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Halleluja Italo-Western-Box
Spaghetti-Western

Halleluja Italo-Western-Box

Story:
Man nennt mich Halleluja
Halleluja (George Hilton) kriegt vom mexikanischen Revolutionsführer General Ramirez (Roberto Camardiel) den Auftrag, eine Ladung mit wertvollem Schmuck zu rauben, die der mexikanische König in die USA transportieren lässt, um dafür Maschinengewehre zu kaufen. Doch es sind auch noch andere Leute hinter dem Schmuck her ...

Ein Halleluja für Camposanto
Ein geheimnisvoller Bandit erpresst eine Reihe von Ranchern um Schutzgeld. Als die beiden Greenhorn-Brüder John (Chris Chittell) und George McIntire (John Fordyce) in die Stadt kommen, versuchen sie, für Recht und Ordnung zu sorgen, doch leider können sie nicht mal mit Pistolen richtig umgehen. Kopfgeldjäger Camposanto (Gianni Garko) hilft den beiden, als aber sein ehemaliger Partner, der "Graf" (William Berger) mit dem Auftrag in die Stadt kommt, eben diese beiden Brüder zu eliminieren, kommt es an mehreren Ecken zu Konfrontationen ..

Sando Kid spricht das letzte Halleluja
Sando Kid (Peter Lee Lawrence) ist ein junger Ranger, der den Auftrag erhält, in seiner Heimatstadt Springfield aufzuräumen, denn der ehemalige Nordstaaten-Offizier Grayton (Espartaco Santoni) presst den einheimischischen Ranchern ihr Land ab, damit er seinen gewinnbringenden Eisenbahnbahnhof errichten kann ..

Meinung zum Film:
In der "Halleluja"-Box kommen endlich auch mal die komödiantisch angehauchten Italowestern zu ihrem Recht und so geht es bei allen drei Filmen eher heiter zu. Mit "Man nennt mich Halleluja" geht es gleich furios mit einem vom legendären Rainer Brandt synchronisierten Gagfeuerwerk los. George Hilton ("Ein Halleluja für Django") kalauert sich in diesem von Giuliano Carnimeo ("Django - Ein Sarg voll Blut") inszenierten Revolutionswestern durch's Geschehen, in dem mexikanische Revolutionäre, sowie eine Nonne (Agata Flori, "Beichtet, Freunde, Halleluja kommt") und ein Russe (Charles Southwood, "Roy Colt e Winchester Jack") hinter einem mit Schmuck gefüllten Täschchen her sind. Aber keine Sorge, Halleluja hat das Geschehen stets unter Kontrolle und so ist immer genug Zeit, selbst in brenzligen Situationen einen Spruch loszulassen. Zwar geht es für eine Komödie recht deftig zur Sache, etwa bei einer Notoperation, in der einem Mann eine Kugel entfernt wird oder als eine Frau vom Helden (!) mit der Faust ins Gesicht geschlagen wird, dennoch bleibt es unverständlich, wieso dieser Film bis vor kurzem indiziert war. Dank Koch konnte aber eine Listenstreichung und eine angemessene FSK-Freigabe ab 16 Jahren erreicht werden.

Weiter geht es mit einem "Halleluja für Camposanto". Hervorragend besetzt mit einem prächtig aufgelegten Gianni Garko ("Sartana") in der Titelrolle ist dies zwar einerseits der klamaukigste Vertreter in dieser Box, aber gleichzeitig thematisch auch sehr ernsthaft und glaubwürdig. Dass in "Camposanto" beispielsweise Schlägereien ausgiebig ausgekostet werden, liegt sicher nicht zuletzt an Enzo Barboni, der hier, genau wie bei seinen Arbeiten als Regisseur ("Die linke und die rechte Hand des Teufels"), unter einem Pseudonym ("E.B. Clucher") das Drehbuch schrieb. Hier gibt es schon einen Vorgeschmack auf die später noch folgenden, zahlreichen Zusammenarbeiten mit Bud Spencer und Terence Hill. Eine gute Wahl ist auch die Besetzung der Genre-Ikone William Berger ("Von Angesicht zu Angesicht", "Keoma") als Camposantos ehemaligen Partner und jetzigen Gegenspielers. Überhaupt ist nicht die eigentliche Hauptgeschichte, die Jagd auf den geheimnisvollen Bandenchef, sondern die Spannungen zwischen Camposanto und den "Grafen", der die Schützlinge Camposantos im Auftrag des Bandenbosses erledigen soll, am interessantesten. Nicht nur aufgrund seines seltsamen Mixes aus Klamotte und ernsthaften Western ist "Camposanto" eine echte Perle, die man unbedingt mal gesehen haben sollte - der ganz hervorragende Score von Bruno Nicolai ist das Tüpfelchen auf dem "i".

