende Ausmaße annimmt. Meist wurde es mittels Rauschfilter eingedämmt, wobei dann aber auch leichte stehende Rauschmuster entstanden sind. Die Tonqualität bewegt sich über weite Strecken auf einem guten Niveau. Nur selten klingt er dumpfer als man es beim vorliegenden Alter erwarten würde. Bei den Dialogen kommt es ab und an zu minimalen Verzerrungen. Der Raumklang hat einen Upmix auf 5.1 erfahren. Dieser kam in erster Linie der Musik zugute, welche sich nun immer wieder auf allen Lautsprechern breit macht und dadurch eine gewisse Räumlichkeit erzielt. Aber auch Geräusche, wie beispielsweise galoppierende Pferde findet man nun außerhalb des Centers. Besonders auffallend sind dann noch Schüsse, die aus den unterschiedlichen Boxen ertönen. Die Tonqualität unterscheidet sich nicht im Vergleich zu „Winnetou – 1. Teil“.
Fazit:
Der zweite Teil der Trilogie um Winnetou ist der romantischste Film der Reihe, der nicht mit schönen Landschaftsaufnahmen, prächtigen Farben und tollen Massenszenen geizt. Aber es machen sich schon erste Ermüdungserscheinungen breit. Vielleicht hätten längere Pausen zwischen den einzelnen Filmen der Qualität – insbesondere der Drehbücher – gut getan. Doch zu dieser Zeit war die Karl-May-Reihe auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs und den galt es auszunutzen – und auszukosten!
Daten zur DVD:
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Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch
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Winnetou - 2. Teil Winnetou - 2. Teil
Winnetou darf sich verlieben, aber für den Frieden opfert er seine einzig grosse Liebe! Autor der Besprechung:
Marcel Lanthemann
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr: Deutschland/Jugoslawien, 1964
Vertrieb : Universum Film
Vertrieb : Impuls Home Entertainment
Laufzeit: 91:15 Minuten
Regie: H.G. Petterson und Manfred Barthel (nach dem Roman "Winnetou - 2. Teil" von Karl May)
Darsteller: Pierre Brice, Lex Barker, Karin Dor, Mario Girotti, Anthony Steel, Ralf Wolter, Eddie Arent
DVD-Verleihstart : 2.05.2005
DVD-Verkaufsstart : 2.05.2005
DVD-Verleihstart : 2.05.2005
DVD-Verkaufsstart : 2.05.2005
FSK-Freigabe:
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