Edgar Wallace Edition 9
Story:
Die Katze von Kensington
Nachdem immer mehr erschossene Personen aufgefunden werden, bei denen eine Joker-Spielkarte liegt, begeben sich Inspektor Higgins (Joachim Kemmer) und seine Assistentin Barbara Lane (Julia Bremermann) auf die Suche nach dem Mörder.
Das Karussell des Todes
Nach dem Tod des reichen Lord Osborne ist für reichlich Aufregung bei der Erbin gesorgt, als ein Einbrecher in das Anwesen einbricht und nur durch Zufall an einem Diebstahl gehindert werden kann. Ein Fall für Inspektor Higgins (Joachim Kemmer) und seine Assistentin Barbara Lane (Julia Bremermann).
Der Blinde
In letzter Zeit werden immer wieder blinde Menschen in Verbindung mit dem Verschwinden junger Mädchen gebracht. Ob dies ein Zufall ist oder ob ein tatsächlicher Zusammenhang besteht, versuchen Inspektor Higgins (Joachim Kemmer) und Assistentin Barbara Lane (Julia Bremermann) herauszufinden.
Das Schloss des Grauens
Als ein gefährlicher Geisteskranker aus einer geschlossenen Anstalt flieht, machen sich Inspektor Higgins (Gunter Berger) und Assistentin Kate Nelson (Rebecca Immanuel) auf den Weg, um schlimmstes zu verhindern.
Meinung zum Film:
Als 1971 der letzte der RIALTO-Wallace-Filme in die Kinos kam, waren sich alle einig, dass die einstige Erfolgsgeschichte ein für allemal abgeschlossen werden sollte. Doch 1996 war der Privatsender RTL der Meinung, dass noch immer eine Menge Potential in den Romanen und vor allem in dem Namen Edgar Wallace steckt und so produzierte man acht neue Edgar-Wallace-Filme. Für die ersten drei, die 1996 entstanden, wurde als Regisseur der Österreicher Peter Keglevic ("Der Skipper") verpflichtet, der nach Drehbüchern von Simone Borowiak ("Frau Rettich, die Czerni und ich") und Hans Kantereit ("Frau Rettich, die Czerni und ich") versuchte, an den Erfolg der alten Wallace-Verfilmungen anzuknüpfen. Der vierte Film der Box entstand 1998 unter der Regie von Wolfgang F. Henschel ("Der Bulle von Tölz") und basiert auf einem Drehbuch von Bernd Eilert ("Otto - Der Film").
Die Rolle des heldenhaften Scotlard-Yard-Inspektors mit dem Namen Higgins übernahmen Joachim Kemmer ("Die Katze"), der vor allem durch einige Gastrollen in deutschen TV-Serien bekannt wurde, bzw. Gunter Berger ("Lieb Vaterland magst ruhig sein") in der vierten Episode. Assistentin Barbara Lane verkörperte Julia Bremermann ("Estelle"), die Kate Nelson wird von Rebecca Immanuel ("Männer sind was Wunderbares") dargestellt. Die Rolle des Yard-Leiters Sir John wurde mit dem gebürtigen Engländer Leslie Phillips ("Jenseits von Afrika"), bzw. mit Wallace-Veteran Eddi Arent im "Schloss des Grauens" besetzt. Mit Pinkas Braun ("Im Banne des Unheimlichen"), Harald Leipnitz ("Der unheimliche Mönch"), Friedrich Schoenfelder ("Der schwarze Abt") und der langjährigen Redaktionsassistentin Eva Ebner haben auch ein paar erfahrene Wallace-Recken meist kleinere Rollen in den Filmen. Der Harmonie hilft dies letzten Endes aber auch nicht.
Ein Schlag ins Gesicht aller Wallace-Freunde dürfte vor allem die Figur des Sir John sein. Dieser war zwar auch schon früher immer ein wenig schusselig, konnte sich aber die meiste Zeit noch einigermaßen angemessen benehmen und war wie der nette, leicht verwirrte Onkel, den jeder gerne um sich hat. Der neue Yard-Leiter hat hingegen nur noch wenig wirklich liebenswertes an sich. Die ganze Zeit über quält er sich ausschließlich mit seiner Führerscheinprüfung rum und es stellt sich ernsthaft die Frage, wie er mit seinem senilen Charakter morgens überhaupt den Weg ins Büro finden kann. Aber auch andere Figuren sind an Albernheit meist nur noch durch weitere Figuren aus den Köpfen der Drehbuchschreiber zu überbieten. So passt Ralf Richter ("Bang Boom Bang") zum Beispiel mit seinem ansonsten gern gehörten frechen Mundwerk in das ohnehin schon mit der Brechstange erzwungene britische Ambiente wie klare Brühe in ein Bierglas.