Den Abschluss bildet "Sando Kid spricht das letzte Halleluja" mit dem gebürtigen Deutschen Peter Lee Lawrence ("Sein Wechselgeld ist Blei") in der Titelrolle. Sando Kid ist stets gut gelaunt und hinterlässt einen sympathischen Eindruck, was die meisten Helden dieses Genres nicht von sich behaupten können. Ohne ins klamaukhafte abzudriften, spielt Lawrence seine Figur überzeugend und macht diesen Film zu einer guten Unterhaltung, bei der keine Langeweile aufkommt. Auch das Thema ist ernst, und abgesehen von einem deutlich schwulen Saloonbesitzer gibt es so gut wie keine Ausflüge in den Schenkelklopferhumor - gut so! Insgesamt sind alle drei Filme dieser Box sehr gut gelungen, es gibt mal mehr, mal weniger Klamauk und durchgehend gute Darsteller. Italowestern-Fans dürfen sich dieses Schmuckstück auf gar keinen Fall entgehen lassen!

DVD Aufarbeitung:
Die Bildqualität aller drei Filme ist ganz hervorragend geworden, so wie es bei den von Koch Media bisher veröffentlichten Western schon Standard ist. Bildverschmutzungen sind so gut wie keine zu entdecken und so kann man als Zuschauer die gesamte Bildschärfe und Farbenpracht genießen. Der Ton in Dolby Digital 2.0 ist sowohl auf deutsch als auch auf italienisch immer gut verständlich und erfüllt seinen Zweck.

An Extras gibt es zu jedem Film eine Bildergalerie, sowie die zum Film passenden italienischen Trailer, bei "Man nennt mich Halleluja" zusätzlich den deutschen. Zu diesem Film wurde darüber hinaus die deutsche Super-8-Fassung aufgetrieben und auf der DVD verewigt. Besonders interessant ist das rund 25-minütige Interview-Feature, in dem Regisseur Giuliano Carnimeo und die Darsteller Garko und Hilton zu Wort kommen und sich an die Halleluja-Filme erinnern. Dem schönen Digipak ist außerdem eine Soundtrack-CD beigelegt, sowie ein äußerst umfangreiches Booklet, das das Thema Religion im Italo-Western detailiert unter die Lupe nimmt.

Fazit:
Die "Halleluja Italo-Western"-Box ist filmisch liebevoll zusammengestellt und bietet einen schönen Überblick zum Thema "Halleluja", bzw. zum Subgenre der Italowestern-Komödie. Auch im Bezug auf die technische Qualität des gebotenenen Materials und den Extras ist die Box wieder mal ein absolutes Schmankerl und darf in keiner Italowestern-Sammlung fehlen.

Daten zur DVD:
FSK-Freigabe:
Bildformat:
Laufzeit:
FSK 16
2,35:1
2,35:1
Man nennt mich Halleluja
91:48 Minuten

Ein Halleluja für Camposanto
89:57 Minuten

Sando Kid spricht das letzte Halleluja
88:45 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch:
Dolby Digital 2.0 / Mono
Dolby Digital 2.0
Italienisch:
Dolby Digital 2.0 / Mono
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Umfangreiches Booklet
  • Soundtrack-CD
  • Trailer
  • Bildergalerien
  • Interview mit Giuliano Carnimeo, George Hilton und Gianni Garko
  • Super-8-Fassung von "Man nennt mich Halleluja"

 

Spaghetti-Western
Man nennt mich Halleluja / Ein Halleluja für Camposanto / Sando Kid spricht das letzte Halleluja
Testa t'ammazzo, croce... sei morto... Mi chiamano Alleluja / Gli fumavano le Colt... lo chiamavano Camposanto / Su le mani, cadavere! Sei in arresto

Andreas Schultz
Ein Halleluja für drei schöne Western
Autor der Besprechung:
Andreas Schultz

Filmdaten:

Produktionsland,-jahr:
Italien, 1971
Regie:
Guliano Carnimeo, León Klimovsky
Drehbuch:
Enzo Barboni, Tito Carpi
Darsteller:
George Hilton, Gianni Garko, William Berger, Peter Lee Lawrence

Vertrieb “Deutschland“ :
Koch Media Entertainment
DVD-Verleihstart “Deutschland“ :
04.12.2005
DVD-Verkaufsstart :
04.12.2005

Vertrieb “Schweiz“ :
Koch Media Entertainment
DVD-Verleihstart “Schweiz“ :
04.12.2005
DVD-Verkaufsstart “Schweiz“ :
04.12.2005


Special vom: 06.01.2006
Autor dieses Specials: Andreas Schultz
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