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Djangos Rückkehr
Django


Djangos Rückkehr

Story:
Django (Franco Nero) hat Abschied genommen vom harten Dasein als erbarmungsloser Revolverheld und will seinen Lebensabend als Mönch in einem südamerikanischen Kloster genießen. Als jedoch eines Tages der Schurke Diablo (Christopher Connelly) mit seinen Schergen vorbeikommt und die ansässigen Bauern und junge Frauen kidnappt, damit diese in seiner Silbermine als Sklaven arbeiten, bzw. als Prostituierte weiterverkauft werden, kann Django nicht anders, als wieder zur Waffe zu greifen und dem Schurken zu zeigen, wer den längeren Colt hat.

Meinung und Hintergründe zum Film:
Um es gleich vorweg zu nehmen: "Djangos Rückehr" ist zwar der einzige legitime Nachfolger des Klassikers von 1966, weil hier der Original-Django-Charakter die Hauptperson ist, dennoch wird dieser Film von den meisten Italowesternfans ignoriert, und das aus gutem Grund. "Djangos Rückkehr" ist mehr ein Abenteuerfilm als ein Western und kann die Stimmung aus dem Originalfilm nur noch ganz selten und punktiert einfangen und übertragen. Es war ein eindeutiger Fehler, dem in Western-Dingen völlig unerfahrenen B-Regisseur Nello Rossati ("Alien Terminator") einen solch legendären Namen wie Django zu überlassen - da hilft es dann auch nur wenig, dass wenigstens Franco Nero (mit der deutschen Synchronstimme von Sylvester Stallone und Arnold Schwarzenegger) wieder in seine Parade-Rolle geschlüpft ist.

Der einigermaßen stimmungsvolle Anfang des Films, in dem Western-Legende William Berger ("Keoma", "Von Angesicht zu Angesicht") einen überzeugenden Gastauftritt als alternder Westernheld hat, der sich mit einem anderen, ebenfalls nicht mehr allzu jungen Kollegen duelliert, wird dann leider von dem wenig überzeugenden Rest des Films überschattet und so verpufft auch diese an sich gute Idee wirkungslos in der Luft. Die folgenden 90 Minuten muten dann eher wie ein bemüht wirkender Abenteuer-Action-Film der Kategorie B an. Django hat sich von seinem früheren Leben als brutaler Westernheld verabschiedet und ist nun ein Mönch geworden. Nachdem eine Horde von Verbrechern unter der Führung von "El Diablo" (Christopher Connelly, "Die Mars-Chroniken") eine Menge Bauern für seine Silbermine und Frauen für die Prostitution und sein eigenes Vergnügen entführt, greift Django gezwungenermaßen wieder zum Maschinengewehr. Dabei schafft er es, innerhalb von wenigen Minuten vom Pazifisten zum gnadenlosen Rächer zu werden, der erbarmungslos mit den Banditen aufräumt und seine Aktionen mit entsprechenden knappen Kommentaren würzt ("Gott vergibt, Django nie!"). Insgesamt ist diese Rückverwandlung wenig überzeugend vom Regisseur herausgearbeitet worden.

Immerhin stimmt die Action einigermaßen und reicht für eine 1,5 Stunden lange Berieselung, über die man nach dem Abschalten allerdings keinen weiteren Gedanken verschwendet. Wer sich davon lösen kann, dass die Hauptfigur des Films der echte Django sein soll, kann wenigstens noch etwas die nie mehr als durchschnittlich inszenierte Geschichte genießen. Ein kleiner Pluspunkt ist es auch, dass sich wenigstens die Darsteller des Films Mühe geben, ihre Rollen mit Leben auszufüllen. Franco Nero ("Keoma") spielt seine Rolle mit sichtbarem Engagement, das gleiche gilt für Christopher Connelly, der in zahlreichen US-TV-Serien mitspielte und dessen Gesicht man ganz bestimmt irgendwo schon mal gesehen hat. Einen guten Eindruck macht auch Donald Pleasance ("Halloween", "Zwei wie Pech und Schwefel"). Western-Fans freuen sich über den Gastauftritt von William Berger, ansonsten kann diesem Klientel nur empfohlen werden, einen Bogen um diesen Film zu machen, der allerhöchstens aus Komplettierungsgründen eine Daseinsberechtigung im heimischen Regal hat.

DVD Aufarbeitung:
Das Bild ist sehr schlecht und macht den Eindruck einer nicht gelungenen NTSC-PAL-Umwandlung. Unschärfen, blasse Farben und Nachzieheffekte machen es schwer, Freude beim Anschauen zu empfinden. Auch nicht besonders gut ist der Ton, der leicht verrauscht klingt und an einigen Stellen damit zu kämpfen hat, die Dialoge verständlich herüberzubringen.

An Extras gibt es lediglich einen Trailer zum Film, ein kurzes Interview mit Franco Nero, in dem er sich an die Dreharbeiten erinnert und Filmographien in Form von Texttafeln zu Franco Nero, William Berger und Donald Pleasance.

Fazit:
"Djangos Rückkehr", "Il grande ritorno", ist leider wenig "grande", sondern eher ein Rohrkrepierer, der kaum überzeugen kann und nur sehr wenige gute Szenen zu bieten hat. Löst man sich von dem Gedanken, dass man es mit einem echten "Django"-Nachfolger zu tun hat, bleibt ein durchschnittlicher Abenteuer-/Action-Mix, den man gesehen haben kann, aber auf keinen Fall muss. Die DVD selbst ist auch alles andere als überzeugend und reiht sich in das Gesamtbild ein, das man schon vom Film selbst bekommen hat.

Daten zur DVD:

FSK-Freigabe:
Bildformat:
Laufzeit:
FSK 16
1,66:1
1,66:1
96:15 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch:
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Italienisch:
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Trailer
  • Interview mit Franco Nero
  • Filmographien zu den Hauptdarstellern

Djangos Rückkehr
Djangos Rückkehr
Django 2: Il grande ritorno

Andreas Schultz
Von "grande" ist so gut wie gar nichts zu merken
Autor der Besprechung:
Andreas Schultz

Filmdaten:

Produktionsland,-jahr:
I, 1987
Regie:
Nello Rossati
Drehbuch:
Franco Reggiani
Darsteller:
Franco Nero, Christopher Connelly, Donald Pleasance, Licinia Lentini, William Berger

Vertrieb Deutschland :
Kinowelt Home Entertainment
DVD-Verleihstart Deutschland :
01.08.2006
DVD-Verkaufsstart :
01.08.2006

Vertrieb Schweiz :
Impuls Home Entertainment
DVD-Verleihstart Schweiz :
01.08.2006
DVD-Verkaufsstart Schweiz :
01.08.2006




Special vom: 09.08.2006
Autor dieses Specials: Andreas Schultz
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