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Tobe Hooper - "Dance of the Dead"
Masters of Horror


Dance of the Dead

Story:
Peggy (Jessica Lowndes) lebt gemeinsam mit ihrer Mutter Kate (Marilyn Norry) in einer postapokalyptischen Welt und arbeitet in deren kleinem Diner. Eines Tages kommen mit Jak (Jonathan Tucker) und Boxx (Ryan McDonald) zwei äußerst unangenehm wirkende Zeitgenossen in den Laden. Doch Peggy verliebt sich in den ihr gegenüber sehr liebevollen Jak und verabredet sich mit ihm. Was wie ein Trip in eine wilde Freiheit beginnt, endet allerdings gänzlich anders im Szeneschuppen "Doom Room", wo der MC (Robert Englund) jeden Abend eine ganz besonders makabre Show bereithält.

Meinung und Hintergründe zum Film:
Regisseur Tobe Hooper gehört zu den Filmemachern, die das Horror-Genre in den 70er Jahren prägten und ihm eine ganz neue Ausrichtung gaben. Mit seinem "Texas Chainsaw Massacre" hat er dem Backwood- und Terror-Genre sicherlich einen der größten Meilensteine verpasst, wenn nicht sogar den zentralen Mittelpunkt, um den sich fortan alles drehte, geschenkt. Noch heute wird der Film einer in der Abgeschiedenheit lebenden Psycho-Familie, deren markantestes Mitglied ohne Zweifel der kettensägenschwingende Filius "Leatherface" ist, als Vergleich herangezogen, wenn ein Beitrag versucht sich in diesem Subgenre zu beweisen. Mit "Poltergeist" bewies Tobe Hooper aber auch, dass er auch für feinsinnigen Horror das richtige Gespür hat und er nicht nur durch nervenanspannenden Terror unterhalten kann. Danach wurde es allerdings eher ruhig um Mr. Hooper und neben annehmlichen Werken wie "Lifeforce - Die tödliche Bedrohung" brachte er auch Gurken wie "Fire Syndrome" in die (Heim-)Kinos.

Auch "Dance of the Dead" kann nur einen schlechten Eindruck hinterlassen. Was in der als Grundlage dienenden Kurzgeschichte vielleicht noch interessant erscheinen mag, wirkt in den fast 60 Minuten Film nur langatmig, orientierungslos und wirr. Der Story teilt sich in drei Elemente auf: Zum einen der Mutter-Tochter-Konflikt, der durch ein tragisches Erlebnis belastet wird, zum Anderen gibt es den Part um Jak und Boxx, die sich jeden erdenklichen Kick durch Drogen geben und zu guter letzt ist da noch Robert "Freddy Krueger" Englund, der einen völlig abgehalfterten und durchgedrehten Clubbesitzer spielt. Der Part mit dem schicksalshaften Erlebnis kann noch am ehesten überzeugen, wird aber genauso oberflächlich präsentiert wie der Rest. Dass die Geschehnisse in einer vor sich dahinsiechenden Gesellschaft spielen, die in einer Welt lebt, welche durch den Dritten Weltkrieg nahezu vernichtet wurde, erfährt der Zuschauer erst im Verlauf des Films als Nebeneffekt von einzelnen Gesprächen. Warum hier nicht gleich zu Beginn der Rahmen abgesteckt und somit von Anfang an für die rechte Atmosphäre gesorgt wird, bleibt ein Rätsel. Durch das "Geheimnis" wird in jedem Fall kein bisschen Spannung oder Mysterium mehr produziert.

