Imprint
Story:
Der amerikanische Journalist Christopher (Billy Drago) befindet sich auf der Suche nach dem Freudenmädchen Komomo (Michie Itô), nachdem diese aus dem ihm bekannten Bordell verkauft wurde. Vor Jahren hatte er geschworen sie aus dem trübseligen Leben in Japan zu befreien und sie als seine Frau mit nach Amerika zu nehmen. Bei seiner Suche trifft er auf einer weit abgelegenen und höchst mysteriös erscheinenden Insel auf eine Hure (Youki Kudoh), die ihm nur wenig erfreuliches über die gesuchte Geliebte zu berichten weiß. Nach und nach erfährt Christopher von ihr immer mehr über die tragische Leidensgeschichte Komomos, die auch sein Leben von Grund auf verändern soll.
Meinung und Hintergründe zum Film:
Der Japaner Takashi Miike hat sich noch nie an irgendwelche Konventionen in seinen Filmen gehalten. Er war stets einer der Regisseure, welche die Grenzen des Zeigbaren nach vorne vorschoben und dadurch stets für Aufsehen sorgten. In seinem "Audition" zeigte er in drastischen Bildern, dass es manchmal die bessere Wahl ist Single zu bleiben. War es dort noch weitestgehend die Mischung aus brutalem Thriller und ruhigem Liebesdrama, die für Aufsehen sorgte, legte er ein paar Jahre später mit dem äußerst blutigen und brutalen Yakuza-Thriller "Ichi - Der Killer" einen Film vor, der weltweit die Zensoren auf den Plan rief und oftmals nur in stark gekürzten Versionen erschien. Miike brachte er endgültig den Ruf des gewaltliebenden Filmemachers ein. Zwischendurch drehte er u.a. noch mit seiner "Dead or Alive"-Serie und "City of Lost Souls" abgedrehte Fantasy-Action, bei der man nur schwer der Geschichte folgen, dafür aber umso mehr skurrile Charaktere und aberwitzige Kampfeseinlagen bewundern konnte. Mit "The Call" steuerte er auch einen Beitrag zum damals groß in Mode befindlichen Rachegeisterkino bei.
Takashi Miikes Beitrag zu der "Masters of Horror"-Reihe basiert lose auf dem japanischen Roman
"Bokkê, kyôtê" von Shimako Iwai, die im Film auch einen kleinen Auftritt als Folterknechtin hat. Das Drehbuch stammt von Daisuke Tengan, der auch schon das Skript zu "Audition" schrieb. Wie von Enfant terrible Miike nicht anders zu erwarten, sprengt er auch bei seiner Produktion für das US-TV die Grenzen der Moral. Und dies in einem derart starken Maß, dass das US-TV nicht bereit war, diese 13. Folge der "Masters of Horror" zu senden. Die deutsche DVD-Veröffentlichung ist wie nicht anders zu erwarten um ein paar Minuten gekürzt, da eine in der Episode vorkommende, mehrminütige Folterszene nie in ihrem kompletten Umfang eine Freigabe von der FSK bekommen hätte. Die Schnitte sind allerdings sehr gut gesetzt worden und wer nicht weiß, dass diese Kürzungen vorgenommen wurden, wird auch nicht auf die Idee kommen, dass "Imprint" ursprünglich noch härter war, als er nun letztendlich in deutscher Sprache vorliegt.
Böse Zungen würden bezweifeln, ob Takashi Miike wirklich daran gelegen ist eine Geschichte zu erzählen, oder ob er nicht einfach nur schockieren will. In seiner Episode wimmelt es nur so von Fratzen-Gesichtern, abgetriebenen Föten in Gebirgsbächen und qualvollen, in schmerzhaften Bildern gezeigten Folterszenen. Dabei beginnt die Story eher ruhig und wirkt zu Beginn wie eine traditionelle asiatische Geistergeschichte, die dann allerdings auf einmal kippt und zu einem düsteren Albtraum wird. Neben den Bildern entwickelt auch die Erzählung eine zunehmend beklemmendere Atmosphäre, die es in ihren Bann zu ziehen versteht. Bei aller Gewaltkritik muss man dem Regisseur eines definitiv lassen - er versteht es wie kaum ein zweiter, Gewalttaten in eine künstlerische Fassade zu kleiden. So gerne seine Werke, und zu diesen darf man getrost auch "Imprint" zählen, leichtfertig als brutale Gewaltfantasien abgetan werden, so unmöglich ist es, ihnen eine durchdachte Optik und einen künstlerischen Wert abzusprechen. Einerseits mögen manche Menschen Takashi Miike vorwerfen er sei ein kranker Mann im Geiste, andererseits sollten aber auch seine großen visuellen und inszenatorischen Talente gewürdigt werden. Dieser wahre Film-Künstler, der in ihm steckt, kommt auch bei "Imprint" zum Vorschein.
DVD Aufarbeitung:
Bild und Ton liegen in gewohnt guter TV-Qualität vor und bieten keinerlei Grund zur Klage.
Als Extra gibt es ein rund 15-minütiges Making Of, das in vier Kapitel unterteilt wurde und einen netten Einblick in die Entstehung des Filmes gewährt. Die darin enthaltenen Interviews sind nicht unbedingt allgemein verständlich, da sie nur in englischer Sprache, mit teils starkem japanischem Akzent, ohne Untertitel vorliegen. Ein rund 40-minütiges Interview mit Takashi Miike könnte recht interessant sein, da allerdings keinerlei Untertitel dazu vorhanden sind, dürfte das in japanischer Sprache geführte Gespräch ebenfalls nur den Wenigsten verständlich sein. Abschließend gibt es noch eine Biografie des Regisseurs.
Fazit:
"Imprint" ist selbst in seiner gekürzten Version noch harter Film-Tobak und nur schwer zu verdauen. Takashi Miike verpackt grafische Gewalt- und inhaltliche Greueltaten in die gewohnten künstlerisch ansprechenden Bilder und sorgt damit wieder einmal für reichlich Diskussionsstoff unter Filmfreunden. Dass die Extras keine Untertitel haben fällt diesmal auf Grund der japanischen Sprache besonders negativ ins Auge.
Daten zur DVD:
FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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57:43 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch: Dolby Digital 5.1
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Englisch: Dolby Digital 5.1
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Untertitel:
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Keine
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Bonusmaterial:
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- Imperfect Beauty - Das Making Of in 4 Kapiteln
- Interview mit Takashi Miike
- Biografie Takashi Miike
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Imprint
Masters of Horror 1.13: Takashi Miike's Imprint
Haeckels Geschichte, die kaum Spannung erzeugen und von daher nur leidlich unterhalten kann
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr: USA / Japan, 2006
Regie: Takashi Miike
Drehbuch: Daisuke Tengan (nach einem Roman von Shimako Iwai)
Darsteller: Billy Drago, Youki Kudoh, Michie Itô, Toshie Negishi, Kumiko Imai, Hôka Kinoshita, Suzono Nomura
Vertrieb : Splendid Entertainment
DVD-Verleihstart : 19.05.2006
DVD-Verkaufsstart : 28.07.2006
Vertrieb : Warner Home Video Switzerland
DVD-Verleihstart : 19.05.2006
DVD-Verkaufsstart : 28.07.2006
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