Weil Dumbledore vermutet, dass Harrys Name sicher nicht im Kelch gelandet ist, um ihn gewinnen zu lassen, bittet er Alastor „Mad-Eye“ Moody um Hilfe: Dieser exzentrische Lehrer unterrichtet in Hogwarts seit neuestem die Verteidigung gegen die Dunklen Künste und soll nun mit seinem besonders sensiblen Auge über den Nachwuchszauberer wachen, bis klar ist, was wirklich hinter den unheilvollen Vorfällen steckt.
Moody ist ein legendärer Auror, ein Jäger der dunklen Zauberer, dem man nachsagt, er habe das halbe Askaban-Gefängnis mit Voldemorts Gefolgsleuten gefüllt. Aber die Frontjahre im Kampf gegen das Böse haben ihre Spuren hinterlassen. Viele Narben zeugen von seinen Kämpfen, er leidet unter Verfolgungswahn und verlässt sich ganz auf sein magisches blaues Auge, um das Böse, das er in jeder dunklen Ecke vermutet, aufzuspüren und dingfest zu machen.
„Moody ist ein Revolverheld mit Zauberstab“, sagt Brendan Gleeson – der vielseitige Schauspieler hat sich mit hinreißenden Darstellungen wie in „Braveheart“ (Braveheart), „Cold Mountain“ (Unterwegs nach Cold Mountain), „Troy“ (Troja) und „The Gangs of New York“ (The Gangs of New York) profiliert. „Er hat die Guten vor so vielen Dämonen bewahrt, dass er völlig durchgedreht ist. Als ich mit Mike Newell über die Figur sprach, beschrieb er seinen Eindruck: Moody hat durch seine vielen Verwundungen erheblichen Schaden genommen. Es ist für mich eine sehr interessante Aufgabe, den Spannungsbogen dieser Figur herauszuarbeiten: Moody kommt als halbe Leiche in Hogwarts an, aber mit der Zeit fassen die Kids Vertrauen zu ihm.“

Moodys Wahnsinn hat durchaus Methode, auch wenn seine ruppige Art der Zuneigung die Schüler oft zu Tode erschreckt und die Kritik seiner Kollegen provoziert. „Mir gefällt vor allem, dass er mich an einige meiner eigenen alten Lehrer erinnert“, sagt Gleeson nachdenklich. „Für Lehrbücher und Samthandschuhe hat er einfach keine Zeit. Er will den jungen Männern und Frauen klipp und klar sagen, mit wem sie es zu tun bekommen: Das Böse gibt es wirklich, und sie müssen ganz genau wissen, worauf sie sich dabei einlassen. Moody ist praktisch der personifizierte Initiationsritus, er beschleunigt ihr Erwachsenwerden. Von der sanften Tour beim Umgang mit Harry und den anderen Schülern hält er nichts, denn sie müssen sich auf die harte Wirklichkeit vorbereiten.“
„Moody ist eine komplexe, schwierige Figur“, stellt Heyman fest. „Brendan hält das Ungestüm und den Humor der Rolle wunderbar im Gleichgewicht – dadurch wirkt er ebenso furchterregend wie sympathisch.“
„Ein Schauspieler von Brendans Kaliber und Vielseitigkeit ist die echte Ausnahme“, fügt Newell hinzu, der 1992 mit Gleeson das Familienabenteuer „Into the West“ (Into the West; auch: Das weiße Zauberpferd) gedreht hat. „Vielleicht gilt das ja für alle Iren, jedenfalls bringt Brendan eine Urwüchsigkeit mit, die ihn wild, aber auch staunend-unschuldig wirken lässt. Das passt wunderbar zur Darstellung dieser vielschichtigen Figur.“
Moodys durchdringend blaues Glasauge gestaltete der für die Monstereffekte zuständige Nick Dudman zusammen mit dem Leiter der visuellen Effekte, Jimmy Mitchell. „Das Auge entwickelt ein Eigenleben“, sagt Newell. „Aber wenn wir verraten würden, wie uns das gelingt, nähmen wir den Zuschauern ihre Illusion.“
Die Kostümbildnerin Jany Temime ließ sich beim Entwurf zu Moodys typischem schwarzen Mantel von den Italo-Western anregen: Die abgetragene Lederschwarte mit ihren vielen Schnallen wirkt so verschlissen wie ihr Träger. „Moody ist ein Krieger, kennt kein Heim, keine Heimat. Er lebt buchstäblich in seinem Mantel“, vermutet Temime. „Unser Team hat eine Woche gebraucht, um den Mantel angemessen alt und abgetragen aussehen zu lassen – als ob Moody ihn schon sein Leben lang getragen hätte.“

