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John Landis - "Deer Woman"
Masters of Horror


John Landis - Deer Woman

Story:
In einem abseits gelegenen Städtchen in den Wäldern hat es Detective Dwight Faraday (Brian Benben) mit einer steigenden Anzahl an arg verstümmelten männlichen Leichen zu tun. Gemeinsam haben die Opfer nur eines - sie alle befanden sich direkt vor ihrem Tod im Zustand äußerster sexueller Erregung. Als wäre es nicht schon schwer genug, nach einer Frau mit Modellmaßen und der Kraft eines Bodybuilders zu suchen, befinden sich bei allen Opfern die Spuren eines Hirsches.

Meinung und Hintergründe zum Film:
Die filmische Karriere von John Landis begann alles anderes als gruselig. Mit seiner überdrehten Low-Budget-Komödie "Schlock" sorgte er 1973 für erstes Aufsehen, bevor er 1977 mit "Kentucky Fried Movie" gleich seinen ersten Kultfilm erschuf, den er 1980 mit "Die Blues Brothers" aber noch einmal deutlich in den Schatten stellte. 1981 wagte John Landis dann seinen Auftritt im fantastischen Bereich, als er den "American Werewolf" auf London losließ. Das war es dann aber auch schon fast mit dem Horror-Auftritt des Meisters, der nur noch mit dem legendären Musik-Video zu "Michael Jackson's Thriller" und dem eher misslungenen Mix aus Mafia- und Vampir-Film "Bloody Marie - Eine Frau mit Biß" aus dem Jahre 1992 in Sachen Horror auf sich aufmerksam machte. Ob man ihn also tatsächlich als "Meister des Horrors" bezeichnen kann, soll einmal dahingestellt bleiben.

Das Drehbuch zu seiner Episode "Deer Woman" schrieb er gleich selbst und holte sich dabei Unterstützung bei seinem Sohn Max. Herausgekommen ist eine für einen Teil eines Episoden-Horrors absolut passende Episode. Es gibt eine Menge stimmungsvoller Bilder, gepaart mit einer gehörigen Portion comichaften Horrors und einer noch gewaltigeren Portion vor Ironie strotzender Komik. Die Wurzeln von John Landis liegen ohne jeden Zweifel im Comedy-Genre und der Filmemacher macht auch hier keinen Hehl daraus. Es gibt neben reichlich klischeehaften Gags wie der an der aufgeschnittenen Leiche essenden Gerichtsmedizinerin und den rein triebgesteuerten Männern, die eine Frau auch dann mit aufs Zimmer nehmen, wenn diese kein einziges Wort sagt und anstelle dessen nur ständig grinst, auch eine Reihe netter Wortspielereien und witziger Einfälle. Vater und Sohn Landis haben in dieser Angelegenheit eine gesunde Mischung gefunden.

Auffällig ist neben dem gezielten Einsatz von comichaften Humor auf jeden Fall auch die Kameraarbeit. John Landis mag vielleicht nicht ein Meister des spannungsgeladenen Horrofilms sein, was das Einfangen atmosphärischer Bilder betrifft, kann er aber so manchem was vormachen. So werden zum Beispiel bei Aufnahmen eines hellstrahlenden Vollmondes über den Baumgipfeln gruselige Erinnerungen an den "American Werewolf" wach und selbst wenn das Szenario in der Regel einen heiteren Rahmen hat, bleibt eine gruselige Grundstimmung erhalten. Nebenher findet der Regisseur dann auch noch Zeit, seine eigenen Filmen aufs Korn zu nehmen. So werden unter anderem unweigerlich Gedanken an "Schlock" beim Publikum wach, wenn Faraday sich bildlich vorzustellen beginnt, wie ein riesiger Hirsch seine männlichen Opfer erlegt und die weibliche Begleitung anschließend hinfort trägt. Ob man John Landis zu den "Meistern des Horrors" zählen kann, darüber kann sicherlich gestritten werden. Dass er aber eindeutig zu den Meistern des Visuellen und der Pointenvielfalt zugehörend ist, dürfte niemand ernsthaft bestreiten wollen.

DVD Aufarbeitung:
Das Bild bietet die übliche Qualität für die Serie, dessen einziges wirkliches Manko die maximal durchschnittliche Tiefenschärfe darstellt. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist klar zu vernehmen, im hinteren Teil allerdings weitestgehend ruhig.

Als Extra gibt es die gewohnt ausführlichen Einblicke in die Dreharbeiten, die in gewohnt unkommentierter Weise daherkommen. Abschließend gibt es noch die Biografie zu John Landis in Form von Texttafeln.

Fazit:
"Deer Woman" beinhaltet all das, was ein Beitrag zu einem Episoden-Horror aufbieten sollte: Eine gruselige Grundstimmung, einige comichafte Horrormomente und ganz viel vor Ironie sprühenden Witz. Wer ernsthaften Horror sucht, sollte seine Zelte gar nicht erst aufbauen und weiterziehen. Wer allerdings guten Episoden-Horror sehen möchte, sollte mit dieser Hirsch-Frau röhren.

Daten zur DVD:

FSK-Freigabe:
Bildformat:
Laufzeit:
FSK 16
1,78:1
1,78:1
55:00 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch:
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch:
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Cops im Cafe
  • Tödliche Verführung
  • Die Leiche des Kollegen
  • Die Verfolgung
  • Das Treffen
  • Das Finale
  • Das Opfer
  • Der Überfall
  • Deer Woman
  • Biografie John Landis

John Landis - Deer Woman
Deer Woman
Masters of Horror 1.07: John Landis' Deer Woman

Michael Tomiak
Kein spannungsgeladener Horror, dafür aber eine herrlich ironische und comichafte Episoden-Horror-Darbietung
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:

Produktionsland,-jahr:
USA, 2005
Regie:
John Landis
Drehbuch:
John Landis, Max Landis
Darsteller:
Brian Benben, Anthony Griffith, Cinthia Moura, Sonja Bennett, John Bear Curtis, Don Thompson

Vertrieb Deutschland :
Splendid Entertainment
DVD-Verleihstart Deutschland :
07.04.2006
DVD-Verkaufsstart :
28.04.2006

Vertrieb Schweiz :
Warner Home Video Switzerland
DVD-Verleihstart Schweiz :
07.04.2006
DVD-Verkaufsstart Schweiz :
28.04.2006




Special vom: 12.05.2006
Autor dieses Specials: Michael Tomiak
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