Im Verlauf von drei Monaten baute das Drehteam eines der größten Unterwasser-Filmbecken Europas: 330 Quadratmeter Grundfläche und sieben Meter Wassertiefe, um die Schauspieler, die Stuntleute, das Taucherteam, das Kamerateam, die Bluescreen und die Kameraausrüstung unterzubringen. „Jeder Wassertropfen wurde alle 90 Minuten gefiltert – es war sicher reiner als Mineralwasser!“, beschreibt Richardson das ausgeklügelte Filtersystem des Beckens.
Richardson baute mit seinem Team eine spezielle Beobachtungsgalerie – Peter MacDonald und sein Team waren von den Schauspielern, den Tauchern und dem Unterwasser-Kamerateam durch eine besonders gesicherte, sechs Zentimeter dicke Glasscheibe getrennt. Die Anweisungen erhielten die Schwimmer durch den Regieassistenten des 2. Drehteams, Jamie Christopher, über ein ausgeklügeltes Funksystem. Eine „Trockenzone“ wurde eingerichtet, in der Radcliffe und seine Schauspielkollegen ihre Atemmasken für kurze Zeit abnehmen konnten, ohne dass sie auftauchen mussten, was durch den Druckausgleich immer Probleme in den Ohren verursacht.

Während das Becken noch gebaut wurde, machten Radcliffe und seine Kollegen einen Tauchkursus. „Ich bin nicht gerade ein guter Schwimmer, aber zum Glück fand ich das Schwimmen unter Wasser relativ einfach“, berichtet Radcliffe, der seine sechsmonatige Ausbildung in einem Schwimmbad begann, dann in größere Becken wechselte, um schließlich auf die Dreharbeiten in dem gewaltigen Tank vorbereitet zu sein. „Am schwierigsten fand ich, das Tauchen technisch zu bewältigen und dabei auch noch zu spielen. Ich durfte nie vergessen, dass Harry Kiemen hat, also gar nicht atmet. Also hatte ich sorgsam darauf zu achten, dass ich keine Luftblasen ausatmete. Um mich herum konnte ich überhaupt nichts erkennen, ich hörte nur Jamies völlig unwirkliche Stimme. Ein absolut bizarres Erlebnis, aber ich fand es echt toll.“
Stunt Co-ordinator Greg Powell verantwortete das Training und die Sicherheitsmaßnahmen für Radcliffe und die übrigen Schauspieler, die jeweils von vier Tauchern und dem Tauchmeister betreut wurden. „Daniel musste nicht nur schwimmen, spielen, Dialoge sprechen und auf Monster reagieren, die später per Computer hinzugefügt wurden“, berichtet Powell, „sondern er trug dabei auch Schwimmflossen an Händen und Füßen. All das absolvierte er sieben Meter tief unter Wasser in völliger Dunkelheit – bis ihm die Luft ausging und er das Zeichen gab: Einer der Stuntleute schwamm dann zu ihm hin und gab ihm seine Sauerstoffmaske zurück. Eine wirklich unglaubliche Leistung.“

Insgesamt verbrachte Radcliffe innerhalb von drei Drehwochen 41 Stunden und 38 Minuten unter Wasser. Ein Tauchgang dauerte sogar ganze 75 Minuten. „Das war echt cool!“, behauptet er enthusiastisch.
Der für die Effekte zuständige Nick Dudman und sein Team vertäuten Puppendoubles von Ron, Hermine, Cho Chang und Fleurs kleiner Schwester Gabrielle Delacour in den auf dem Grund des Beckens installierten Ruinen, wo Harry sich bemüht, die Fesseln seiner Freunde zu lösen. Dudman erklärt das komplizierte Verfahren: „Von jedem Schauspieler fertigten wir Körperabgüsse an. Den Puppen mussten wir jedes Haar einzeln annähen, die Hautfarbe wurde Schicht für Schicht aufgetragen. Es war nämlich notwendig, ein absolut perfektes Abbild vom Original herzustellen – die entsprechenden Bewegungen mussten so aussehen, als ob sie ganz friedlich waren oder schliefen. Um die Puppen im Wasser in der Schwebe zu halten, bauten wir entsprechende Tanks ein, die Kolben ließen sich je nach Bedarf fluten, um die gewünschte Höhe zu gewährleisten.“
„Dass die Unterwasserszenen gelungen sind, verdanken wir ausschließlich unserem Regisseur des 2. Drehteams, Peter MacDonald“, berichtet Newell anerkennend. „Ohne Peter hätte ich den Film niemals machen können. Seine Geduld und sein Fachwissen bei der Inszenierung dieser umfangreichen Sequenz, die buchstäblich Wochen in Anspruch nahm, sind beispiellos.“
Der für die visuellen Effekte verantwortliche Jim Mitchell schuf mit seinem Team per Computer eine Unterwasserwelt – von den Ruinen, die vielleicht einst zu Hogwarts gehörten, bis zu den bösartigen Wasserdämonen, die man Grindelohs nennt. „Ich erlebe sie als sehr unangenehme, entfernte Cousins der berühmten Kobolde aus Cornwall!“, beschreibt Mitchell die temperamentvollen Monster.
Bei der Suche nach seinen Freunden begegnet Harry unter Wasser auch einer Meerjungfrau, und die Filmemacher nahmen sich vor, sie „deutlich von allen bisherigen Meerjungfrauen abzusetzen“, wie Heyman sagt.

