Karl May Collection III - DVD 3: Winnetou - 3. Teil
Story:
Auch im letzten Teil der Winnetou-Trilogie wird die heile Welt der Apachen von geld- und machtgierigen Banditen gefährdet. Diesmal ist es der Bösewicht Rollins (Rik Battaglia), der die Indianer mit Alkohollieferungen ruiniert, um an das kostbare Weideland zu gelangen, das er den Siedlern dann teuer verkaufen möchte. Ein letztes Mal gelingt es Winnetou (Pierre Brice), nach einer erbarmungslosen Treibjagd auf ihn, mit Hilfe seines Freundes Old Shatterhand (Lex Barker) seinen Stamm zu retten. Doch dabei wird er durch Rollins Kugel lebensgefährlich verletzt...
Meinung zum Film:
Eine Sturm der Entrüstung wehte 1965 durch ganz Deutschland: Winnetou stirbt - das Ende der Winnetou-Filme schien sich abzuzeichnen! Mit diesem Gedanken konnten sich die Kinogänger ganz und gar nicht anfreunden, doch der Ausgang des Filmes war klar vorgegeben. Auch wenn sich die Filme nur sehr vage an Karl Mays Vorlagen orientierten, der Apachenhäuptling würde im letzten Teil der Trilogie sterben. Horst Wendland nutzte diese Tatsache für seine wirkungsvolle Pressekampagne, die die Dreharbeiten zu dem 1,5 Mio. Euro teuren letzten Teil der Winnetou-Trilogie begleitete.
Die Naturschönheiten Kroatiens setzten Winnetous Tod wirkungsvoll in Szene, bedeutete aber mühselige und schweißtreibende Dreharbeiten. Für den Schlusskampf, bei dem Winnetou tödlich getroffen wird, hatte man sich die Rückseite des Mali Alan ("Nugget-tsil") ausgesucht. Diesen erreichte man nach einer halben Stunde nur zu Fuß auf einem schmalen Pfad und nach einer gewaltigen Kletterpartie. Die schweren Aufnahmegeräte, Blenden oder Kabel mussten von Männern getragen oder auf Maultieren verladen werden. Bei der Uraufführung von Winnetou III in der Essener Lichtburg am 14. Oktober 1965 fehlte Pierre Brice, da er sich in Paris einer Kieferoperation unterziehen musste. Hier erhielt auch Regisseur Dr. Harald Reinl eine Auszeichnung für seine 15jährigen Verdienste um den deutschen Film.
Was Harald Reinl mit dem dritten und letzten Teil der „Winnetou“-Reihe präsentiert, ist technisch perfekt gemachte Unterhaltung. Er setzt die Prärie in Brand, lässt das Pueblo der Apachen explodieren, Öl brennt auf den Flüssen und ganze Trecks versinken im Erdboden. Von Minute zu Minute wird dem Zuschauer klar gemacht, dieser Film nimmt kein gutes Ende. Als Zuschauer kommt man nicht mehr aus dem Staunen heraus – bis der entscheidende Schuss fällt und Winnetou tödlich getroffen in Old Shatterhands Arme sinkt. Noch einmal stellt die Filmreihe Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft in den Vordergrund, auch wenn jene Figur, die dies am deutlichsten vertritt, stirbt. Winnetou ist zwar tot, aber sein Geist lebt weiter – bis zum nächsten Film!
DVD-Aufarbeitung:
Die DVD bietet meist eine gute Bildschärfe. Allerdings haben sich immer wieder Szenen eingeschlichen, in denen sie etwas abnimmt. Zu Beginn des Films finden sich immer wieder deutliche Helligkeitsschwankungen, die aber schnell besser werden und im restlichen Film meist nur noch bei Außenaufnahmen mit viel Himmel auffällig werden. Die Farben sind schön kräftig und der Kontrast sorgt für ein sattes Schwarz. Die Vorlage wird von unterschiedlich starkem Rauschen begleitet, welches aber nur ganz selten einmal störende Ausmaße annimmt. Meist wurde es mittels Rauschfilter eingedämmt, wobei dann aber auch leichte stehende Rauschmuster entstanden sind. Beim dritten Teil muss man auf den englischen Ton verzichten. Ansonsten ergeben sich nur minimale Unterschiede zu den beiden anderen Filmen. Hier und da hört man leichtes Rauschen. Die Tonqualität bewegt sich über weite Strecken auf einem guten Niveau. Nur selten klingt er dumpfer, als man es beim vorliegenden Alter erwarten würde. Bei den Dialogen kommt es ab und an zu minimalen Verzerrungen. Der Raumklang hat einen Upmix auf 5.1 erfahren. Dieser kam in erster Linie der Musik zugute, welche sich nun immer wieder auf allen Lautsprechern breit macht und dadurch eine gewisse Räumlichkeit erzielt. Aber auch Geräusche, wie beispielsweise galoppierende Pferde findet man nun außerhalb des Centers. Besonders auffallend sind dann noch Schüsse, die aus den unterschiedlichen Boxen ertönen. In Bild- und Tonqualität kann auch der dritte Teil der „Winnetou“-Trilogie mit seinen beiden Vorgängern mithalten.
