Inmitten der Rätsel und spannenden Abenteuer bietet sich in „Harry Potter und der Feuerkelch“ immer wieder Gelegenheit für Szenen, die die Komik und den Herzschmerz des Erwachsenwerdens zeigen. Denn Harry muss sich nicht nur mit seinem plötzlich auftauchenden unsterblichen Feind herumschlagen, beim Trimagischen Turnier dem Tod ins Auge schauen, sich gegen die Einmischungen einer Reporterin und die massive Ablehnung durch seine Mitschüler wehren – er braucht auch eine Tanzpartnerin für den Weihnachtsball. Doch keine Magie hilft bei der peinlichen Unbeholfenheit, Schüchternheit und den Hormonschüben, die nun einmal die Schrecken der Pubertät ausmachen.
„Zu den wunderbaren Aspekten der Story zählt, dass sich Harry und seine Freunde allmählich für das andere Geschlecht interessieren – mit all der Tollpatschigkeit, die damit verbunden ist“, bemerkt Produzent David Heyman. „Mike Newell hat sehr viel Humor und eine unglaubliche Intuition für komödiantisches Timing – es ist also tragikomisch, mitzuerleben, wie die Teenager versuchen, sich einander zu erklären.“

Harry und seine Mitschüler sind wie angewurzelt, als die wunderhübschen Beauxbatons-Girls und die unglaublich maskulinen jungen Durmstrang-Männer die Flure von Hogwarts bevölkern.
„Als die Beauxbatons-Mädchen eintreffen, sind die Hogwarts-Jungen wie vom Donner gerührt“, sagt Newell. „Die Girls wirken derart feminin, dass den Boys – vor allem Ron – die Spucke wegbleibt.“
Jany Temimes Kostüme betonen die Unterschiede der drei Schulen und die Nervosität, die sich daraus ergibt. „Die Beauxbatons-Mädchen sind raffiniert und sehr selbstbewusst – also kleide ich sie in die sinnlichsten und weiblichsten Stoffe, die ich gefunden habe: feine Seide im Blau der französischen Flagge“, erklärt Temime. „Der Stoff passt sich den Körperformen an und bildet einen starken Kontrast zu den strengen Uniformen, die die Hogwarts-Mädchen tragen. Die Durmstrang-Boys strahlen mit ihrer groben, fast primitiv dicken Wollkleidung, schweren Stiefeln und Wollmänteln eine Männlichkeit aus, wie die Mädchen sie noch nie erlebt haben.“
Die Ankunft der Gastschüler und der Beginn des Trimagischen Turniers führt zu einer Veränderung in der Beziehung der besten Freunde Harry, Ron und Hermine. Erstmals kommt es zum Streit zwischen Harry und Ron.
„Ron glaubt, dass Harry seinen Namen in den Kelch getan hat, weil er für den Wettkampf ausgewählt werden wollte“, erklärt Rupert Grint. „Deshalb ist er echt wütend auf Harry und redet nicht mehr mit ihm. Er hat es satt, dass Harry ständig die Aufmerksamkeit auf sich zieht.“
Dazu Radcliffe: „Harry versucht bereits die Kritik von allen Seiten zu verdauen – man unterstellt ihm, er hätte selbst die Hand im Spiel, um für den Wettkampf ausgewählt zu werden. Gleichzeitig fürchtet er den wahren Grund, der zu seiner Auswahl geführt hat – das wächst ihm einfach über den Kopf. Sein Streit mit Ron ist dafür ein gutes Beispiel.“
Gleichzeitig sind Harry und Ron auch mit der Suche nach Tanzpartnerinnen für den Weihnachtsball völlig überfordert. Ron kapiert endlich, dass sich seine Gefühle für Hermine verändern. „Hermine ist sehr überrascht, als Viktor Krum mit ihr gehen will“, sagt Emma Watson. „Und Harry und Ron sind von diesem Umstand erst recht schockiert, vor allem Ron, der gerade erst begreift, dass Hermine ein Mädchen ist!“

