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Die Eröffnung des Trimagischen Turniers

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DIE ERÖFFNUNG DES TRIMAGISCHEN TURNIERS – Teil 1

Die Dreharbeiten zu „Harry Potter und der Feuerkelch“ begannen im späten Frühling 2004 in den Leavesden Studios im englischen Hertfordshire. Nach den Aufnahmen im Studio und an Originalschauplätzen wie der Oxford University, Virginia Water in Surrey, Ashridge in Hertfordshire und Glen Nevis in Schottland fiel die letzte Klappe im März 2005. Das wohl kniffligste Problem des Drehs stellten die drei spannenden und gefährlichen Phasen oder „Aufgaben“ des Trimagischen Turniers dar. Bei der ersten Aufgabe tritt jeder Champion gegen einen anderen Drachen an. Der Wettkämpfer muss jeweils ein goldenes Ei ergattern, auf dem das gigantische Reptil brütet. Das Schicksal will es, dass Harry dem fürchterlichsten aller Drachen gegenübertritt – dem ungarischen Hornschwanz.

Diese mitreißende Sequenz beginnt in einer Arena, die aus den schottischen Felsen gehauen wurde. Das riesige Set wirkt wie die Mischung aus einem Steinbruch und einer mittelalterlichen Stierkampfarena – es entstand in zwei Teilen in den Leavesden Studios. „Der Set ist eines der größten der gesamten Filmserie, aber für einen Drachenkampf braucht man eben Platz“, berichtet Produktionsdesigner Stuart Craig – der dreifache Oscar-Preisträger („Der englische Patient“; „Gefährliche Liebschaften“; „Gandhi“) erhielt für seine Leistung in „Harry Potter and the Sorcerer’s Stone“ (Harry Potter und der Stein der Weisen) eine weitere Oscar-Nominierung. „Außerdem haben wir die Action nicht nur auf die Arena beschränkt. Wir wollten die gesamte herrliche Kulisse des schottischen Hochlands mit einbeziehen.“ „Die Drachenjagd geht weit über das Buch hinaus“, erklärt der für die visuellen Effekte verantwortliche Jim Mitchell. „Harry kann sein Geschick auf dem Besen wirklich beweisen, als der Hornschwanz ihn aus der Arena und hoch durch die Berge, über Brücken, Dächer und das Schulgelände jagt.“


Craig und Mitchell entwarfen den grimmigen Hornschwanz gemeinsam: Das übel gelaunte Monster ist mit einem Stachelpanzer bedeckt. „Ich habe den Look des Hornschwanzes ausführlich mit Stuart diskutiert“, sagt Mitchell. „Sollte er vier Beine haben, oder nur zwei und dafür Flügel? Weil man Drachen oft mit Dinosauriern vergleicht, entschlossen wir uns, ihm einen Raptor-artigen Körper mit Fledermausflügeln zu geben. Außerdem lassen wir ihn uralt aussehen, seine Schwingen sind zerfetzt – er soll den Eindruck machen, als ob er schon sehr viele Jahre auf dem Buckel hat.“ Während Mitchell und sein Team den Hornschwanz im Computer animierten, konstruierten und bauten John Richardson, Leiter der Spezialeffekte, und Nick Dudman, verantwortlich für die Monstereffekte und Masken, einen „echten Drachen“, ein 13 Meter langes animatronisch gesteuertes Biest, das mit einem voll funktionsfähigen Flammenwerfer ausgerüstet war. „Der Drache bewegt sich einerseits mit Hilfe der Animatronik, andererseits durch Bühnenarbeiter, die die Flügel per Hand bewegen“, beschreibt Dudman das Monster, das in der Szene auftaucht, in der Hagrid Harry nachts in den Wald führt, um ihn im Vorfeld des Turniers vor den Drachen zu warnen. „Die Bewegungen werden aus Sicherheitsgründen vom Computer gesteuert, denn der Flammenwerfer hat eine Reichweite von zehn Metern. Beim geringsten Patzer würde auf diese Distanz das halbe Stuntteam gegrillt!“


„Den Flammenwerfer haben wir sehr lange getestet“, berichtet Richardson. „Dabei musste eine Menge bedacht werden – die Sicherheit der Mitarbeiter am Set steht immer an erster Stelle. Man muss nämlich auch auf Rückzündungen gefasst sein – die Flammen können auch von der Seite kommen.“ Bei Harrys spektakulärem Kampf mit dem Hornschwanz wurde Daniel Radcliffe durch die Gegend geschleudert und baumelte am Dachrand, während sein Alter Ego von dem gnadenlosen Reptil gejagt wurde. „Der Drachenkampf erforderte großen sportlichen Einsatz und hat mir manchen Schrecken eingejagt!“, sagt Radcliffe. „Bei dem Stunt, als Harry vom Dach stürzt, baumelte ich kopfüber in 13 Meter Höhe buchstäblich an meinen Knöcheln. Dann stürzte ich plötzlich runter – mit dem Kopf zuerst. Angst hatte ich keine, weil unser Stuntteam bestens für unsere Sicherheit sorgt. Aber eine Sekunde lang lief doch mein bisheriges Leben wie ein Film vor meinen Augen ab!“


Bei der zweiten Aufgabe geraten die Champions sogar noch in größere Gefahr: Sie müssen ihre Freunde in den Wassertiefen des Schwarzen Sees aufspüren und retten. Was die Aufgabe noch komplizierter macht: Ihnen bleibt nur eine Stunde zur Lösung der Aufgabe, denn Harry fürchtet, dass ihre Freunde sonst nie mehr aus den dunklen Tiefen des Lochs auftauchen. „Im Schwarzen See gibt es Pflanzen, Felsen und Monster, wie man sie sich in einem schottischen Loch vorstellt – sie können dort Hunderte von Jahren existieren, ohne dass jemand sie entdeckt oder stört“, berichtet Stuart Craig über die von ihm entworfene mythische Unterwasserwelt. Die Filmemacher legen Wert darauf, dass die Filmhelden wie durch einen tiefen und trüben Fluss schwimmen – die in Kinofilmen üblichen Unterwasseraufnahmen im klaren blauen Wasser eines Swimmingpools wollten sie unbedingt vermeiden. „Die größten Probleme der Dreharbeiten ergaben sich durch die Unterwassersequenz“, erzählt Heyman. „Aufnahmen in einem echten Loch verboten sich wegen der Kälte des Wassers. Wir testeten ein Verfahren, das als ,Trocken statt nass‘ bezeichnet wird: Man hängt die Schauspieler an Drähte und bläst sie mit der Windmaschine an, um den Unter-Wasser-Eindruck zu simulieren. Aber das Haar wallte nicht überzeugend genug.“

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Special vom: 05.11.2005
Autor dieses Specials: Gastautor
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