Inhalt
Alex ist tot, Tess ist mit dem Raumschiff verschwunden und eigentlich sieht alles nach noch vielen weiteren Problemen für die drei Außerirdischen aus. Denn Max versucht auf Biegen und Brechen ein anderes Raumschiff zu finden und Isabell will nur noch aus Roswell weg. Sie verliebt sich in Jesse Ramirez (Adam Rodriguez) und heiratet ihn auch gegen den Widerstand durch Max.
Meinung
Drei Seasons war Roswell vergönnt. Drei Jahre, in denen hoch-qualitative Geschichten produziert wurden, die jeden Zuschauer in ihren Bann ziehen konnten. Und wenn in Amerika die Serie nicht von einem Sender zum nächsten und von einem Sendeplatz zum anderen verschoben worden wäre, wer weiß, wie lange es noch weiter gegangen wäre. Zumal es die Macher fertig bekamen, einen recht sinnvollen Abschluss der dritten Season zu bewerkstelligen, der durch die Anlage der Geschichte eine Fortsetzung erlaubt hätte. Denn eines war allen klar geworden: Roswell konnte irgendwann nicht mehr in Roswell stattfinden. Zu viele Menschen wussten über die Herkunft der drei Aliens Bescheid und zu viele waren ihnen auf den Fersen. Bis zum Point Of No Return, an dem es wirklich nicht mehr anders geht als auf eine Endlösung hinzuarbeiten, hat aber das Team, das diese Serie produziert hat, eine gute Season geschaffen, die die Charaktere in neue Entwicklungen tauchen lässt.
Irgendwo war es dennoch der dritten Season anzumerken, dass ihre Macher nicht wussten, wie es mit ihnen weitergehen würde. Es gibt einige Kritikpunkte, die vor allem die Continuity betrafen, die merklich nicht mehr so ernst genommen wurde, wie dies noch in den ersten beiden Seasons der Fall gewesen war. Dass zum Beispiel Max und Liz auf einmal wieder zusammen sind, obwohl die zukünftige Version von Max in Season 2 doch Erfolg dabei hatte, die Beiden auseinander zu bringen, muss eigentlich als Logikfehler dahin gestellt bleiben. Sicher ist, dass es den Zuschauer zufrieden stellt. Ein dickerer Logikfehler ist den Autoren aber widerfahren, als Max in Folge 57 ganz offensichtlich stirbt. Seine spätere Wiedergeburt ist nicht gerade glaubhaft inszeniert worden, dem Zuschauer konnten hier schon einmal Zweifel aufkommen, ob die Autoren nicht zu übermütig agiert hatten. Es sind gerade die Einzelepisoden, die nicht so stark untereinander verbunden sind, die die dritte Season im Vergleich zu den Mehrteilern schwächen.
Anders sieht es aber wiederum bei der Geschichte rund um Isabells Hochzeit und ihren Flitterwochen aus. Hier wurden einige sehr erinnerungswerte Szenen gedreht, in denen auch Colin Hanks noch einmal einen wundervollen Auftritt als Alex hinlegt und darin Isabell aus deren angefangener Beziehung entlässt. Wer hier keine Taschentücher ziehen musste, dem fehlt eindeutig Sinn für Romantik. Und auch der abschließende Dreiteiler ist in sich sehr schlüssig inszeniert und bringt die Außerirdischen endgültig dazu, eine Entscheidung zu treffen, was sie mit ihrem Leben und vor allem wo anfangen. Insgesamt muss man auf jeden Fall sagen, dass sich die Figuren erheblich weiter entwickelten und eine deutliche Entwicklung von Season zu Season spürbar war. Angefangen hat Roswell mit Sicherheit als Teenager-Serie, wurde in Season 2 zu einer Science-Fiction-Serie und machte dann in Season 3 eine weitere Wende in Richtung einer Serie, die eher Zuschauer mit einem Alter von 20 und mehr angesprochen hat. Und das ist am Bemerkenswertesten.
DVD-Aufarbeitung
Wie auch schon in Season 1 und 2 wird auch hier dem Zuschauer ein harmonisches Bild gezeigt ohne sichtbare Schwächen. Farbgebung, Kontrast und Farbbalance sind sehr gut aufeinander abgestimmt, alles ohne sichtbare Altersspuren. Auch beim Ton gibt es keine Veränderungen im Vergleich zur Season 1 und 2. Er wirkt ausgewogen, hört sich trotz Dolby Digital 2.0 in Deutsch auch auf einem Surroundsystem gut an. Und auch hier kann der englische Originalton in Dolby Digital 5.1 nicht viel mehr bieten, als der "kleinere" Sound in Deutsch.
Vier Audiokommentare sind auf den insgesamt 5 DVDs enthalten, zwei davon sind von Jonathan Frakes gesprochen worden. Und wenn dieser auch ein herausragender Schauspieler ist, als Sprecher für Audiokommentare ist er ein Totalausfall, vermittelt nur wenige wirklich hörenswerte Details zu den vorliegenden Folgen. Ganz anders sieht es da bei dem Kommentar von Ronald D. Moore aus, der faszinierende Einblicke in die Arbeit eines Autoren bietet. Dieser Audiokommentar ist sehr hörenswert, ebenso wie der von Jason Katims, der beim Audiokommentar zur letzten Folge der Serie noch einmal sehr spannend erzählt, wie es überhaupt zum frühen Serienaus kam und auch noch einige sehr interessante Einblicke in die Produktion der letzten Folge bietet. Unter Anderem mit der Information, dass sich Brendan Fehr den Arm gebrochen hatte und sie größte Probleme hatten, dessen Gips während des Drehs zu verstecken. Die restlichen Special Features sind nicht der Rede wert. Die Featurette über die DVD-Tour von Shiri Appleby nach Japan ist ein Gimmick, das keiner braucht. Fotogalerie und TV-Trailer sind Standardkost. Lediglich das Making Of "Class Of 2002" bietet noch einmal sehr gute, ausführliche und interessante Einblicke in die Herstellung der dritten Season. Insgesamt sind die Special-Features aber unter dem Durchschnitt.
Fazit
Sicher ist, dass die Ungewissheit über den Fortgang der Serie sehr stark die dritte Season von "Roswell" beeinflusst hat. Das Ende wirkt etwas hektisch inszeniert, der Mittelteil hat ein paar Logikfehler aufzuweisen. Die Experimentierfreudigkeit der Autoren hat zwar auch zu vielen erinnerungswürdigen Szenen geführt, aber auch den inneren Zusammenhalt in der Serie ab und zu gestört. Dennoch ist auch die dritte Season immer noch sehr gutes Fernsehen mit herausragenden darstellerischen Leistungen und einigen sehr guten Drehbüchern.
Autor der Besprechung: Bernd Glasstetter
Daten zur DVD:
FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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18 Episoden à 40 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch: Dolby Surround 2.0
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Englisch Dolby Digital 5.1
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Untertitel:
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| Keine
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Bonusmaterial:
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- Disc 1:
- Audiokommentar von Jonathan Frakes zu Folge 47
- Disc 2:
- Audiokommentar von Jonathan Frakes zu Folge 51
- Disc 3:
- Audiokommentar von Ronald D. Moore zu Folge 54
- Disc 5:
- Audiokommentar von Jason Katims zu Folge 61
- "Shiri Applebys DVD Tour nach Japan" Featurette
- "Class of 2002" Featurette
- Fotogalerie
- TV-Trailer
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