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Staffel 2 - Die Rezension

roswell_digipack2_klein.jpg Inhalt
Der Sommer ist vorüber und monatelang ist nichts geschehen. Ganz offensichtlich hat sich kein weiterer Außerirdischer in Roswell eingefunden und Max, Isabell, Michael und Tess wiegen sich in einer trügerischen Sicherheit. Diese wird schnell durchbrochen und Nasedo stirbt nur kurze Zeit später. Den Vieren wird klar, dass sie sich größten Gefahren gegenübersehen und nicht wissen, ob sie überhaupt etwas gegen die anderen Außerirdischen ausrichten können. Immerhin können sie inzwischen auf eine große Anzahl an Menschen setzen, die sie unterstützen und zu denen auch Sheriff Valenti und dessen Sohn Kyle gehören, dem Max in der letzten Episode der ersten Season das Leben gerettet hat. Vieles hat oder wird sich außerdem in den Beziehungen zwischen den einzelnen Charakteren getan oder tun...

Meinung
Schon früh zeigte sich in der Season 1, dass ein innerer Zusammenhang zwischen den einzelnen Episoden hergestellt wurde, der stärker war als bei vielen anderen Serien. Und genau dies wurde auch bei der zweiten Season durchgezogen, zum Teil sogar noch stringenter und ausgeprägter. Die zweite Season ist durch viele Mehrteiler gekennzeichnet. Diese ziehen sich durch Folge 23 bis 25, Folge 30 bis 31, Folge 33 bis 36 und schlussendlich Folge 38 bis 43 – der längste Mehrteiler der zweiten Season. Dazwischen gibt es ein paar Einzelepisoden, die schon alleine für sich stehend die Season als ausgezeichnete Fernsehunterhaltung da stehen lassen. In Folge 26 – Summer of 47 – Sommer 47 sind die Darsteller in ungewöhnlichen Rollen im Jahr 1947 – dem Jahr des angeblichen Absturzes des Raumschiffes in Roswell - zu sehen und erfahren in der Gegenwart noch mehr über ihre Herkunft und dass es offensichtlich noch einmal vier von ihnen gibt, eine Tatsache, die im Mehrteiler der Folgen 30 bis 31 wichtig wird. Denn dort treffen die vier Außerirdischen auf ihre Doppelgänger und bekommen sogar eine Chance nach Hause zu kommen. Am interessantesten und spannendsten sind aber mit Sicherheit die Folgen, in denen sie auf neue Außerirdische stoßen, den so genannten Skins, die in einer Symbiose mit einem Organismus leben, der eine menschliche Form annehmen kann, aber nach und nach abstirbt und nach 50 Jahren ausgetauscht werden muss. Die Außerirdischen, die in ihrem Inneren leben, können nämlich nicht in der Atmosphäre der Erde überleben. Ein Umstand, der es plausibel macht, warum die Erde noch nicht angegriffen wurde.

Herzzereissend ist mit Sicherheit Folge 39, die der Dreh- und Angelpunkt des letzten und längsten Mehrteilers der zweiten Season ist. Alex stirbt darin, zunächst einmal aus einem eher logischen Grund. Denn Colin Hanks („King Kong“), Darsteller des ruhigen Verehrers von Isabell, dessen Karriere mit Roswell gestartet hatte, hatte schnell viele und sehr gute Angebote außerhalb der Serie. So spielte er unter anderem in „Band Of Brothers“ mit und „Orange County“ mit. „Band Of Brothers" war auch der Grund, warum er bereits in einigen Folgen zuvor nicht zu sehen war und sein Charakter eine angebliche Reise nach Schweden unternahm. Für den Zuschauer wurde sein Tod dermaßen clever und emotional inszeniert, denn zum Einen hatte Isabell erst eine Folge zuvor endlich ihren Gefühlen nachgegeben und die Beiden waren sich näher gekommen. Zum Anderen versuchte Max ihn noch zu retten, scheiterte aber. Der eher triviale Tod wurde dann aber als Ausgangspunkt für ein furioses, fünf Episoden überspannendes Ende der Season genommen und zahlreiche Überraschungen eingebaut, die so ziemlich alles Bekannte über den Haufen warf und die meisten Beziehungen zwischen den Charakteren neu definierte. Ein derart radikaler Schritt wurde wohl nur sehr selten in einer Fernsehserie inszeniert. Und das Ganze stellte auch noch einen Cliffhanger zur dritten Season dar, der kaum zu ertragen scheint. Es kann mit Fug und Recht geschrieben werden, dass die zweite Season ein einziges Highlight war und kaum eine Science Fiction-Serie – vielleicht mit Ausnahme von „Babylon 5“ – derart dicht inszeniert wurde.

Die zweite Season war deutlich erwachsener inszeniert worden und das hatte mit mehreren Dingen zu tun. Da waren die Charaktere, die freilich ein Jahr älter geworden sind und mit inzwischen 17 sich deutlich erwachsener gekleidet und gegeben haben. Besonders Maria hatte eine enorme Wandlung vom eher hässlichen Entlein zur betörenden langhaarigen Blondine durchgemacht, ein Umstand, der Darstellerin Majandra Delfino („Traffic – Die Macht des Kartells“) nach eigenen Aussagen sehr gefiel. Dazu wurden auch die einzelnen Themen erwachsener und Roswell hatte einen deutlichen Schritt von einer Serie über Teenie-Probleme hin zu einem Ganzen aus Mystery und Science Fiction gemacht. Konnten den Zuschauer in der ersten Season noch die sehr harmlosen und ausführlich behandelten Liebesgeschichten stören, wurde hier ein deutlicher Schritt vorwärts gemacht. Vielleicht war es aber genau diese Wandlung, die der Serie letztendlich die Zuschauer weglaufen ließen, konnten sich doch eventuell die Teenies nicht mehr richtig mit ihren Charakteren identifizieren.

