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Die Rache des Dr. Fu Man Chu (1967)
Die Rache des Dr. Fu Man Chu


Die Rache des Dr. Fu Man Chu

Story:
Dr. Fu Man Chu (Christopher Lee) geht bei seinem Vorhaben, die Weltherrschaft an sich zu reißen erst mal auf die Jagd nach seinem Erzrivalen, Inspector Nayland Smith (Douglas Wilmer) von Scotland Yard. Er lässt den Beamten gegen einen Doppelgänger austauschen, welcher einen Mord begeht und als Nayland Smith zum Tode verurteilt wird. Doch die Pläne gehen noch viel weiter. Fu Man Chu plant sämtliche Polizeichefs der Welt auf gleiche Weise öffentlich zu diffamieren, die realen Personen in seinem Palast in Kuangsu hinrichten zu lassen und so die Polizeiapparate der ganzen Welt zu lähmen.

Meinung und Hintergründe zum Film:
Es ist unschwer zu erkennen, dass der dritte Film der Fu-Man-Chu-Reihe in Sachen Inhalt alles bisher da gewesene übertrifft. Schon alleine, dass Fu Man Chu durch einen, natürlich entführten Chirurgen aus einem beliebigen, asiatischen Gesicht jedes westliche Antlitz zaubern kann, wird sicherlich von vielen müde belächelt werden. Dass er so dann auch noch sämtliche Polizeichefs der großen Behörden aus dem Weg zu räumen plant und sich davon eine Lähmung des gesamten Sicherheitsapparates weltweit verspricht, ist vor Naivität kaum noch zu übertreffen. Allerdings – es funktioniert und auch wenn es einen sicheren Beigeschmack 60er-Jahre-Trashs hat, weiß der Film auf seine eigene, stimmungsvolle Art zu gefallen.

Ein Grund hierfür ist sicherlich, dass die deutsche Produktion endlich darauf verzichtet hat, dem Asiaten seinen peinlichen Akzent aufzuzwingen. Endlich wird der inhaltsleere und gleichgültige Blick des Verbrechergenies von einer vergleichbar monotonen und verachtendenden Stimme begleitet, wie sie das englischsprachige Publikum schon seit langem kennt. Keine Spur mehr von der höchst unfreiwilligen Komik, unter welcher die bisherigen Filme ein wenig zu leiden hatten. Wieder mit von der Partie in gewohnter Frische ist Douglas Wilmer als Fu Man Chus Gegenspieler, der diesmal allerdings selbst in die Mühlen der Justiz gerät und von daher schon im eigenen Interesse den Plänen seines Gegenspielers ein Ende bereiten möchte. Die Leistung des Darstellers in der Doppelrolle ist ordentlich gelungen und bietet den passenden Gegenpol zu Christopher Lees düsterem erscheinen.

Mit Horst Frank („Timm Thaler“) als amerikanischen Großgangster und Wolfgang Kieling („Abwärts“) als wahrlich begnadeter Gesichtschirurg stehen gleich zwei bekannte deutsche Darsteller in der Besetzungsliste, welche durch die Österreicherin Maria Rohm („And Then There Were None“) den weiblichen Schliff erhält. Regie führte diesmal erstmalig nicht Don Sharp. Für ihn übernahm der britische TV-Serien-Profi Jeremy Summers das Ruder, der unter anderem für die Serien „Simon Templar – The Saint“ und „Jason King“ gearbeitet hat. Das Ergebnis ist ein Film, der in Sachen Qualität und Atmosphäre durchaus an den ersten Beitrag der Reihe heranreichen kann und in Punkto Kulissen deutlich besser dasteht als der zweite Beitrag der Fu-Man-Chu-Serie. Lediglich die teils doch arg naive Herangehensweise an einzelne Motive und Geschehnisse im Film, die erneut Produzent Harry Alan Towers zu verdanken sind, der unter dem Pseudonym Peter Welbeck das Drehbuch schrieb, sind teils doch schwer verdauliche Spaßbremsen in einer ansonsten allerdings ansprechend unterhaltenden Produktion.

DVD Aufarbeitung:
Das Bild macht den bereits von den ersten beiden Filmen gewohnten guten Eindruck und die eingefügten Szenen sind auch diesmal wieder auf dem Niveau des ersten Films – sie kommen nicht an die Qualität der internationalen Version heran, reichen aber aus. Der deutsche Ton ist erneut gut gelungen und lässt keine Wünsche für einen Film aus den späten 60ern offen.

Als Extra finden sich diesmal zwei Interviews in Form von Texttafeln auf der DVD, eines mit Christopher Lee und eines mit Maria Rohm, die allerdings nicht viel gehaltvolles an Infos bieten. Richtig unsinnig ist der Texttafel-Bericht „Wer hat Angst vor Fu Man Chu?“, wo z.B. Bernd B. aus Berlin zu berichten weiß, dass seine Frau wegen dem Film nun immer erschrocken zusammen zuckt, wenn sie unbekannte Geräusche hört. Es folgen noch die gewohnte Fotogalerie, der Trailer und der Werbeflyer, der ebenfalls wieder als PDF im DVD-ROM-PART zu finden ist.

Fazit:
„Die Rache des Dr. Fu Man Chu“ hat einige ungewollt amüsante Klöpse in der Story zu bieten, die der ansonsten aber gut unterhaltend gelungenen Produktion nur einen leichten Trash-Charakter verleihen, an der geliebten Fu-Man-Chu-Stimmung aber nichts ändern. Freunde der bisherigen Filme sind auch hier bestens aufgehoben.

Daten zur DVD:

FSK-Freigabe:
Bildformat:
Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
80:27 Minuten
Deutsche Fassung

87:33 Minuten
Internationale Version
Sprachen / Tonformate:
Deutsch:
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch:
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Interview mit Maria Rohm (Texttafeln)
  • Interview mit Christopher Lee (Texttafeln)
  • Fotogalerie
  • Wer hat Angst vor Fu Man Chu? (Texttafeln)
  • Werbeflyer (auch als PDF im DVD-ROM-PART)
  • Unterschiede zur Originalfassung
  • Trailer

Die Rache des Dr. Fu Man Chu
Die Rache des Dr. Fu Man Chu
The Vengeance of Fu Manchu

Michael Tomiak
Seine Rache ist fürchterlich - teils aber auch fürchterlich komisch
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:

Produktionsland,-jahr:
UK / Irland / Deutschland / Hong Kong, 1967
Regie:
Jeremy Summers
Drehbuch:
Harry Alan Towers
Darsteller:
Christopher Lee, Horst Frank, Tsai Chin, Douglas Wilmer, Wolfgang Kieling, Maria Rohm, Howard Marion-Crawford, Peter Carsten, Suzanne Roquette




Special vom: 11.09.2006
Autor dieses Specials: Michael Tomiak
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