Haeckel's Tale
Story:
Der junge Medizinstudent Ernst Heckel (Derek Cecil) hat schon seit längerer Zeit den Traum, verstorbene Menschen zum Leben zu erwecken. Seine Experimente führten bislang jedoch zu keinem Erfolg. Als der einer Demonstration des Nekromanten Montesquino (Jon Polito) beiwohnt, in der dieser einen verstorbenen Hund zum Leben erweckt, tut er das Gesehene noch als Mummenschanz ab. Als er auf einer Reise zu seinem auf dem Krankenbett liegenden Vater allerdings erneut auf Montesqunio trifft, muss er erkennen, dass mehr hinter der Sache steckt.
Meinung und Hintergründe zum Film:
John McNaughton hat einen Start in das Filmgeschäft geschafft, wie ihn sich viele Independent Filmer wünschen. Sein 1996 entstandener Film "Henry: Portrait of a Serial Killer" gelang über Mundpropaganda zu immer größerer Aufmerksamkeit und auch die großen Filmkritiker kamen auf einmal nicht mehr daran vorbei. In diesem Film erzählte der aufstrebende Filmmacher die Geschichte eines Serienmörders, was so weit nichts ungewöhnliches ist. Er nutzte allerdings einen Kniff, den sich bis dato kaum jemand traute - er zeigte den Killer als verschüchterten, sensiblen Menschen, der im Grunde die einzige Identifikationsfigur für den Zuschauer darstellt. Dadurch schafft John McNaughton es ohne viel Blut und plakativer Gewalt, das Publikum zu schocken. Danach folgten verschiedene kleinere Film-Projekte, bis er 1998 mit "Wild Things", einem herrlich verstrickten Verwirr-Thriller endlich auf der großen Leinwand erschien. Ob er durch seine Filme zu den Meistern des Horrors gezählt werden kann, darüber kann man sicherlich getrennter Meinung sein. Doch mit "Henry" hat er ganz sicher bewiesen, dass er den Schockmoment bestens beherrscht.
Seine Episode "Hackel's Tale" basiert auf einer Kurzgeschichte des britischen Horrorautors Clive Barker ("Hellraiser") und das Drehbuch dazu verfasste "Masters of Horror" - Macher Mick Garris ("Chocolate"). Die Geschichte ist ein Stück Gothic-Horror mit einem Touch Frankenstein und einer Prise Friedhofshorror. Was sich bei dem Gedanken an Frankenstein, Friedhöfen und Clive Barker vielleicht nach einem Horror-Trip der Nägelkau-Kategorie anhören mag, stellt sich beim Ansehen schnell als mit einem sehr sachtem Tempo versehenes, nicht sonderlich spannendes Gruselabenteuer heraus, das erst in den letzten Minuten ein klein wenig Dramatik aufkommen lässt. Hat man nach dem ersten fehlgeschlagenen Experiment vielleicht noch die Hoffnung, dass das ganze ein netter Monsterfilm werden könnte, muss man langen Atem beweisen, um ein paar Zombies im Finale erleben zu dürfen. Zumindest hier sind die Masken sehr gut gelungen und die Wesen erinnern im Aussehen und in der Bewegung an die legendären lebenden Toten von George A. Romero.
Die meiste Zeit über ist der Film damit beschäftigt, seinen Helden Haeckel bei seiner Suche nach einer Möglichkeit zu zeigen, verstorbene wieder ins Leben zurückzuführen. Hierbei wird allerdings nicht auf moralische oder kirchliche Belange eingegangen, sondern es handelt sich tatsächlich einzig um ein Wandern durch die Gegend und der Suche nach dem rechten Mittel oder dem rechten Zauber, wenn es denn kein Kraut gegen den Tod geben sollte. Als er auf einem abgelegenen Hof eingetroffen ist, wird wieder recht langatmig geredet, bis die Handlung in den letzten rund 15 Minuten die meiste Zeit über auf einen benachbarten Friedhof wechselt. Hier wird dann aber offensichtlich mehr auf einen moralischen Schock, denn auf Grusel-Horror abgezielt, was im Endeffekt allerdings nicht sonderlich schockierend wirkt und maximal ein müdes Lächeln erzwingen kann. Das ganze Szenario wirkt doch ein wenig kitschig und selbst für Episoden-Horror ist es nicht sonderlich effektiv.
DVD Aufarbeitung:
Das Bild macht den gewohnt guten Eindruck, der lediglich in der Tiefenschärfe etwas verloren geht. Der deutsche Ton liegt wieder in Dolby Digital 5.1 vor, macht von den hinteren Lautsprechern aber abermals keinen Gebrauch.
Die Extras dieser Episode fallen sehr ausführlich aus. Es gibt eine ganze Reihe an verschiedenen Making Of´s, die verschiedene Effekt- und Maskenarbeiten zeigen. Es folgen eine ganze Reihe Interviews mit den Darstellern und Regisseur John McNaughton. Ein dritter Beitrag erzählt ausführlich über eine Paste, mit der man Körperteile in Flammen aufgehen lassen kann, ohne, dass den Darstellern dabei etwas passiert. Im Beitrag ist zwar meist die Rede von der Tobe-Hooper-Episode "Dance of the Dead", aber auch bei "Haeckels Tale" kam die Paste zum Einsatz. So informativ und ausführlich das Bonusmaterial auch sein mag, so bedauerlich ist die Tatsache, dass es lediglich in englischer Sprache ohne deutscher Untertitel vorliegt, womit man der englischen Sprache mächtig sein muss, um Nutzen aus ihnen zu ziehen.
Fazit:
"Haeckel's Tale" ist eine sehr ruhige, teils langatmige Gothik-Horror-Episode, die am Ende ein wenig Spannung aufkommen lässt, aber größtenteils die Spannung auf dem Weg dorthin vergisst. Der Beitrag wirkt dadurch recht zäh und kann nur bedingt unterhalten. Sicherlich eine der schlechteren Beiträge der "Masters of Horror".
Daten zur DVD:
FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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56:05 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch: Dolby Digital 5.1
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Englisch: Dolby Digital 5.1
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Untertitel:
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Keine
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Bonusmaterial:
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- Making Of in 9 Kapiteln
- Interviews mit John McNaughton, Derek Cecil, Jon Polito, Tom McBeth, Steve Bacic, Leela Savasta und Rikki Gagni
- Dustin Brooks über das Wundergel
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Haeckel's Tale
Masters of Horror 1.12: John McNaughton's Haeckel's Tale
Haeckels Geschichte, die kaum Spannung erzeugen und von daher nur leidlich unterhalten kann
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr: USA, 2005
Regie: John McNaughton
Drehbuch: Mick Garris (nach einer Kurzgeschichte von Clive Barker)
Darsteller: Derek Cecil, Jon Polito, Leela Savasta, Tom McBeath, Pablo Coffey, Steve Bacic, Gerard Plunkett
Vertrieb : Splendid Entertainment
DVD-Verleihstart : 19.05.2006
DVD-Verkaufsstart : 28.07.2006
Vertrieb : Warner Home Video Switzerland
DVD-Verleihstart : 19.05.2006
DVD-Verkaufsstart : 28.07.2006
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