DVD-Aufarbeitung
Wie auch schon in Season 1 wird auch hier dem Zuschauer ein harmonisches Bild gezeigt ohne sichtbare Schwächen. Farbgebung, Kontrast und Farbbalance sind sehr gut aufeinander abgestimmt, alles ohne sichtbare Altersspuren. Auch beim Ton gibt es keine Veränderungen im Vergleich zur Season 1. Er wirkt ausgewogen, hört sich trotz Dolby Digital 2.0 in Deutsch auch auf einem Surroundsystem gut an. Und auch hier kann der englische Originalton in Dolby Digital 5.1 nicht viel mehr bieten, als der „kleinere“ Sound in Deutsch.

Im Gegensatz zur ersten Season wurden diesmal lediglich drei Audiokommentare mit auf die DVDs gebrannt. Auf der ersten CD kommentiert Ronald D. Moore, Co-Executive Producer der zweiten Season die Folge 24 – Ask Not – Fragen über Fragen, die er auch geschrieben hat. Moore ist kein unbekannter in der Szene, war auch schon bei „Star Trek: The Next Generation“ beschäftigt. Er erzählt hier einiges Interessantes über die Entwicklung der Charaktere und in welche Richtung die Serie gelenkt werden sollte. Den Audiokommentar von Jason Katims und Patrick Norris zu Folge 32 – A Roswell Christmas Caroll – Der Geist der Weihnacht hätte man sich auch ruhig sparen können. Ihn ausgerechnet bei einer der wenigen Einzelepisoden zu bringen und dann auch nur wenige neue Informationen anzubieten, außer dass die Beiden von der Comedy der Episode begeistert sind, machen ihn eher uninteressant. Der Audiokommentar von Ronald D. Moore zu Folge 39 – Cry your Name – Tod um Mitternacht hingegen ist sehr interessant. Denn es werden zum Einen ein paar Probleme angesprochen, die die Macher hatten (Colin Hanks weitere Angebote für neue Projekte und seine Abwesenheit und die Angst, ob die Serie fortgesetzt wird), zum Anderen wird aufgerollt, wie der letzte Mehrteiler angestossen wurde. Ein sehr interessanter Audiokommentar, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Disk 6 ist mit weiteren filmischen Extras bepackt worden. „Here with me: Making Of Staffel 2“ Featurette zeigt in über 30 Minuten einen tieferen Einblick in die Intentionen der Produzenten bestimmte Episoden zu machen und erlaubt auch einen Einblick, warum Alex sterben musste. Einige der Darsteller kommen hier auch zu Wort. “The Art of Composing Roswell” Featurette zeigt Joe Williams, den Komponisten von Roswell. Er zeigt anhand der Folge 33 – To Serve and to Protect – Gefangen im Albtraum, wie er mit Hilfe von Musik bestimmten dramatischen Szenen einen tieferen Hintergrund gibt. Das ungefähr vier Minuten lange Featurette ist sehr interessant, denn selten wird die Komposition von Musik so direkt gezeigt. “A little Something Extra for the Fans” Videomontage zeigt die schönsten Szenen zwischen den verschiedenen Liebespaaren in Roswell, untermalt mit romantischer Musik. “Storyboard to Scene” Featurette zeigt anhand von Vergleichen zwischen den Storyboards und der echten Szene, wie diese umgesetzt wurde. “The Shiri and Majandra Show” Featurette ist ein sehr interessantes zehnminütiges Interview der beiden menschlichen Frauen unter den Hauptcharakteren. Sie beschreiben darin ausführlich die Entwicklung ihrer Charaktere von einer Season zur Nächsten und was sie auch selbst dazu beigesteuert haben. Ergänzt werden die Special Features auf der sechsten DVD durch den deutschen TV-Trailer, der die DVD-Edition beworben hat. Insgesamt sind zwar weniger Audiokommentare wie bei Season 1 enthalten, allerdings ist der Umfang der filmischen Featurettes etwas umfangreicher und interessanter, so dass die Gesamtbewertung der Special Features bei Season 2 positiver ist.

Fazit
Season 2 von “Roswell” ist deutlich erwachsener und geht in eine gänzlich andere Richtung, als dies bei Season 1 der Fall war. „Roswell“ geht weg von der typischen Teenager-Serie und in Richtung Mystery und Science Fiction. Das ist radikal und wurde selten in der Fernsehgeschichte so gut gemacht, wie dies hier geschehen ist. Die zweite Season ist mit Sicherheit ein Highlight der ganzen Serie und für Science Fiction Fans ein absolutes Muss.

Autor der Besprechung: Bernd Glasstetter

Daten zur DVD:
FSK-Freigabe:
Bildformat:
Laufzeit:
FSK 12
1,78:1
1,78:1
21 Episoden à 40 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch:
Dolby Digital 2.0
Dolby Surround 2.0
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Disc 1:
    • Audiokommentar von Ronald Moore zu Folge 24
  • Disc 3:
    • Audiokommentar von Jason Katims und Patrick Norris zu Folge 32
  • Disc 5:
    • Audiokommentar von Ronald D. Moore zu Folge 39
  • Disc 6:
    • "Here with me: Making Of Staffel 2" Featurette
    • "The Art of Composing Roswell" Featurette
    • "A little Something Extra for the Fans" Videomontage
    • "Storyboard to Scene" Featurette
    • "The Shiri and Majandra Show" Featurette
    • TV-Trailer


Special vom: 30.04.2006
Autor dieses Specials: Bernd Glasstetter
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