MILLION DOLLAR BABY - SPECIAL EDITIONDVD 1: Der Film
„Million Dollar Baby“, mit Vorschusslorbeeren und Auszeichnungen überhäuft, erscheint nun endlich auf DVD, und jeder kann sich selbst ein Bild machen, ob Clint Eastwoods („Dirty Harry“) 25. Regiearbeit wirklich so gut ist wie im Vorfeld gesagt. Um das gleich vorweg zu nehmen: Sie ist noch besser.

Eastwood nimmt sich alle Zeit der Welt, um die Beziehung zwischen ihm und seiner Schülerin in Szene zu setzen. Als Erzähler im Hintergrund wirkt hier Morgan Freeman („Bruce Allmächtig“) als Freund und Hausmeister Eddie, der dem Zuschauer die Geschichte Frankies näherbringt. Gleichzeitig ist es auch er, der Maggie hilft, im Boxsport Fuß zu fassen und die scheinbar unüberbrückbare Distanz zu Frank zu überwinden. Freemans und Eastwoods schauspielerische Leistung ist einmal mehr nur mit grandios zu beschreiben, aber auch Hillary Swank („The Core“) liefert eine Oscar-würdige Performance ab. Und so reicht es schon, dass fast 150 Minuten lang nur diese 3 Charaktere im Mittelpunkt stehen und die Nebendarsteller beinahe zu Statisten verkommen. Man wird von der Leistung dieser Schauspieler einfach gefangen genommen.
Das ist umso mehr bemerkenswert, da Regisseur Eastwood ein weiteres Mal nach „Mystic River“ ohne Special Effects auskommt und einfach eine Geschichte wie sie das Leben schreibt erzählt. Diese ist auch nicht wirklich leicht zu verdauen für den Zuschauer. Hier handelt es sich um einen Film, den man sich nicht einfach so im Vorbeigehen ansieht, besonders das letzte Drittel ist ziemlich heftig. Es kommen zwar durchaus einige humorige Szenen vor, diese werden jedoch mit einem Augenzwinkern präsentiert, wie eben von Männern, die schon alles gesehen haben, und denen jede weitere Wendung des Schicksals nur einen Schmuntzler entlockt. Deshalb wirkt auch die Figur des Danger Barch, die wohl nur zur Auflockerung eingebaut wurde, anfangs etwas störend, doch auch sie bekommt einen Sinn im Film, wie auch jede andere Szene eine Daseinsberechtigung hat und perfekt in das Gesamtwerk passt.
Die Boxkämpfe, in denen Maggie antritt, sind reichlich vorhanden, jedoch allesamt recht kurz gehalten. Wer also ein Schlagfeuerwerk à la Rocky erwartet, wird schwer enttäuscht sein. Es ist aber bei diesen Segmenten sehr gut zu erkennen, dass sich Eastwood sicherlich einige Kämpfe angeschaut und die Bewegungen der Athleten ausgiebig studiert hat. In diesem Film ist die Action im Ring wie sie wirklich ist: hart, blutig und nicht immer gibt es glorreiche Siege über 15 Runden. Aber für Maggie ist das der einzige Weg, ihr Leben zu lieben, und das kann auch Frank und der Zuschauer verstehen.
Fazit:
„Million Dollar Baby“ ist ein Film, der seine 4 Oscars mehr als verdient hat! Mehr gibt es dazu nicht zu sagen, sicherlich einer der besten Filme dieses Jahres.
DVD-Aufbereitung:
Das Bild hinterlässt einen guten Eindruck, wirkt sehr plastisch und trägt mit seinen dunklen Farben mit dazu bei, dass das Drama seine ganze Wirkung – besonders im letzten Drittel des Films seine volle Kraft entfaltet. Im Vergleich zu „Rocky“ und seinen zahlreichen Fortsetzungen ist Million Dollar baby zwar ein harter und grandios inszenierter Boxerfilm, der aber grösstenteils ruhig und bedächtig daher kommt. Dies zeigt sich dann auch in soundtechnischer Hinsicht. Wenn Maggie in den Ring steigt, dann verwandelt sich das Heimkino in eine Boxarena, in der rund um den Zuschauer herum die Zuschauer kreischen und die Schläge der Kontrahenten fast schon physisch zu spüren sind. Ansonsten hält sich der Ton zurück, bietet aber auch in diesen Szenen ruhigen Szenen genügend Spielraum um sich zu entfalten. Unterstütz wird er dabei vom Score, der einen nicht unwesentlichen Beitrag zur emotionalen Komponente des Films beiträgt.
Auf der ersten Disk sind noch neben weiteren Trailern aus dem Programm von Plazavista, noch Biografien der Darsteller und eine Bildergalerie zu finden. Das restliche Bonusmaterial ist auf der zweiten DVD zu finden. Einziger Wehmutstropfen an dieser DVD ist der fehlende Audiokommentar von Clint Eastwood. Gerade bei einem solchen Film, der neben drei weiteren Oscars noch den für die Beste Regie erhalten hat, wäre dieses Feature ein Highlight gewesen.
Autoren der Besprechung:
Thomas Embracher & Marcel Lanthemann
Copyright (c) 2005 der Bilder by Plazavista Entertainment