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Ich, Dr. Fu Man Chu (1965)
Ich, Dr. Fu Man Chu


Ich, Dr. Fu Man Chu

Story:
Obwohl der wegen Verbrechen an der Menschheit angeklagte Dr. Fu Man Chu (Christopher Lee) hingerichtet wurde, scheint seine Schreckensherrschaft noch immer nicht zu Ende zu sein. Der langjährige Fu-Man-Chu-Jäger Nayland Smith (Nigel Green) ist sich sicher, dass sein einstiger Gegenspieler seine Finger im Spiel hat, als der weltberühmte Biochemiker Professor Merten (Walter Rilla) entführt und sein Fahrer mit einem tibetanischen Gebetsschal erwürgt wird. Gemeinsam mit Mertens Assistent Karl Janssen (Joachim Fuchsberger) macht er sich auf, dem Treiben des boshaftigen Dr. Fu Man Chu ein für alle mal ein Ende zu setzen.

Meinung und Hintergründe zum Film:
Ende der 60er-Jahre war die Welle der Edgar-Wallace-Krimis in den letzten Zügen und es wunderte nicht, dass sich findige Produzenten nach einem Nachfolger auf die Suche machten, der in Zukunft die Freunde britisch-angehauchter Krimikost in die Lichtspielhäuser locken würde. Produktionsleiter John Comfort („Rocky Horror Picture Show“) schickte mit der Verfilmung des Romans „The Mask of Fu Manchu“ von Sax Rohmer einen Bösewicht ins Rennen, der eine exotische Variante des 1964 in Rente gegangenen Dr. Mabuse darstellt. Das Drehbuch schrieb der für das Projekt federführende Produzent Harry Alan Towers selbst, nutzte dabei allerdings das Pseudonym Peter Welbeck. Es wurden zwei unterschiedliche Fassungen des Films veröffentlicht, wobei die deutsche Version gestrafft wurde. Auf der DVD liegen beide Versionen vor.

Der Beginn des Filmes wird gleich mit einem Paukenschlag eingeläutet, da in der ersten Szene der Bösewicht enthauptet wird. Doch wie nicht anders zu erwarten, war alles nur ein weiteres Spiel des kriminellen Genies, das seine Feinde an der Nase herumführte. Was folgt, ist eine weitestgehend in London stattfindende Jagd, die stellenweise doch sehr an die Edgar-Wallace-Verfilmungen erinnert, allerdings nie wie eine reine Kopie erscheint. Grund hierfür ist vor allem das exotische Flair, das durch Fu Man Chu und seine Gehilfen aufgebaut wird. Etwas überhastet wirkt das Ende, und es entsteht fast der Eindruck eines Zeitnehmers mit der Stoppuhr, der sagt „Wir haben doch keine Zeit!“ und im Eiltempo das Finale beschleunigt.

Bei den Darstellern sind einige bekannte Wallace/Mabuse-Darsteller zu sehen. Allen voran Joachim Fuchsberger („Der Frosch mit der Maske“), der sich zusammen mit Nigel Grenn („Satanas - Das Schloß der blutigen Bestie“) die Rolle des Helden im Film teilt. Für weibliche Reize sorgt Karin Dor („Der grüne Bogenschütze“) und mit Walter Rilla („Der Fälscher von London“) ist ein bekanntes Gesicht der deutschen Krimi-Szene in der Rolle des Professors zu sehen. Für die stets dramatische musikalische Untermalung im Film sorgte Gert Wilden, der sich später mit den Schulmädchen-Filmen einem eher heiteren Genre zuwand. In der englischen Fassung wurde ein Soundtrack von Christopher Whelen genutzt. Inhaltlich gibt es zwar die ein oder andere Länge zu überstehen, doch das Flair der Krimikost aus den späten 60er-Jahren entschädigt ausreichend dafür und Liebhaber des damaligen Genres werden bestens unterhalten.

DVD Aufarbeitung:
Das Bild ist sehr gut gelungen und lässt keine Wünsche offen. Die Farben sind kräftig, Verschmutzungen sind nur höchst selten zu finden und selbst Rauschen ist nur sehr fein vorhanden. Der deutsche Ton ist ebenfalls sehr gut gelungen und hinterlässt ebenfalls einen guten Eindruck.

Als Extras gibt es ein paar kürzere Beiträge auf der DVD zu finden. Neben dem Trailer findet sich hier u.a. ein Tonband-Interview mit Karin Dor, in dem die Schauspielerin über ihr Schaffen berichtet. Eine Biografie von ihr liegt ebenfalls vor. Texttafeln mit Produktionsnotizen, Hintergründen zur Romanvorlage von Sax Rohmer, Unterschieden zwischen der deutschen und der Original-Fassung, sowie einem Werbeflyer, der auch als PDF-Version im DVD-ROM-Teil vorliegt, runden das Bonusmaterial ab.

Fazit:
„Ich, Dr. Fu Man Chu“ war der Auftakt einer Kino-Reihe, die nach der im Endstadium befindlichen Edgar-Wallace-Reihe für neuen Schwung im Krimi-Genre sorgen sollte. In vielerlei Hinsicht ist dies auch gelungen, nur die ein oder andere Länge im Drehbuch hinterlässt hier und da ein wenig faden Beigeschmack.

Daten zur DVD:

FSK-Freigabe:
Bildformat:
Laufzeit:
FSK 12
2,35:1
2,35:1
83:33 Minuten
(deutsche Fassung)

92:06
(englische Fassung)
Sprachen / Tonformate:
Deutsch:
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch:
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Trailer
  • Audio-Interview mit Karin Dor
  • Biografie Karin Dor
  • Produktionsnotizen
  • Fotogalerie
  • Wie Sax Rohmer Dr. Fu Man Chu erfand
  • Werbeflyer (auch als PDF im DVD ROM-Teil)
  • Unterschiede zur Originalfassung

Ich, Dr. Fu Man Chu
Ich, Dr. Fu Man Chu
The Face of Fu Manchu

Michael Tomiak
Der erste Auftritt des kriminellen Masterminds in seiner Kino-Reihe
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:

Produktionsland,-jahr:
UK / Deutschland, 1965
Regie:
Don Sharp
Drehbuch:
Harry Alan Towers (nach dem Roman von Sax Rohmer)
Darsteller:
Christopher Lee, Nigel Green, Joachim Fuchsberger, Karin Dor, James Robertson Justice, Howard Marion-Crawford, Walter Rilla, Harry Brogan




Special vom: 11.09.2006
Autor dieses Specials: Michael Tomiak
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