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Django - Der Rächer
Django


Django - Der Rächer

Story:
Django (Franco Nero) ist Sheriff in einem kleinen texanischen Städtchen. Zusammen mit seinem Bruder Jim macht er sich eines Tages auf nach Mexiko, um den Schurken Cisco Delgado (José Suárez) zu schnappen, der schon lange gesucht wird. Erschwerend kommt hinzu, dass Cisco einst den Vater von Django und Jim ermordet hat. Als die beiden Cisco eines Tages finden, offenbart sich ihnen eine bittere Wahrheit, die die Brüder erstmal verdauen müssen ...

Meinung und Hintergründe zum Film:
Mit "Django, der Rächer" liegt mal wieder einer der zahlreichen Western vor, die im Original überhaupt nichts mit dem Django-Charakter zu tun haben. Der Hauptcharakter des im Original betitelten "Texas, Addio" heißt eigentlich Burt Sullivan. Der ungefähr zeitgleich und sehr erfolgreich in den Kinos erschienene "Django"-Film und die Tatsache, dass in beiden Filmen Franco Nero die Hauptrolle spielt, inspirierte den deutschen Kinoverleih offensichtlich dazu, den Hauptcharakter umzubenennen und Titel-Tuning zu betreiben.

Aber keine angst, Namen sind nur Schall und Rauch, und dieser Etikettenschwindel wäre bei diesem Film gar nicht nötig gewesen. Mit dem "Rächer" gibt Regisseur Ferdinando Baldi, der sich neben einigen belanglosen Western noch für die Klassiker "Django und die Bande der Gehenkten" und "Blindman" verantwortlich zeichnen sollte, ein überzeugendes Western-Debüt. Die Geschichte und die Inszenierung schwankt noch etwas zwischen den amerikanischen Western und typischen Elementen des italienischen Ablegers dieses Genres, kann aber eine anständige und auch relativ vielschichtige Geschichte bieten. Die beiden Brüder "Django" und Jim reisen nach Mexiko, um endlich den Schurken Delgado dingfest zu machen. Dieser hat vor langer Zeit den Vater der beiden ermordet. Nach einigen Schwierigkeiten kommen die beiden auch endlich bei Delgado an und dort müssen sie merken, dass er einst ein Verhältnis mit der Mutter der beiden Brüder hatte und Jim in Wahrheit Delgados Sohn ist. In dieser Dreiecksbeziehung gibt es fortan einiges an Konfliktpotential, das packend und spannend von Baldi inszeniert wurde. Hier wird auf einen gnadenlosen Rächer verzichtet, wie ihn der deutsche Titel verspricht, und die Familie und ihre persönlichen Konflikte, die sich aus der unerwarteten Situation ergeben, werden in den Vordergrund gestellt.

Neben Franco Nero ("Django") selbst kann noch der mexikanische "Alcalde" (Livio Lorenzon, "Vier für ein Ave Maria") überzeugen und sich nachhaltig in das Gedächtnis des Zuschauers einbrennen. Ständig betrunken und immer mit einem dreckigen Lachen im Gesicht lässt er gnadenlos Bauern erschießen, die beim Stehlen erwischt wurden, kommt gegen Ende des Films jedoch einigermaßen wieder zur Besinnung und kann noch Sympathiepunkte beim Publikum gewinnen. An der Kamera stand Enzo Barboni, der in den folgenden Jahren zu einigem Ruhm als Regisseur zahlreicher erfolgreicher Klamotten mit Bud Spencer und Terence Hill kommen sollte. Westernfans kommen beim "Rächer" auf alle Fälle auf ihre Kosten und selbst diejenigen, die zumindest die italienischen Beiträge zum Western-Genre nicht mögen, werden sich mit diesem Film anfreunden können.

DVD Aufarbeitung:
Das Bild macht insgesamt einen guten Eindruck, einige Bildverschmutzungen können das Sehvergnügen nicht schmälern, über die eine oder andere Unschärfe kann man ebenfalls hinwegsehen. Der Ton in Dolby Digital 1.0 Mono ist ebenfalls gut verständlich, rauscht jedoch in einigen Szenen, allerdings nur unwesentlich und nicht störend.

Als Extras gibt es zum Einen den Trailer zum Film, sowie Filmografien in Form von Texttafeln zu Regisseur Ferdinando Baldi, Kameramann Enzo Barboni und Hauptdarsteller Franco Nero. Abgerundet werden die Special Features mit einem rund fünfminütigen Interview mit Franco Nero über seine Erinnerungen an die Dreharbeiten zum Film.

Fazit:
"Django, der Rächer" hat mit dem Charakter des Django überhaupt nichts zu tun. Dies tut der guten Unterhaltung und einer uneingeschränkten Empfehlung des Films aber überhaupt keinen Abbruch. Regisseur Ferdinando Baldi liefert mit seiner noch leicht amerikanisch angehauchten Inszenierung eine überzeugende Leistung ab. Die DVD ist technisch gut.

Daten zur DVD:

FSK-Freigabe:
Bildformat:
Laufzeit:
FSK 16
2,35:1
2,35:1
88:22 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch:
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Italienisch:
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Trailer
  • Filmografien
  • Dokumentation "Franco Nero back in the saddle"

FILMTITEL
Django, der Rächer
Texas, Addio

Andreas Schultz
Überzeugendes Genre-Erstlingswerk von Ferdinando Baldi
Autor der Besprechung:
Andreas Schultz

Filmdaten:

Produktionsland,-jahr:
I, 1966
Regie:
Ferdinando Baldi
Drehbuch:
Ferdinando Baldi, Franco Rossetti
Darsteller:
Franco Nero, Alberto Dell'Acqua, Elisa Montés, José Guardiola, Livio Lorenzon, Hugo Blanco

Vertrieb Deutschland :
Kinowelt Home Entertainment
DVD-Verleihstart Deutschland :
01.08.2006
DVD-Verkaufsstart :
01.08.2006

Vertrieb Schweiz :
Impuls Home Entertainment
DVD-Verleihstart Schweiz :
01.08.2006
DVD-Verkaufsstart Schweiz :
01.08.2006




Special vom: 09.08.2006
Autor dieses Specials: Michael Tomiak
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