„Wir haben immer schon gespürt, dass sich zwischen Ron und Hermine etwas entwickelt, obwohl wir uns beide dessen nicht bewusst waren“, überlegt Grint. „Doch in diesem Film gestehen beide sich das ein. Als Hermine mit Viktor Krum auf dem Weihnachtsball erscheint, kapiert Ron endlich, dass er etwas für sie empfindet.“
„Ron ist völlig fertig, als er Hermine am Arm eines anderen sieht – vor allem, weil der andere sein Idol ist: Viktor Krum“, stellt Heyman fest.
So panisch hat sich Harry in seinem ganzen Leben noch nicht gefühlt, als er dem sanften Charme seiner Hogwarts-Mitschülerin Cho Chang erliegt. „Mir hat an Harry immer gefallen, dass er auf Romantik und all das Zeug absolut mitleiderregend reagiert“, sagt Radcliffe. „Er hat keinen Schimmer, wie er sich in Gegenwart von Mädchen benehmen soll. Damit ist er in guter Gesellschaft all derer, die sich im Gespräch mit Mädchen unbeholfen vorkommen – das dürfte also wohl alle männlichen Wesen dieser Welt einschließen.“
Harry nimmt seinen ganzen Mut zusammen und bittet Cho, mit ihm auf den Ball zu gehen – mit bittersüßem Resultat. „Cho mag Harry sehr und sie will ihm nicht wehtun, aber sie hat bereits Cedric Diggorys Einladung angenommen“, sagt die 18-jährige Schauspieldebütantin Katie Leung aus Schottland, die die Rolle der Ravenclaw-Quidditch-Sucherin ergatterte, nachdem ihre Eltern sie überredet hatten, zusammen mit 5000 anderen hoffnungsvollen Mädchen am offenen Casting teilzunehmen.
Doch auch zwischen den Erwachsenen spinnen sich zarte Liebesbande: Hagrids Herz blüht auf, als er Madame Maxime erblickt, die traumhaft riesige Beauxbatons-Direktorin – diese Rolle übernimmt die renommierte Bühnendarstellerin Frances de la Tour („The Cherry Orchard“ / Der Kirschgarten, „Strike It Rich“ / Liebesroulette).
Dazu de la Tour: „Madame Maxime ist zwar 2,54 Meter groß, verdrängt aber völlig ihre gigantischen Ausmaße. Sie beschreibt sich selbst als großknochig! Die beiden kommen zwar aus völlig verschiedenen Welten – Maxime ist elegant und vornehm, Hagrid eher von rustikalem Charme – aber sie mag ihn wirklich.“

„Die Liebe hat so ihre Tücken, wenn man ein Riese ist“, stellt Robbie Coltrane fest. „Hagrid kann sein Glück gar nicht fassen, als das Beauxbatons-Team eintrifft und er eine Frau erblickt, die sogar noch größer ist als er!“
Heyman und die Schauspieler würdigen Newells Fähigkeit, dem Film einen unverkennbar britischen Touch zu verleihen. „Mike hat selbst eine Privatschule besucht und weiß genau, was es heißt, im Internat zu leben. Und er hat auch ein präzises Gespür für die jugendliche Anarchie, die man in solchen Schulen oft erlebt“, sagt Heyman. „Es gelingt ihm wunderbar, das Schulleben mit all seinen Unbequemlichkeiten und Peinlichkeiten darzustellen. Wir erleben Hogwarts lebendiger – und britischer – als je zuvor.“
Daniel Radcliffe sieht das ähnlich: „Mike ist Engländer, ein sehr englischer Engländer. Jeden Tag trug er seine Anzugweste, was mir gut gefällt – man erlebt es heute kaum mehr, dass jemand Westen trägt. Er hat ein unglaubliches Charisma und flößt uns großen Respekt ein. Doch er verinnerlicht den britischen Humor total und kann sich bestens in die Internats-Teenager hineinversetzen.“
Newell hatte eine Menge Spaß mit seinen jungen Darstellern – nicht zuletzt auch mit Oliver und James Phelps, die Rons ältere Zwillingsbrüder Fred und George Weasley spielen. Als Fred und George einen Zaubertrank schlucken, um älter zu werden und so den Kelch auszutricksen, damit sie am Turnier teilnehmen können, schießen sie über ihr Ziel hinaus: Zeitweilig verwandeln sie sich in runzelige Greise. Laut Drehbuch sollen sich die Zwillinge gegenseitig die Schuld geben und aufeinander losgehen, aber Newell war bei den ersten Wiederholungen der Szene mit dem Kampfgeist der Phelps-Brüder noch nicht zufrieden.
„Wer von euch beiden will sich mit mir prügeln?“, fragte der Regisseur. Ungläubig und sehr zögerlich meldete sich Oliver. Er kapierte kaum, was geschah, und schon hatte Newell ihn zu Boden gerungen.
„Ich wollte meine Ringerkünste eigentlich gar nicht demonstrieren, aber ich ergriff die Gelegenheit, um alle zum Lachen zu bringen – obwohl ich mir dabei eine Zerrung holte, die noch Monate später höllisch wehtat!“, grinst Newell. „Aber manchmal nützt es, mich vor all den Leuten lächerlich zu machen, die mich als Autoritätsperson erleben. Auch ich habe nicht auf alles eine Antwort parat, und die Mitarbeiter geben nur ihr Bestes, wenn sie mich nicht für vollkommen halten.“
© 2005 Warner Bros. Ent.
Harry Potter Publishing Rights © J.K.R.
Harry Potter characters, names and related indicia are trademarks of and © Warner Bros. Ent. All Rights Reserved.