Story:
Django (Andrea Giordana) kehrt nach längerer Abwesenheit nach Hause zurück. Sein Vater wurde inzwischen vom Gangster Santana (Manuel Serrano) ermordet. Das behauptet jedenfalls Djangos Onkel Claudio (Horst Frank), der Santana kurz nach dem Mord am Vater erschossen hat. Inzwischen hat sich Claudio nicht nur des Familienerbes bedient, er hat auch Djangos Mutter geheiratet. Django glaubt der Geschichte nicht so recht, und versucht, den wahren Mörder zu finden.
Meinung zum Film:
Regisseur Enzo Castellari ("Töte alle und kehr allein zurück", "Keoma") drehte diesen Italowestern 1968 nach einem Drehbuch von Sergio Corbucci. Die Geschichte selbst lehnt sich mehr oder weniger locker an William Shakespears' "Hamlet" an. Der in der deutschen Fassung genannte "Django" heisst in der Originalfassung eigentlich "Johnny Hamilton", wobei hier die Ähnlichkeit zum Hamlet wesentlich deutlicher wird als bei der typisch deutschen, und hier schon ärgerlichen "Djangofizierung".
Es finden sich viele Parallelen im Film zum klassischen Hamlet-Plot. Da wäre zum Einen der Sohn Django, der nach einer Weile nach Hause zurückkehrt und seine Mutter mit Djangos Onkel, bzw. den Bruder des Vaters verheiratet vorfindet. Hamlets Helfer Horatio heißt im Original Dazio und ist immer dann zur Stelle, wenn es für Django heikel wird. Inszeniert wurde das Ganze äußerst spannend und wie es sich für einen richtigen Italowestern gehört, mit ein paar sehr schönen Landschaftsaufnahmen und der einen oder anderen, trickreichen Kamereinstellung, die das Werk auch optisch zu einem sehr gelungenen Vertreter seines Genres macht. Besonders eine Szene, in der Django vor dem Grab mit seinem Vater spricht, ist durch geschickte Kamerarotation sehr gut gelungen - in den Extras geht der Regisseur auch nochmal darauf ein, wie diese Einstellung gedreht wurde. Eine weitere Szene, in der eine Leiche im Wasser schwimmt, die in Wahrheit aber nur ins Bild kopiert wurde, kann auch eine ganz besondere Stimmung beim Zuschauer erzeugen. Auch inhaltlich gibt es keine Durchhänger, "Totengräber" wurde sehr ergebnisorientiert inszeniert und so wurde keine Zeit damit verschwendet, die Handung durch unwichtige Nebenplots in die Länge zu ziehen.
Darstellerisch überzeugt "Totengräber" ebenfalls. Hauptdarsteller Andrea Giordana ("Einladung zum Mord") gibt einen sehr guten Hamlet ab und spielt die Rolle des vaterliebenden und unerbittlich nach der Wahrheit suchenden Rächers durch und durch überzeugend. Horst Franks ("Timm Thaler") Auftritt als Brudermörder Claudio ist wie zu erwarten ein Selbstgänger, und so kann er als Bösewicht wieder mal einen "guten" Eindruck hinterlassen - schade nur, dass Frank sich in der deutschen Kinosynchro nicht selbst gesprochen hat, sondern auf einen anderen Sprecher zurückgegriffen wurde, der oftmals auch Klaus Kinski synchronisierte. Alles in allem ist es Koch mit "Django Die Totengräber warten schon" wieder mal gelungen, eine schon fast vergessene Perle des Westerngenre auszugraben und auf DVD zu veröffentlichen - unbedingt zugreifen!
DVD Aufarbeitung:
Die Bildqualität ist einfach nur als fantastisch zu bezeichnen. Bildfehler bzw. -verschmutzungen sind Fehlanzeige, statt dessen bestimmen gute Farben und eine angenehme Schärfe den guten Eindruck. Der Ton liegt wahlweise auf deutsch oder auf italienisch in Dolby Digital 2.0 vor und ist gut verständlich. Früher aus der deutschen Kinofassung geschnittene Szenen wurden wieder integriert, diese Szenen liegen auf italienisch mit deutschen Untertiteln vor.
An Extras gibt es den Trailer zum Film, sowie eine umfassende Bildergalerie mit Aushangfotos und sonstigen Materialien zum Film. Herzstück der Extras ist sicher das eigens produzierte Interview mit Enzo G. Castellari, in dem er interessantes nicht nur zum Film zu berichten hat. Zu Wort kommt ebenfalls der leider vor einigen Tagen verstorbene Filmkomponist Francesco de Masi. Ein Booklet mit Hintergrundinfos rundet die Extras ab. Verpackt wird der Western in einem schönen Digipak im Schuber, das dem "Hamlet"-Thema angemessen in einem "Reclam"-Design daherkommt.
Fazit:
"Django - Die Totengräber warten schon" ist allein schon von der Idee her, Hamlet in den Wilden Westen zu verlegen, einen Hingucker wert. Aber auch handwerklich ist der Film erstklassig und sollte in keiner Western-Sammlung fehlen. Die DVD ist technisch sehr gut, die Extras sind hochinteressant.
Daten zur DVD:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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96:08 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch: Dolby Digital 2.0
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Englisch: Dolby Digital 2.0
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Italienisch: Dolby Digital 2.0
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Untertitel:
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Keine
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Bonusmaterial:
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- Kinotrailer
- Bildergalerie
- Interview mit Enzo Castellari
- Booklet
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Django - Die Totengräber warten schon
Quella sporca storia nel west
Schiessen oder nicht schiessen, das ist hier die Frage!
Autor der Besprechung: Andreas Schultz
Filmdaten: Produktionsland,-jahr: Italien, 1968
Regie: Enzo G. Castellari
Drehbuch: Sergio Corbucci
Darsteller: Andrea Giordana, Gilbert Roland, Horst Frank
Vertrieb : Koch Media Entertainment DVD-Verleihstart : 11.11.2005
DVD-Verkaufsstart : 11.11.2005
Vertrieb : Koch Media Entertainment DVD-Verleihstart : 11.11.2005
DVD-Verkaufsstart : 11.11.2005
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