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Dario Argento - "Jenifer"
Masters of Horror


Dario Argento - Jenifer

Story:
Während ihrer Pause sehen Detective Frank Spivey (Steven Weber) und sein Partner, wie ein Mann versucht, eine junge Frau zu töten. Frank erschießt den Aggressor und nimmt die im Gesicht grauenhaft entstellte Jenifer (Carrie Fleming) bei sich zu Hause auf. Trotz der Entstellungen und einigen grauenhaften Taten verfällt Frank immer mehr der mysteriösen Frau und steuert immer mehr in eine verhängnisvolle Situation, aus der es keinen Ausweg mehr für ihn gibt.

Meinung und Hintergründe zum Film:
Dario Argento („Suspiria“) ist der große Meister des italienischen Kinos. Er übernahm das Giallo-Staffelholz von seinem großen Vorbild Mario Bava („Blutige Seide“), machte aus dem von Bava geschaffenen Subgenre mit „Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe“ ein für das europäische Kinopublikum interessantes Ereignis und begründete damit seinen Ruf des großen Kultregisseurs mit großer Kamerakunst. Es gibt aber auch nicht wenige, die behaupten, dass die Zeiten des großen Visionärs vorbei sind, da es schon seit längerem keinen herausragenden Beitrag mehr von ihm gab. Gerade Filme wie „Sleepless“ oder „The Card Player“ spalteten die Meinungen. Wo sich die Fans aber meist einig waren ist – die visuellen Ausnahmeaufnahmen und die kunstvollen Set-Beleuchtungen, die man aus den älteren Werken von Argento kannte, fanden einfach nicht mehr statt.

Bei „Jenifer“ ist es leider auch so, dass große visuelle Aha-Effekte ausbleiben. Es gibt sicherlich die ein oder andere kurze Einstellung, in der ein wenig von der verspielten Genialität Argentos zu erkennen ist, die Beleuchtungen und Kamerafahrten bieten hingegen nichts außergewöhnliches. Generell fehlt dem Film im Ganzen ein wenig die Handschrift des begnadeten Regisseurs. Er ist an Hand der Aufnahmen nicht so leicht der Filmografie des Italieners zuzuordnen. Was es dafür zu finden gibt, sind einige Anspielungen auf andere Filme. So zum Beispiel der Flug eines Insektes, gleich zu Beginn. Hier spielt Dario Argento auf seinen eigenen „Phenomena“ an, in dem Jennifer Connelly eine Insektenflüsterin spielte. In einer späteren Szene begegnet Jenifer der kleinen Tochter von Frank, was sehr stark an die Begegnung von Frankensteins Monster mit dem kleinen Mädchen am See erinnert. Selbst bei der sehr guten Musik, komponiert von Claudio Simonetti, einem Mitglied der Argento-Hausband Goblin, können deutliche Ähnlichkeiten mit anderen Kompositionen erkannt werden. So gibt es eine mit kindlichem Summen unterlegte Musik, wie man sie bereits in Argentos „Deep Red“ vernehmen konnte und das immer wieder mit Stakkato-Tönen unterlegte Thema weckt gleich Erinnerungen an Stuart Gordons „Re-Animator“.

Die Geschichte des Films ist sehr interessant und wird mit einer dicken Prise tiefschwarzen Humors und einigen blutigen Bildern geschmückt. Es ist ohne Zweifel zu erkennen, dass die Geschichte ihren Ursprung in einer Comicgeschichte hat, die von Zeichner Bernie Wrightson („Swamp Thing“) nach einer Kurzgeschichte von Bruce Jones geschaffen wurde. Wer ernsten und tiefgründigen Horror erwartet, wird sicherlich enttäuscht werden. Wenn man jedoch Gefallen an Filmen basierend auf comichaften Kurzgeschichten a la „Creepshow“ oder „Tales from the Crypt“ gefunden hat, wird „Jenifer“ ein rundum gelungenes Vergnügen sein. Wenn man erwartet die Hintergrundgeschichte zur mysteriösen Verführerin zu erhalten oder nur stets nachvollziehbare Aktionen zu erleben, wird diese Folge der „Masters of Horror“ wohl nur eher durchschnittlich unterhalten. Wenn man allerdings den Unterhaltungswert von bitterbösem Humor und zynischem Finale sucht, ist „Jenifer“ der Film, der diesen garantiert liefern wird. Der Film ist zwar kein typischer Argento, dafür aber ein richtig guter Comic-Horror

DVD Aufarbeitung:
Das Bild bietet keinen Ansatz zum Klagen, lediglich die Schärfe könnte ein klein wenig besser sein. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist klar und bekommt in erster Linie durch die Musik einen räumlichen Klang.

Das Bonusmaterial bietet ausführliche Einblicke in die furchteinflößende Maske von Jenifer. Hier ist sehr gut zu erkennen, welcher Aufwand in die Verunstaltung der ansonsten recht ansehnlichen jungen Frau gesteckt wurde. Es folgen ein kurzer Blicke auf das als Grundlage dienende Comic, sowie einige Minuten vom Dreh. Sehr interessant ist das Interview mit Dario Argento, der davon berichtet, wie er zu der Masters-Reihe gestoßen ist und wie die Umsetzung seiner Version zustande kam. Es folgen noch weitere Worte von Jenifer-Darstellerin Carrie Fleming, die natürlich einiges über ihre Maske und ihre Filmfigur zu erzählen weiß, während Hauptdarsteller und Drehbuchautor Steven Weber viel über die Story und die Zusammenarbeit erzählt. Ein dickes Manko bei den Extras ist es jedoch, dass sämtliche Beiträge nur in englischer Sprache ohne Untertitel vorhanden sind.

Fazit:
„Jenifer“ ist ein perfekter Film, wenn man comichaften Episodenhorror mag. Er bietet sehr viel bitterbösen, schwarzen Humor, einige gute Schockeffekte und einen durchweg unterhaltenden Storyverlauf. Das einzige, das man vermisst, ist ein wenig typischer Argento-Look.

Daten zur DVD:

FSK-Freigabe:
Bildformat:
Laufzeit:
Keine Jugendfreigabe
1,78:1
1,78:1
55:46 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch:
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch:
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Die Schaffung von “Jenifer” in 4 Kapiteln
  • Der Comic
  • “Behind the Scenes” in 4 Kapiteln
  • Interviews mit Dario Argento, Carrie Anne Fleming, Steven Weber

Dario Argento - JENIFER
Jenifer
Masters of Horror 1.04: Dario Argento's Jenifer

Michael Tomiak
Wenig Argento, dafür sehr viel guter Comic-Horror
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:

Produktionsland,-jahr:
USA, 2005
Regie:
Dario Argento
Drehbuch:
Steven Weber (nach einer Kurzgeschichte von Bruce Jones)
Darsteller:
Steven Weber, Carrie Fleming, Cynthia Garris, Beau Starr, Julia Arkos, Harris Allan, Mark Acheson, Laurie Brunetti, Jasmine Chan, Jano Frandsen, Brenda James

Vertrieb Deutschland :
Splendid Entertainment
DVD-Verleihstart Deutschland :
31.03.2006
DVD-Verkaufsstart :
31.03.2006

Vertrieb Schweiz :
Warner Home Video Switzerland
DVD-Verleihstart Schweiz :
31.03.2006
DVD-Verkaufsstart Schweiz :
31.03.2006




Special vom: 31.03.2006
Autor dieses Specials: Michael Tomiak
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