Auch bei den Darstellern mag einiges nicht gefallen. Vor allem Robert Englund übertreibt es diesmal dann doch ein wenig in seiner Darstellung eines bösartig durchgeknallten Bosses. Während er in "2001 Maniacs" noch das richtige Maß an Irrsinn und dämonischem Handeln fand, driftet er diesmal eindeutig ins Lächerliche ab. In vielen Filmen wäre er damit in dieser negativen Hinsicht der herausragendste Charakter gewesen, aber nicht hier. Denn Ryan McDonald in der Rolle des Boxx übertrifft ihn dabei noch um Längen. Dieser agiert wie ein vom Arbeitsamt vermittelter Jack-Black-Klon, der beim Kindergeburtstag als Pausenclown für Erheiterung sorgen soll, hier aber schon nach den ersten wenigen Minuten einfach nur noch die Nerven des Publikums auf die Probe stellt. Was zuletzt daran komisch sein soll, wenn Leichen durch ein Serum "lebendig" gespritzt werden und dann mit spastischen Zuckungen auf der Bühne stehen, bleibt wohl eines der vielen Rätsel, die Tobe Hooper mit seinen neueren Werken dem Publikum immer wieder aufgibt. Aber eines ist sicher - um spannende Unterhaltung kann es ihm dabei nicht gehen, und dies schon gar nicht bei "Dance of the Dead"

DVD Aufarbeitung:
Das Bild macht einen gewohnt guten Eindruck und erneut ist es lediglich die Tiefenschärfe, die ein wenig verbesserungswürdig wäre. Der Ton in Dolby Digital 5.1 ist gewohnt verständlich und hält sich weiterhin im vorderen Bereich auf.

Bei den Extras gibt es wieder 4 unkommentierte Beiträge mit einer Mischung aus Berichten der Akteure vom Dreh und Blicken hinter die Kulisse. Die Biografie fehlt ebenso wenig wie eine ganze Reihe englischsprachiger Interviews ohne deutsche Untertitel. Sehenswert ist hier das mit dem jugendlichen Paul Becker, der sich den "Tanz der Toten" ausgedacht hat und bei dessen Worten schnell klar wird, wie dieser Murks überhaupt erst entstehen konnte. Denn wenn man ihn von seiner "Kreation" reden hört, klingt das fast, als wenn ein pubertierender Teenager mit großen Augen von seinen ersten Erfahrungen mit den Frauen berichtet. Fast schon peinlich wird es, wenn Becker mit großen Augen von den Tricks der Go-Go-Tänzerinnen berichtet, die diese am Set beim Tanzen auspackten.

Fazit:
"Dance of the Dead" ist einer der Tiefpunkte der Reihe. Tobe Hooper schafft es schon lange nicht mehr, sein Publikum spannend zu unterhalten und mit diesem Beitrag setzt er diese Tradition fort. Der einzige Grund, sich den Film anzusehen ist, wirklich alle Teile der "Masters of Horror" gesehen haben zu wollen. Einen anderen gibt es wirklich nicht.

Daten zur DVD:

FSK-Freigabe:
Bildformat:
Laufzeit:
Keine Jugendfreigabe
1,78:1
1,78:1
57:06 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch:
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch:
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Interviews mit Richard Matheson (Autor der Kurzgeschichte), Richard Christian Matheson (Drehbuch-Autor), Paul Becker ("Totentanz-Choreograf"), Robert Englund, Jonathan Tucker, Jessica Londes
  • Behind the Scenes "Die zwei Untoten", "Die Injektion", "Enjoy the Show"
  • Making Of "In der Maske: Die Opfer des Blizz"
  • Biografie Tobe Hooper

Tobe Hooper - Dance of the Dead
Dance of the Dead
Masters of Horror 1.03: Tobe Hooper's Dance of the Dead

Michael Tomiak
Der Tanz der Toten ist nur ein verkrampfter, langatmiger und wirrer Klammerblues ohne Partner
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:

Produktionsland,-jahr:
USA, 2005
Regie:
Tobe Hooper
Drehbuch:
Richard Christian Matheson (nach einer Geschichte seines Vaters Richard Matheson)
Darsteller:
Jessica Lowndes, Jonathan Tucker, Ryan McDonald, Robert Englund, Marilyn Norry, Sharon Heath

Vertrieb Deutschland :
Splendid Entertainment
DVD-Verleihstart Deutschland :
19.05.2006
DVD-Verkaufsstart :
25.08.2006

Vertrieb Schweiz :
Warner Home Video Switzerland
DVD-Verleihstart Schweiz :
19.05.2006
DVD-Verkaufsstart Schweiz :
25.08.2006


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Special vom: 01.09.2006
Autor dieses Specials: Michael Tomiak
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