Die Folterkammer des Dr. Fu Man Chu
Story:
Dr. Fu Man Chu ist zurück und arbeitet weiter daran, die Welt zu unterjochen. Als Warnung lässt er ein Schiff im karibischen Meer auf einen Eisberg auflaufen und verkündet anschließend, in zwei Wochen die gesamte Menschheit zu vernichten, wenn diese sich ihm nicht unterwirft. Scotland-Yard-Inspektor Nayland Smith (Richard Greene) hat die Vermutung, dass Fu Man Chu mittels eines Verfahrens unkontrollierbare Mengen Wasser in Eis verwandeln kann. Hierzu benötigt er lediglich Opium und ein streng geheimes Verfahren. Dieses führt Smith nach Istanbul, wo die größten Opium-Vorräte der Welt vorhanden sind.
Meinung und Hintergründe zum Film:
Mit „Die Folterkammer des Dr. Fu Man Chu“ gibt Regisseur Jesus Franco („Killer Barbys vs. Dracula“) den asiatischen Meisterverbrecher endgültig dem puren Trash preis. Gleich zu Beginn wird sich manch einer fragen, ob er nicht aus Versehen die DVD von „Die 13 Sklavinnen des Dr. Fu Man Chu“ eingelegt hat. Denn während der Ozeandampfer im karibischen Meer auf einen Eisberg aufläuft, werden immer wieder Szenen aus dem Finale des zweiten Fu-Man-Chu-Films gezeigt, die sich mit recht schlechten Aufnahmen aus einer anderen Produktion abwechseln und von reichlich billigen Miniatur-Tricks vervollständigt werden. Ein ganz tiefer Griff in die Trash-Kiste, die sich Fließbandfilmer Franco besser verkniffen hätte.
Was Jess Franco zu Gute gehalten werden muss, ist sein Versuch, durch poppige Beleuchtung für Stimmung und Abwechslung zu sorgen. Mit einem kräftigen Grün, tiefem Rot und starkem Lila werden die Sets ausgeleuchtet und sorgen dadurch tatsächlich für ein wenig gute Stimmung. Diese wird allerdings recht schnell zu Nichte gemacht, da die Story nicht annähernd an diese Atmosphäre heranreichen und im Grunde nur als lächerlich bezeichnet werden kann. Der bereits in den ersten Minuten erreichte Trash-Faktor zieht sich durch den gesamten Film und es ist nur schwer möglich, der nur noch mit Figuren, nicht aber mit Motiven aus den Romanen von Sax Romer stammenden Geschichte von Harry Alan Towers zu folgen. Kaum eine Handlung ergibt einen Sinn, Motivationen sind nur selten zu erkennen und einen vernünftigen Zusammenhang zwischen einzelnen Aktionen zu finden, stellt sich als äußerst unbefriedigend heraus.
Der eigentliche Held des Filmes, Scotland-Yard-Insektor Nayland Smith, wird zum zweiten Mal von Richard Greene („Robin Hood“) dargestellt, der allerdings nicht die Ausstrahlung eines Helden vorweisen kann und vielmehr wie ein Staubsauger-Verkäufer erscheint, der sich verlaufen hat. Actionszenen geraten unter anderem aus diesem Grund nicht sonderlich ansprechend, aber auch auf Grund von schlechtem Timing und noch üblerer Choreografie, sofern dieses Wort überhaupt verwendet werden kann. Es ist sicherlich kein Wunder, dass „Die Folterkammer des Dr. Fu Man Chu“ der letzte Film der Reihe war, der vom Publikum im besten Fall müde belächelt wurde. Da hilft es auch nichts, dass der Fu-Man-Chu-Spannungs-Jingle fast minütlich eingespielt wird und der Bösewicht am Ende behauptet „Die Welt wird meiner Rache nicht entgehen“. Wer bis hierhin durchgehalten hat, kann die Worte sicherlich nicht mehr ernst nehmen.
DVD Aufarbeitung:
Das Bild macht einen größtenteils recht ordentlich Eindruck, lediglich die nachträglich eingefügten Szenen aus der deutschen Fassung sind deutlich grobkörnig, hinterlassen einen milchigen Eindruck und haben nicht ganz das richtige Bildformat. Der deutsche Ton ist klar verständlich und für einen Film der späten 60er annehmbar.
Die Extras fallen bei der letzten DVD recht sparsam aus. Neben dem gewohnten Trailer, der Fotogalerie und einer Tafel, die einige kurze Szenen auflistet, die nur in der deutschen Fassung vorhanden sind, gibt es diesmal noch einen Werbetext aus dem Jahre 1969, in welchem „Die Folterkammer des Dr. Fu Man Chu“ veröffentlicht wurde.
Fazit:
„Die Folterkammer des Dr. Fu Man Chu“ stellt nicht nur in chronologischer Hinsicht das Ende der Fu-Man-Chu-Serie dar. Eine Handlung, welche diese Bezeichnung nicht verdient und das Fehlen von jeglicher Spannung und Dramatik machen aus diesem Beitrag den glanzlosen Tiefpunkt der Reihe.
Daten zur DVD:
FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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80:34 Minuten Deutsche Fassung
88:27 Minuten Internationale Fassung
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch: Dolby Digital 2.0
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Deutsch: Dolby Digital 2.0
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Untertitel:
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Deutsch
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Bonusmaterial:
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- Fotogalerie
- Fu Man Chu in 1969
- Unterschiede der deutschen Fassung
- Trailer
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Die Folterkammer des Dr. Fu Man Chu
Die Folterkammer des Dr. Fu Man Chu
Diesen Trash hat selbst Fu Man Chu nicht verdient
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr: Deutschland / Italien / Spanien / UK / Liechtenstein, 1969
Regie: Jesus Franco
Drehbuch: Manfred Barthel, Harry Alan Towers
Darsteller: Christopher Lee, Richard Greene, Howard Marion-Crawford, Günther Stoll, Tsai Chin, Rosalba Neri, Maria Perschy, Werner Abrolat, José Manuel Martín
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