Inhaltlich stimmt aber noch weitaus weniger, bzw. überhaupt nichts. Die Geschichten wurden in die Neuzeit versetzt und Assistentin Barbara Lane läuft fast ständig mit ihrem Laptop durch die Gegend und holt dadurch wichtige Daten an den Tag. Edgar-Wallace-Krimis waren nie dazu gedacht, in modernen Ermittlungsszenarien zu spielen und dies merkt man auch zu jeder Sekunde. Dies ist allerdings nur sekundär von Wichtigkeit, da die zu Grunde liegenden Romane ohnehin fast nur als Einzeiler als Vorlage dienten und ansonsten die Drehbücher recht frei mit diesen umgehen. Die Demaskierung des Täters am Ende ist meist ein schlechter Scherz und die Geschichte bis zur Auflösung oftmals zäh und uninteressant. Selbst ein klein bisschen Spannung und ein wenig unterhaltsames Rätselraten, wer hinter den Ereignissen steckt, sind absolute Fehlanzeige. Die Drehbuchautoren haben es eindrucksvoll geschafft, aus dem Erbe Edgar Wallace' eine alberne Comedy-Veranstaltung zu machen, die problemlos in jede Freitag-Abend-Comedy-Show ohne jedes Niveau passen würde. Eine Ausnahme stellt "Das Schloss des Grauens" dar, der durchaus in Ansätzen ein wenig des alten Wallace-Feelings aufkommen lässt, aber insgesamt dennoch den Gesamteindruck der Box nicht retten kann. Aber immerhin reicht er aus, um die Hoffnung zu schüren, dass die 10. Editions-Box der Wallace-Reihe wieder für leichten Seh-Genuss sorgen kann.
DVD Aufarbeitung:
Das Bild ist selbst für TV-Verhältnisse nicht besonders gut. Vor allem das verhältnismäßig starke Rauschen hinterlässt keinen guten Eindruck. Der deutsche Ton in Dolby Digital 2.0 ist weitestgehend klar zu verstehen.
Extras gibt es auf den DVDs keine zu finden. Die Scheiben werden nicht wie bei den ersten 8 Boxen geschehen als Amarays im Umschlagkarton ausgeliefert, sondern in einem schön gestaltetem Digipak.
Fazit:
RTL hat mit den TV-Verfilmungen, die nur sehr lose auf Edgar-Wallace-Romanen basieren, eine alberne Comedy-Show inszenieren lassen, die Krimi-Freunde im Idealfall nur bitter enttäuschen wird. Klamaukhafte Dialoge, müde Geschichten, unpassende Darsteller, fehlende Atmosphäre und kein bisschen Spannung sorgen dafür, dass man sich die 9. Box als Wallace-Freund definitiv nicht kaufen sollte. Da reicht auch der immerhin ganz nette 4. Film der Edition als Grund nicht für aus.
Daten zur DVD:
FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,66:1
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Die Katze von Kensington 80:35 Minuten
Das Karussell des Todes 46:16 Minuten
Der Blinde 46:20 Minuten
Das Schloss des Grauens 93:22 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch: Dolby Digital 2.0
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Untertitel:
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Deutsch für Hörgeschädigte
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Bonusmaterial:
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Die Katze von Kensington / Das Karussell des Todes / Der Blinde / Das Schloss des Grauens
Die Katze von Kensington / Das Karussell des Todes / Der Blinde / Das Schloss des Grauens
Drei der vier Filme haben so viel mit Edgar Wallace gemein wie Daily Soaps mit großer Schauspielkunst
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr: Deutschland, 1996-1998
Regie: Peter Keglevic, Wolfgang F. Henschel
Drehbuch: Simone Borowiak, Hans Kantereit, Bernd Eilert (ganz frei nach Edgar Wallace)
Darsteller: Joachim Kemmer, Julia Bremermann, Gunter Berger, Rebecca Immanuel, Leslie Phillips, Eddi Arent, Pinkas Braun, Harald Leipnitz, Friedrich Schoenfelder, Eva Ebner, Ralf Richter, Gisela Uhlen, Arthur Brauss, Rosalind Baffoe, Nina Hoger, Ursula Heyer, Bernd Stegemann
Vertrieb : Universum Film
DVD-Verleihstart : 07.11.2005
DVD-Verkaufsstart : 07.11.2005
Vertrieb : Impuls Home Entertainment
DVD-Verleihstart : 07.11.2005
DVD-Verkaufsstart : 07.11.2005
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