„Stuart und ich verpassten der Meerjungfrau einen Schwanz, der sich seitwärts bewegt, denn auf und ab haben sich die Menschen im Meerjungfrauenkostüm immer bewegt“, erklärt Mitchell. „Außerdem ist das Wesen länger als menschenmöglich, und es hat Haare aus Quallen-Tentakeln.“
Bei der dritten und letzten Aufgabe müssen die jungen Zauberer den Weg durch ein dichtes und unheimliches Labyrinth finden. Es besteht aus hohen, breiten Hecken und neblig trüben, dunklen Pfaden. Die Champions betreten das Labyrinth während der Dämmerung. Nichts dient ihnen als Orientierung außer einem gruseligen blauen Licht, das im Zentrum des ausgedehnten Parks leuchtet: Dort wartet der begehrte Trimagische Pokal auf sie.
„Wir hatten den Ehrgeiz, alle bisherigen Labyrinthe an Größe und Höhe in den Schatten zu stellen“, sagt Craig. „Es verwirrt und verstört – es ist einfach beklemmend!“
Dumbledore ermahnt die Champions, sich in dem lebendigen Labyrinth nicht zu verirren, denn offensichtlich führt es Böses im Schilde. „Diese Warnung kann auch den gegenteiligen Effekt haben“, erklärt Heyman. „Denn das Labyrinth hat eine ungeheure Ausdehnung – die Gefahr, sich darin zu verlieren, ist also einerseits real und fürchterlich. Andererseits handelt es sich um eine lebendige Kreatur, die sich an der Angst mästet: Sie lebt davon, dass die Eindringlinge unsicher werden.“
„Das Labyrinth ist echt gruselig – man kommt sich vor wie auf einem nächtlichen Friedhof“, kommentiert Newell. „Man bekommt es schon mit der Angst zu tun, wenn man sich vorstellt, dass es sich um das denkbar größte Labyrinth überhaupt handelt. Aber außerdem entwickelt es ein boshaftes Eigenleben, und es gelingt ihm, alle Eindringlinge glauben zu lassen, sie würden den Verstand verlieren. Die Wettkämpfer werden also immer verwundbarer, unkonzentrierter und unmenschlicher. Jedes Mal, wenn man sich im Labyrinth furchtbar erschreckt, verliert man eine weitere Schutzschicht – bis man völlig hilflos dasteht.“

Während die Dunkelheit zunimmt und die Wettkämpfer immer tiefer einhüllt, verengt sich das Labyrinth buchstäblich, umschlingt sie und greift sie an. Wie bei dem Drachen und dem Unterwasser-Abenteuer entstand auch das „reale“ Labyrinth in Gemeinschaftsarbeit von John Richardson mit seiner Spezialeffekte-Mannschaft und dem Team für visuelle Effekte unter Leitung von Jimmy Mitchell.
Richardson und Co. bauten mehrere Bereiche des Labyrinths, das 7,50 Meter hoch und 12 Meter lang war. Die computergesteuerten hydraulischen Wände waren so angelegt, dass sie sich jeweils einzeln bewegen ließen – aufs Stichwort bauschten sie sich auf und bedrängten die Schauspieler.
„Im Innern des Labyrinths befand sich ein schweres Stahlskelett, das die Schauspieler buchstäblich hätte erdrücken können, falls etwas schief lief“, berichtet Richardson. „Wir mussten also verschiedene Sicherheitsvorrichtungen einbauen, damit so etwas nicht passieren konnte… doch wenn man die Angst in den Gesichtern der Schauspieler sieht, dann sieht die ziemlich echt aus!“
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