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Staffel 1 - Die Rezension

Roswell_Staffel1_DVD_3D-1.jpgInhalt:
Roswell, New Mexiko. Einmal davon abgesehen, dass im Jahr 1947 angeblich ein UFO in der Nähe dieser Kleinstadt abgestürzt sein soll, ist dieser Ort eigentlich eher langweilig. Nun gut, es gibt ein Restaurant mit dem Namen Crash Down, das allerlei exotische Gerichte anbietet, die allesamt etwas mit Aliens zu tun haben. Und es gibt ein Museum, das sich mit den Aliens beschäftigt und Einzelheiten zu dem angeblichen Absturz bereithält. Doch der Rest ist reine Routine. Routine, die durchbrochen wird, als Liz Parker (Shiri Appleby) bei ihrer Arbeit im Crash Down angeschossen wird. Ihr Leben wird von Max Evans (Jason Behr) gerettet, der sie nur durch das Auflegen seiner Hand rettet. Es stellt sich schnell heraus, dass er einer von drei Aliens ist, die sich in Roswell verstecken und wie Liz auch zur Highschool gehen. Ab jetzt ist das Leben von Liz Parker nicht mehr das, was es einmal war...

Meinung und Hintergründe zum Film:
Es gibt eigentlich nur wenige Science-Fiction-Serien, die einen dermaßen hohen Zusammenhang zwischen den einzelnen Episoden herstellen. Am Ehesten kommt da noch „Babylon 5“ in den Sinn, der Rest ist Schweigen. „Roswell“ geht aber gegenüber „Babylon 5“ gleich mehrere Schritte weiter. Die erste Season besteht eigentlich nicht aus 24 Einzelepisoden, sondern ist eher ein 940 Minuten langer Film. Jede Episode baut auf etwas aus den vorhergehenden Episoden auf und auch wenn jede Folge ein eigenes Thema verfolgt, es bleibt ein roter Faden zurück. Das ist durchaus noch immer wegweisend, denn besonders gute US-Serien aus der jüngeren Vergangenheit bauen genau auf diesem Prinzip auf, man erinnere sich nur einmal an „Lost“, das diesen inneren Zusammenhang noch einmal erheblich gesteigert hat. „Roswell“ ist merklich von A bis Z durchgeplant. Die Charaktere durchleben nach und nach eine Veränderung, eine Art Evolution. Beziehungen entwickeln sich und so mancher Feind wird zum Freund, andere zunächst offensichtlich sympathische Figuren verkehren sich manchmal auch ins Gegenteil. Das hält die Serie sehr spannend, da man nie genau weiß, wie sich nun die Verhältnisse ändern.

Nun ist „Roswell“ natürlich nicht nur eine Science Fiction-Serie, denn vieles dreht sich rund um das Thema Liebe, Pubertät und das Finden des einzig Richtigen, oder der einzig Richtigen. Der Zuschauer muss dabei des Öfteren gehörig leiden, wenn sich Liz und Max mal wieder in den Armen liegen und einfach nicht zusammenfinden wollen. Gut die Hälfte der Serie begleitet diese Höhen und Tiefen in einer Beziehung, die scheinbar zum Scheitern verurteilt ist. Aber auch die anderen Charaktere der Serie durchleben diese Ups and Downs, denn sowohl Michael (Brendan Fehr) als auch Isabel (Katherine Heigl) finden das Deckelchen aufs Töpfchen. Daneben wird aber auch das Mystery-Element rund um die Herkunft der Aliens immer weiter geführt. In einem muss man freilich der Casting-Crew ein großes Lob ausstellen. Jeder Zuschauer, ob jung oder alt, findet seinen Charakter, mit dem er sich identifizieren kann. Ob jetzt die großbusige Blondine Katherine Heigl („Prinz Eisenherz“, „Grey’s Anatomy“), die schüchterne Schwarzhaarige Shiri Appleby („Xena“), die selbstbewusste und leicht durchgeknallte Majandra Delfino („Traffic – Die Macht des Kartells“), da ist für jeden männlichen Zuschauer etwas dabei. Und auch die weiblichen Zuschauer werden mit dem geheimnisvollen Jungen Jason Behr („The Grudge“), dem Draufgänger Brendan Fehr („Final Destination“) und dem ruhigen und nachdenklichen Colin Hanks („King Kong“) bestens bedient. Diese Zusammenstellung hilft sicher dabei, bei der Stange zu bleiben und jedes Mal mitzufiebern, was aus dem eigenen Idol nun eigentlich wird.

„Roswell“ hatte auch die eine oder andere kleine Schwäche. Dass der Plot nicht richtig vorangeht und manchmal aufgrund der vielen Liebesgeschichten auch mal stecken bleibt, mag durch das furiose Finale aufgewogen werden. Denn da geht es wirklich über mehrere Episoden mehr als rund und am Ende erfüllt sich dann auch endlich ein Wunsch der Zuschauer – wie auch der Hauptcharaktere. Endlich wird ein wenig Licht ins Dunkel gebracht, was die Herkunft des Trios anbelangt, und vor ,allem was deren Bestimmung ist. Die erste Staffel endet dann auch noch mit einem ziemlichen Cliffhanger, der einen Einblick bietet, was da auf unsere Helden noch zukommt. Zu Beginn der Season kann auch schon mal der Gedanke aufkommen, dass jede Woche das Problem der Woche angegangen wird. Der Zusammenhang zwischen den Episoden ist da zwar auch schon da, ist aber etwas loser gehalten, als im Rest der Season. Diese kleinen Schwächen machen aber nicht sehr viel aus. Denn die Serie im Ganzen betrachtet ist ein starkes Stück Fernsehgeschichte. Besonders beeindrucken kann aber noch etwas ganz Anderes: Das sehr eingängige Titellied. „I am what I am, I do what I want“, das von der britischen Sängerin Dido gesungen wird.