Das Bonusmaterial der dritten Collection ist auf dieser DVD. Hier sind die letzten zwanzig Minuten der sechzigminütigen Interview-Dokumentation drauf, in der sich nun Pierre Brice, Ralf Wolter, Marie Versini, Dunja Reiter, Rik Battaglia usw. an die Dreharbeiten erinnern und die exklusiv für diese DVD-Veröffentlichung produziert worden ist. Daneben gibt es ein seltenes Interview mit Dr. Harald Reinl aus dem Jahr 1985, welches für das Bayerischen Fernsehen produziert wurde. Vier Original-Ausschnitte aus der Wochenschau zeigen auf amüsante Art und Weise, wie vor 40 Jahren diese Filme dem Kinopublikum schmackhaft gemacht wurden und welch Erfolg diese Filme Mitte der Sechziger Jahre waren. Natürlich dürfen die Kinotrailer nicht fehlen und eine Fotogalerie zeigt bisher unveröffentlichte Bilder von den Dreharbeiten. Das Filmfehler-Quiz weist erneut auf ein paar ganz nette Patzer in den drei Filmen hin. Wirklich toll gemacht ist auch das Booklet. Dort findet der interessierte Fan ein Kurzportrait zu Karl May, Infos zur Restaurierung der Filme und Auszüge aus der Berichterstattung rund um die Kinoveröffentlichungen dieser drei Filme. Die Collection präsentiert sich in einem sehr schönen Digipack, welches den Karl-May-Büchern nachempfunden ist.
Fazit:
„Winnetou – 3. Teil“ hat bis auf den Tod von Winnetou nur noch sehr wenig mit der Buchvorlage zu tun und wird deshalb von den Karl-May-Fans als der schwächste Teil angesehen. Nichtsdestotrotz ist er einer der rasantesten, spannendsten und perfekt inszeniertesten Filme der Reihe. Harald Reinl baut das Ende von Minute zu Minute auf und treibt die Freunde in die Enge – bis zum bitteren und traurigen Ende. Es gibt wohl nur wenige Leute, die beim Tod des Apachenhäuptlings keine Tränen in den Augen haben.
Daten zur DVD:
|
Special Features:
- Original Kinotrailer
- Interview mit Harald Reinl
- Exklusive Interview-
Dokumentation mit Pierre Brice, Ralf Wolter, Marie Versini u.a.
- Vier Originalausschnitte der Wochenschau: "Dabei Film: Karl May Renaissance", "Dreharbeiten Winnetou II", "Ur-Aufführung in Essen Winnetou II" & "Ur-Aufführung in Essen Winnetou III"
- Filmfehler-Quiz
- Fotogalerie mit seltenen Setfotos
- 20-seitiges Booklet
|
Sprachen und Tonformate:
- Deutsch:
 Dolby Digital 5.1
- Deutsch:
 Dolby Digital 2.0
Bildformat:
2,35:1
|
|
|
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch
|
|  |
Winnetou - 3. Teil Winnetou - 3. Teil
Der grosse Häuptling der Apatschen stirbt - und wird doch in weiteren Filmen weiter leben! Autor der Besprechung:
Marcel Lanthemann
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr: Deutschland/Jugoslawien, 1965
Vertrieb : Universum Film
Vertrieb : Impuls Home Entertainment
Laufzeit: 89:50 Minuten
Regie: H.G. Petersson, J.Joachim Bartsch und Manfred Barthel (nach dem Roman "Winnetou - 3. Teil" von Karl May)
Darsteller: Pierre Brice, Lex Barker, Ralf Wolter, Rik Battaglia, Sophie Hard
DVD-Verleihstart : 2.05.2005
DVD-Verkaufsstart : 2.05.2005
DVD-Verleihstart : 2.05.2005
DVD-Verkaufsstart : 2.05.2005
FSK-Freigabe:
|