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Joe Dante - "Homecoming"
Masters of Horror


Joe Dante - Homecoming

Story:
Die Präsidentschaftswahlen in den USA sind in ihrer heißen Phase, als auf einmal gefallene Soldaten in Zombiegestalt in den Vereinigten Staaten von Amerika auftauchen, um der aktuellen Regierung einen Denkzettel an den Wahlurnen zu verpassen. David Murch (Jon Tenney) gehört zum Wahlkampfteam des Präsidenten und gemeinsam mit Jane Cleaver (Thea Gill) versucht er das beste aus der ungewöhnlichen Situation zu machen, was allerdings einen fatalen Ausgang nimmt.

Meinung und Hintergründe zum Film:
1978 machte Regisseur Joe Dante das erste mal auf sich aufmerksam, als er mit kleinen gefräßigen "Piranha" für Schrecken bei den Kinogängern sorgte. 1981 folgte dann sein erster größerer Auftritt, als er mit "Das Tier" das Werwolf-Genre um einen wichtigen Bestandteil erweiterte, in dem er eine neue Sichtweise auf das Thema warf. 1984 schaffte er dann den großen Durchbruch in Hollywood, indem er die Zuschauer mit einem kleinen Mogwai namens Gizmo verzauberte, den man nach Mitternacht aber besser nicht füttert, um nicht wilde "Gremlins" freizusetzen. Was langsam und wie ein Familienfilm begann, wurde im Lauf der Spieldauer immer mehr zu einem spannenden Horrortrip, der jüngeren Semestern richtig Angst einflößen konnte. In den nächsten Jahren wendete sich Joe Dante dann aber immer mehr dem Comedy-Fach zu und mit "Homecoming", seinem Beitrag zu der "Masters of Horror"-Reihe kehrt er gemäß dem Titel der Reihe wieder zu dem Genre zurück, mit dem er die erste Aufmerksamkeit erreichte.

Allerdings ist sein Beitrag nur am Rande mit Horrorelementen versehen. Würde man ihm die spannende Musik nehmen und mit etwas Leichteren unterlegen, man würde das perfekte Bild davon erhalten, wie Michael Moore ("Bowling for Columbine") den Klassiker "Die Nacht der lebenden Toten" inszeniert hätte. Der ganze Film ist vollgepackt mit Kritik an den Entscheidungen der Bush-Regierung und lässt ohne Rückhalt den Vorwurf laut werden, dass die Präsidentschafts-Wahlen manipuliert wurden. Der Film prangert zudem den sorglosen Umgang mit Menschenleben durch die Regierung an, die durch Kriege ihre Bürger opfert, die Überlebenden nach der Schlacht sich selbst überlässt und alte Versprechen nicht einhält. Der Inhalt der Episode ein ist ein gelungener, kritischer Blick auf die politische Landschaft in den USA, die aber in die "Masters of Horror"-Reihe nur bedingt passt, da der Horror-Anteil sehr niedrig gehalten wurde und das ganze mehr in das Schaffensrepertoire von Filmemachern wie Michael Moore passt. Thea Gill ("Queer as Folk") trägt mit ihrem völlig überzogenen und wenig stimmigen Schauspiel den Rest dazu bei, dass man oftmals auf Grund ihrer Darbietung amüsiert das Geschehen verfolgt, Gruselstimmung sich aber überhaupt nicht breit machen will.

Es gibt zwar durchaus die ein oder andere horrorfilmreife Szene, wie etwa gleich zu Beginn der Auflauf eines Trupp Zombie-Soldaten, oder auch die beginnende Invasion auf dem Friedhof. Aber insgesamt ist das Geschehen doch recht sozialkritisch gehalten und bietet kaum Spannung. Da helfen auch die vielen Anspielungen auf andere Zombie-Filme und deren Macher nicht darüber hinweg, dass "Homecoming" als Horror-Film kaum funktioniert. Wenn man sich darüber hinaus noch die reißerische Aufmachung auf dem Cover und die darauf zu findende Versprechung der "gefallenen Soldaten, die sich an den lebenden rächen wollen" zu Herzen nimmt, ist man am Ende der Episode nicht nur ernüchtert, sondern sicherlich auch ein wenig erzürnt, da man einem eindeutigen Etiketten-Schwindel erlegen ist. Die Episode ist losgelöst von der Serie ein erstklassiger Blick in die Seele vieler Amerikaner, die von ihrer Regierung enttäuscht sind und sich schlecht von ihr behandelt fühlen. Betrachtet man "Homecoming" aber als einen Beitrag zu einer Reihe, die den Titel "Meister des Horror" trägt, kann sie nicht sonderlich überzeugen und muss mit dem Stempel "Am Thema vorbei gearbeitet" bewertet werden.

DVD Aufarbeitung:
Das Bild ist erneut ohne große Schwächen gelungen und auch diesmal ist es lediglich die Schärfe, die einen Tick hätte besser sein können. Der Ton ist sehr klar und gut verständlich und lässt im hinteren Bereich immer wieder dezent von sich hören.

Als Extras gibt es den gewohnten ausführlichen Einblick hinter die Kulissen des Drehs, bei denen man unkommentiert die Dreharbeiten verfolgen kann. Interviews mit den Künstlern sucht man auf der DVD vergeblich.

Fazit:
"Homecoming" ist eine sehr interessante bildliche Umsetzung des Ärgers vieler Amerikaner auf ihre Regierung. Für Horror-Fans gibt es allerdings kaum etwas geboten, was die Episode für die "Masters of Horror"-Reihe eher weniger passend erscheinen lässt. Ein Zombie macht halt noch lange keinen Horror.

Daten zur DVD:

FSK-Freigabe:
Bildformat:
Laufzeit:
FSK 16
1,78:1
1,78:1
56:22 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch:
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch:
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Zombies auf dem Friedhof
  • Von Zombies verfolgt
  • Am Grab
  • Auf der Flucht
  • Zombiehof
  • Gejagt
  • Biografie Joe Dante

Joe Dante - Homecoming
Homecoming
Masters of Horror 1.06: Joe Dante's Homecoming

Michael Tomiak
"Night of the living dead" made by Michael Moore
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:

Produktionsland,-jahr:
USA, 2005
Regie:
Joe Dante
Drehbuch:
Sam Hamm (nach einer Kurzgeschichte von Dale Bailey)
Darsteller:
Jon Tenney, Robert Picardo, Ryan McDonell, Terry David Mulligan, Thea Gill

Vertrieb Deutschland :
Splendid Entertainment
DVD-Verleihstart Deutschland :
07.04.2006
DVD-Verkaufsstart :
28.04.2006

Vertrieb Schweiz :
Warner Home Video Switzerland
DVD-Verleihstart Schweiz :
07.04.2006
DVD-Verkaufsstart Schweiz :
28.04.2006




Special vom: 05.05.2006
Autor dieses Specials: Michael Tomiak
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