DVD-Aufarbeitung:
Dem Zuschauer wird ein sehr harmonisches Bild geliefert, das keine sichtbaren Schwächen aufweist. Farbgebung, Kontrast und Farbbalance sind sehr gut aufeinander abgestimmt. Obwohl das Material inzwischen sieben Jahre alt ist, sind keine Altersspuren zu erkennen. Der Ton wirkt sehr ausgewogen, ist aber in Deutsch nur in Dolby Digital 2.0 – also Fernsehformat – enthalten. Auf einem Surroundsystem kann er dennoch überzeugen. In Englisch liegt der Ton in Dolby Digital 5.1 vor, zeigt aber keine Unterschiede zur deutschen Variante, hat vor allem keine weiteren Effekte zu bieten.

Auf jeder der Discs wurde je eine der Folgen mit einem Audiokommentar versehen. Technisch gesehen besonders hörenswert sind dabei die Kommentare von Jason Katims und David Nutter, die so einiges zur Entwicklung der Serie erzählen. Die Kommentare von Shiri Appleby und Majandra Delfino sind eher für diejenigen interessant, die ein paar Hintergrundinfos zu den Darstellern und deren Geschichten und Geschichtchen während der Dreharbeiten hören möchte. Auf Disc 6 sind darüber hinaus einige Featurettes enthalten. „Roswell High Featurette“ zeigt ein Interview mit Laura Burns und Melinda Metz, die nicht nur die Skripts der Serie verfasst haben, sondern auch für die Romane verantwortlich waren, auf denen die Serie basiert. Es werden interessante Details aufgedeckt, wie sich die Charaktere in der Serie von denen in den Büchern unterschieden haben. Immerhin war Liz Parker in den Romanen noch eine Spanierin und Max ein ein blonder, blauäugiger Junge. Dieses Interview hat eine Länge von rund 11 Minuten. Auch wenn die zweite Featurette „Area 51 Featurette“ heißt, wird nichts über die militärische Einrichtung in Nevada berichtet, es ist vielmehr ein Making Of der Serie, in der vom Regisseur über den Produzenten hin zu den Darstellern alle zu Wort kommen. Dieses Making Of hat eine Länge von rund 30 Minuten. Bei den Interviews kommen viele der Darsteller zu Wort. Die Liste umfasst Shiri Appleby (Liz), Jason Behr (Max), Katherine Heigl (Isabel), Majandra Delfino (Maria), Brendan Fehr (Michael), Colin Hanks (Alex) und Nick Wechsler (Kyle). Die Interviews sind je zwischen zwei und drei Minuten lang. Dazu gibt es eine Probeaufnahme von Emilie De Ravin (Tess), das Musikvideo zu „Save Yourself“ der Gruppe Sense Field und TV-Trailer. Disc 1 enthält außerdem eine kurze aus dem Pilotfilm gelöschte Szene. Alles in allem sieht das nach recht viel aus, ist aber im Vergleich zu anderen Serienveröffentlichungen etwas mager. Die Audiokommentare wiegen die im Verhältnis recht geringe Anzahl an gefilmten Featurettes nicht auf.

Fazit:
„Roswell“ ist eine gelungene Science Fiction-Serie, die bereits in der ersten Staffel ein hohes Spannungspotential aufbaut. Die Liebesgeschichten zwischen den Teenagern können auch ältere Science Fiction-Fans nicht stören, ganz im Gegenteil. Und die junge Generation wird sowieso daran ihre Freude haben. Die Special Features sind etwas mager, vergleicht man andere Serienveröffentlichungen mit „Roswell“. Aber der günstige Preis wiegt dieses Manko allemal auf. Auf jeden Fall sollte die erste Season in keiner guten Sammlung fehlen.

Autor der Besprechung: Bernd Glasstetter

Daten zur DVD:
FSK-Freigabe:
Bildformat:
Laufzeit:
FSK 12
1,78:1
1,78:1
22 Episoden à 40 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch:
Dolby Digital 2.0
Dolby Surround 2.0
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Disc 1:
    • Audiokommentar von Jason Katims und David Nutter zu Folge 01
    • Deleted Scene "Das Geheimnis"
  • Disc 2
    • Audiokommentar von David Nutter zu Folge 08
  • Disc 3
    • Audiokommentar von Thania St. John zu Folge 10
  • Disc 4
    • Audiokommentar von Shiri Appleby und Majandra Delfino zu Folge 16
  • Disc 5
    • Audiokommentar von Shiri Appleby und Majandra Delfino zu Folge 17
  • Disc 6:
    • Audiokommentar von Jason Katims und David Nutter zu Folge 22
    • Roswell High Featurette
    • Area 51 Featurette
    • Interviews
    • Emilie De Ravin (Tess) Probeaufnahmen
    • Musikvideo "Save Yourself" von Sense Field
    • TV-Trailer


Special vom: 01.04.2006
Autor dieses Specials: Bernd Glasstetter
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