Während Moody Harry vor den geheimnisvollen, lebensbedrohlichen Mächten zu schützen sucht, muss der Teenager sich mit einer ganz andersartigen Gegnerin herumschlagen – der Sensationsreporterin Rita Skeeter. Skeeter ist so skrupellos wie penetrant – sie schreckt vor nichts zurück, kein Beweggrund ist ihr zu nieder, wenn es um ihre unverschämten Klatschkolumnen geht.
„Rita schreibt, was die Leute lesen wollen und was sie ihrer Meinung nach bei der Stange hält“, sagt die weltweit geschätzte Schauspielerin Miranda Richardson, bekannt durch Auftritte in so unterschiedlichen Filmen wie „The Hours“ (The Hours – Von Ewigkeit zu Ewigkeit), „Sleepy Hollow“ (Sleepy Hollow – Köpfe werden rollen), „Enchanted April“ (Verzauberter April) und Mike Newells Hit-Thriller „Dance With a Stranger“ (Dance With a Stranger) von 1985. „Sie setzt Himmel und Hölle in Bewegung, um die Story zu bekommen, die sie im Kopf bereits fertig geschrieben hat. Drohende Gefahren spornen sie erst an. Todesgefahr oder mögliche Unfälle ergeben prächtige Schlagzeilen: Dann legt sie richtig los.“
„Rita ist aalglatt und unerbittlich, weiß aber ihren Charme einzusetzen – so bekommt sie ihre Knüller“, erklärt Newell. „Miranda ist unglaublich begabt. Ihr Gefühl für komisches Timing ist unübertroffen, aber gleichzeitig kann sie so herrlich bedrohlich auftreten.“

Skeeter heizt die Stimmung gegen Harry Potter noch an, als er auf seltsame Weise für das Trimagische Turnier ausgewählt wird. Und sie lotet sein Privatleben aus – seins und Hermines. „Eine ekelhafte Person!“, beschwert sich Emma Watson. „Rita hat es offensichtlich auf Hermine abgesehen. Sie erkennt Hermines Schwächen und verstärkt sie noch: Sie merkt, dass Hermine weder als Bücherwurm noch als Streberin gelten will – schlägt also in eine ähnliche Kerbe wie Professorin Trelawney im dritten Film.“
Wen überrascht es da, dass die extravagante Journalistin sich so schrill kleidet, wie es ihrem Charakter entspricht. „Rita findet, dass sie immer dem Anlass entsprechend gekleidet sein muss: Die äußere Erscheinung ist genauso wichtig wie ihre – höchst eigenwillig interpretierte – Wahrheitspflicht den Lesern gegenüber“, sagt Richardson. „Sie ist überzeugt davon, dass sie als Einzige angemessen angezogen ist.“
„Ich ließ mich von den 1980ern inspirieren“, sagt Jany Temime über ihre Entwürfe zu Rita Skeeters Outfits. „Knallige Farben, kantige Linien, die mit dem von ihr recherchierten Thema korrespondieren. Ein Beispiel: Als die Wettkämpfer im Trimagischen Turnier ihre erste Aufgabe bewältigen und gegen die Drachen kämpfen, trägt Rita eine Art Schlangenleder mit Schuppen. Als sie beim Tauchen zuschaut, tritt sie nicht zufällig in ekelhaftem Giftgrün auf.“
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