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Roswell - Hintergründe

Ufos sind in aller Munde und viele, sehr viele Menschen behaupten welche gesehen zu haben. Und dabei ist das Phänomen noch nicht einmal so alt. 59 Jahre ist es her, daß Kenneth Arnold, ein Privatpilot, bei einem Flug über den Mount Rainier-Gebirgszug neun ihm unbekannte Flugobjekte sah. Er beschrieb sie Journalisten so: "Sie sind unberechenbar geflogen, so, als wenn man eine Untertasse übers Wasser schlittern lässt." Sie hatten nach seiner Schilderung eigentlich wie Bumerangs ausgesehen, aber der Reporter Bill Bequette machte aus ihnen die "Flying saucers", die fliegenden Untertassen. Ein Begriff, der noch heute mit den Ufos verbunden ist, auch wenn deren ausgeschriebener Name eigentlich "unidentifiziertes Flugobjekt" ist.

Das Thema wurde zum Sommerlochfüller im Sommer 1947 und so ist es kaum verwunderlich, daß es viele Finder gab, die Sichtungen oder ähnliches zu berichten hatten. So auch der Rancher Mac Brazel aus New Mexico, obwohl er zunächst von dem Trubel um die Ufos ohne Telefon und Radio gar nichts mitbekommen hatte, bis er nach Corona fuhr und dort von den Berichten hörte. Er hatte Tags zuvor einige Trümmerstücke auf einem Feld gefunden und war zwar noch nicht voll vom Fund einer Untertasse überzeugt, aber er ging zu den Behörden. Diese - um genau zu sein ein Pressesprecher der US-Armee-Luftwaffe in Roswell - verkündeten am 8. Juli 1947 die Bergung eines Ufos. Doch nur wenige Stunden wurde dies dementiert und es wurden Teile eines abgestürzten Wetterballons ausgegeben.

Der Vorfall sollte zunächst in Vergessenheit geraten, um genau zu sein 31 Jahre lang. Selbsternannte UFO-Forscher nahmen sich des Themas an und es wurde viel hinzugedichtet, einiges gelogen und ebenso viel manipuliert. Es gelten aber ein paar Dinge als sicher:
  • Der Fund geschah am 14.06.1947. Das Datum gilt als gesichert.
  • Die Trümmer wurden von Mac Brazel und seinem Sohn Vernon eingesammelt, möglicherweise auch von beiden gefunden, möglicherweise war aber auch der Sohn beim Fund selber nicht dabei. Weitere Beteiligte gibt es nicht.
  • Am 07.07.1947, einem Montag, wurde der Fund beim Militärflugplatz gemeldet.
  • Die Trümmer wurden zu dem Zeitpunkt nicht nach Roswell gebracht, sondern vom Militär später abgeholt.
  • Die erste Pressemitteilung erfolge mündlich und nicht schriftlich.
  • Es wurden keine Leichen von Außerirdischen gefunden.
  • Die Wrackteile entsprachen jenen eines Ballons des geheimen Projektes MOGUL, das zum Zweck hatte, Atombombenexplosionen aufzuspüren und zu dem damaligen Zeitpunkt als hochgeheim eingestuft war.
Das sind alles keine unwichtigen Tatsachen und belegen im Zusammenhang mit anderen Geschichten lediglich, daß viel erzählt worden ist. Nach dem, was bekannt ist, hat es sich möglicherweise folgendermaßen abgespielt: Mac Brazel hatte den Fund nicht dabei und die Verantwortlichen mußten erst einmal an die vermeintliche Absturzstelle fahren, um den Fund begutachten. Ein übereifriger Pressesprecher gab in der Zwischenzeit unter Unkenntnis der Tatsachen eine falsche Meldung heraus, die alleine auf Hörensagen beruhte. Die mußte dann korrigiert werden. Heraus kam dann doch "nur" ein Absturz eines Ballons - wenn auch eines geheimen.

Nun kann jeder sich zu diesem Thema im Internet informieren und kundig machen, versuchen Wahrheit von Dichtung zu trennen. Vielleicht gab es ja dann doch einen Absturz und er wurde vertuscht. Wer weiß das schon so genau. Fast 60 Jahre sind inzwischen vergangen und vielleicht sind ja auch Beweise unter den Tisch gekehrt worden. Oder aber alles, was offiziell bekannt ist, ist doch wahr. Nichts Genaues weiß man nicht, heißt es so schön. Jeder darf aber noch träumen, vielleicht auch von Aliens, die 1947 in Roswell abgestürzt sind.


Special vom: 01.04.2006
Autor dieses Specials: Bernd Glasstetter
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