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Stuart Gordon - "Dreams in a Witch House"
Masters of Horror


Stuart Grodon - Dreams in a Witch House

Story:
Der Doktorand Walter Gilman (Ezra Godden) mietet sich ein Zimmer in einem sehr alten Gebäude, um sich dort in Ruhe auf seine Arbeit konzentrieren zu können. Seine Studien beschäftigen sich mit der String-Theorie, die besagt, dass es Paralleluniversen gibt. Doch er wird schon bald gestört, da Walter unheimliche Geräusche hört und von heftigen Alpträumen geplagt wird. Wenn er jedoch den Erzählungen des alten Mazurowitz (Campbell Lane) glauben schenken darf, sind dieses alles andere als Träume.

Meinung und Hintergründe zum Film:
Stuart Gordon schaffte es 1985 mit einem lauten Knall förmlich aus dem Nichts auf der Landkarte der gefragten Horror-Regisseure zu erscheinen. Durch seinen vollkommen überzogenen, äußerst blutigen, aber auch tief schwarzhumorigen "Re-Animator" machte sein Name unter den Freunden des zu der Zeit sehr hoch im Kurs stehenden Splatterfilms schnell die Runde und der lose auf einer Vorlage von H.P. Lovecraft basierende Film avancierte innerhalb kürzester Zeit zum Kult. Im nächsten Jahr folgte mit "From Beyond" eine weitere Verfilmung auf Grundlage Lovecrafts, der allerdings wesentlich weniger heiter daherkam, sich recht ausführlich mit Sado-Maso-Fantasien beschäftigte und reichlich schleimige Szenen aufbot. Als auch der nächste Gordon-Film "Dolls", ein durchaus atmosphärischer Puppen-Horror eher wenig Anklang fand, versank der Regisseur ein wenig im Hintergrund, machte aber durch Filme wie "Fortress - Die Festung", "Castle Freak" und "Dagon", welcher erneut auf einer Vorlage H.P. Lovecrafts basierte, immer wieder mal kurz auf sich aufmerksam.

Seinen Platz unter den Masters of Horror hat er sich somit zweifelsohne verdient, auch wenn es in jüngster Vergangenheit etwas ruhiger um ihn wurde. Aus der Geschichte heraus war es nur logisch, dass er sich erneut einer Vorlage des Urvaters des modernen Horrors widmete - H.P. Lovecraft. Stuart Gordon lässt auch einiges an Details aus der erdachten Welt Lovecrafts in seinen Beitrag zur Serie einfließen. So studiert Walter Gilman an der Miskatonic Universität, in deren Bibliothek er das sagenumwobene Necronomicon liest. Aber es gibt auch einige neue Aspekte, die der Regisseur der literarischen Vorlage hinzugibt. Die interessanteste ist sicherlich die wissenschaftliche Sicht der Paralleluniversen, mit denen Gilman die Vorkommnisse zu ergründen versucht. Diese Mischung aus alter Mystik und moderner Wissenschaft macht einen großen Reiz aus und es hätte Lovecraft sicherlich gefallen, wie der Einbruch des Übernatürlichen in unsere Welt auf wissenschaftlicher Basis erklärt wird.

Im Innern ist "Dreams in a Witch House" aber immer noch die Geschichte über ein altes Haus, in dem reichlich mysteriöse Dinge vor sich gehen. Das Thema wurde in Filmen wie dem Polanski-Klassiker "Rosemary's Baby" oder den überaus verstörenden Michael-Winner-Film "Hexensabbat" in ähnlicher Weise verarbeitet und Gordon liefert eine neue Variation davon. Ein äußerst gelungene, wie nicht vergessen werden sollte anzumerken. Als Zuschauer ist man mit gefangen im Wahn von Gilman und durchlebt mit ihm die Qualen, die einen bodenständigen, offensichtlich begabten Physiker an den Rand des Wahnsinns treiben. Stuart Gordon hat es mit dieser Episode nach langer Zeit geschafft, endlich mal wieder einen von der ersten bis zur letzten Minute fesselnden Film zu drehen, den man sich als Freund des Horror-Genres unbedingt ansehen sollte.

DVD Aufarbeitung:
Das Bild macht den für die Serie gewohnt guten Eindruck, bei dem lediglich die nicht ganz runde Tiefenschärfe etwas Grund zum Klagen bietet. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist klar abgemischt und tritt vor allem bei den geisterhaften Stimmen immer wieder im Surroundbereich in Aktion.

Bei den Extras gibt es die gewohnte Menge an unkommentierten "Behind the Scenes"-Blicken, die sich mit der Szene in der Gummizelle, dem Austritt einer Ratte aus dem Bauch und der Einleitungssequenz beschäftigen. Abschließend folgt noch eine Biografie von Stuart Gordon in Form von Texttafeln. Die von den ersten veröffentlichten Folgen gewohnten Interviews findet man auf dieser DVD leider nicht.

Fazit:
"Dreams in a Witch House" ist ein sehr gelungener Mystik-Horror, in dem Stuart Gordon wieder zu alter Klasse aufläuft. Düster, unheimlich und spannend bis zur letzten Minute gehört er eindeutig zu den Beiträgen der "Masters of Horror"-Reihe, die man auf keinen Fall verpassen sollte.

Daten zur DVD:

FSK-Freigabe:
Bildformat:
Laufzeit:
Keine Jugendfreigabe
1,78:1
1,78:1
54:46 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch:
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch:
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • 5-teiliger "Behind the Scenes"-Bericht über die Szene "In der Gummizelle"
  • Ratte im Bauch
  • The Witch-House
  • Biografie "Stuart Gordon"

Stuart Gordon - Dreams in a Witch House
Dreams in a Witch House
Masters of Horror 1.02: Stuart Gordon's Dreams in a Witch House

Michael Tomiak
Stuart Gordon mit einer spannenden Variation einer H.P. Lovecraft-Kurzgeschichte
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:

Produktionsland,-jahr:
USA, 2005
Regie:
Stuart Gordon
Drehbuch:
Dennis Paoli, Stuart Gordon (nach einer Geschichte von H.P. Lovecraft)
Darsteller:
Ezra Godden, Chelah Horsdal, Jay Brazeau, Campbell Lane

Vertrieb Deutschland :
Splendid Entertainment
DVD-Verleihstart Deutschland :
07.04.2006
DVD-Verkaufsstart :
28.04.2006

Vertrieb Schweiz :
Warner Home Video Switzerland
DVD-Verleihstart Schweiz :
07.04.2006
DVD-Verkaufsstart Schweiz :
28.04.2006




Special vom: 19.05.2006
Autor dieses Specials: Michael Tomiak
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