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Ein Käfer geht aufs Ganze (1971)
Ein Käfer geht aufs ganze


Ein Käfer geht aufs Ganze

Story:
Eher zufällig gerät Globetrotter Ben (Rudolf Zehetgruber) an einen gelben VW-Käfer, den er liebevoll auf den Namen Dudu tauft, was der kisuahelische Begriff für Käfer ist. Um die befreundete Ärztin Daktari Jo (Kathrin Orginski) bei der Erhaltung ihres Dschungelhospitals zu unterstützen, nimmt er mit seinem neuen Gefährt an der legendären Ostafrika-Rallye teil. Da er nicht über das notwendige Startgeld verfügt, schließt er sich als Service-Car dem Schotten James Butler (Gerd Duwner) an, der seinerseits mit einem Luftkissen-Fahrzeug die Rallye bestreitet. Doch die Konkurrenz ist groß und am Wegerand lauern allerlei natürliche und künstlich erkaufte Gefahren, die das Rennen zu einem gefährlichen Erlebnis machen.

Meinung und Hintergründe zum Film:
1969 brachten die Walt-Disney-Studios den äußerst erfolgreichen „tollen Käfer“ in die Kinos. Dies muss so manch Deutschen sicherlich gewurmt haben, immerhin war der auch unter der Bezeichnung „Love Bug“ bekannte Wagen ein deutsches Qualitäts-Produkt. Es wunderte somit kaum jemanden, dass 1971 bereits eine Deutsch-Schweizer-Koproduktion in den Kino erschien, die ebenfalls den Mythos „VW Käfer“ weiter nach vorne bringen sollte. Die Filmemacher ließen es sich dabei nicht nehmen, ein paar kleinere Seitenhiebe auf den Hollywood-Beitrag loszulassen. So wird unter anderem gleich zu Beginn ein verdreckter und recht verschlissener weißer VW-Käfer mit der Nummer 53 an der Tür gezeigt, der als großes Siegesauto aus Amerika angepriesen wird, vom noblen Grafen aber nur mit einem „Du darfst nicht alles glauben, was Hollywood dir weiß machen will“ von der Bildfläche geschickt wird.

Als Regisseur wird im Vorspan David Mark geführt und als Darsteller des Ben ein gewisser Richard Lynn, doch beide Male handelte es sich dabei um den Österreicher Rudolf Zehetgruber, der zudem auch noch als Co-Autor das Drehbuch verfasste und selbst als Produzent fungierte. Vielleicht war dies alles dann doch zu viel für eine einzelne Person, wodurch viele kleine Unschönheiten entstanden. „Spezialeffekte“ im Film, bei denen ein deutlich als solches erkennbare Miniaturauto gelegentlich um die eigene Achse springt oder scheinbar entlang meterhohem Gras fährt, sind selbst für die 70er-Jahre nicht akzeptabel und hätten besser komplett weggelassen werden sollen. Auch die Story ist ein wenig müde und durch Sprunghaftigkeit wird immer regelmäßig von einer Idee zur nächsten gewechselt, ohne dabei die vorhergehende ausreichend verfolgt zu haben. Selbst das Rennen wird irgendwann zur vollkommenen Nebensache und das Finale wird folgerichtig auch nur als kleine Randnotiz präsentiert. Zwischendurch wird die Zeit für Krankentransporte, Diamantendiebe und so manch anderes genutzt. Es ist schon erstaunlich, wie viel Zeit die Fahrer bei dem Autorennen haben.

Was dem Film auch ein wenig fehlt, ist der Flair des charmanten Über-Autos. Wenn Dudu hier etwas Tolles macht, dann liegt das meist an den Ideen von Ben. Dieser montiert mal kurz reifenlose Felgen, um auf Schienen fahren zu können, befestigt Tischtennisschläger für die Fahrt durch sumpfiges Gebiet oder ein paar Schwimmreifen in Schwanform für die Fahrt übers Wassers. Es ist unschwer zu erkennen – viel Denken bei der Geschichte oder erwarten vom Fortgang dieser darf der Zuschauer auf gar keinen Fall. „Ein Käfer geht aufs Ganze“ sollte lediglich als Einstimmung auf die folgenden Dudu-Filme gesehen werden, die dann einen Käfer präsentieren, der wirklich etwas besonderes kann und nicht erst am Ende ein paar Lebenszeichen von sich gibt.

DVD Aufarbeitung:
Das Bild macht überhaupt keinen guten Eindruck. Die Farben wirken völlig ausgeblichen und erinnern oftmals an alte Fotografien aus den Kindertagen der Ur-Großeltern. Die Schärfe ist durchweg relativ schlecht, teils sogar richtig schlecht. Das Bildrauschen reicht von fein bis deutlich. Ab und an gibt es auch einen unruhigen Bildstand und Verschmutzungen zu erblicken. Der deutsche Ton ist für einen Filme aus den beginnenden 70er Jahren annehmbar gut.

Bei den Extras findet sich für den DVD-Player lediglich der Trailer zum Film. Dieser eignet sich jedoch wunderbar als Vergleich zur Filmqualität. Ist es in der Regel so, dass der Trailer deutlich schlechter in der Bildqualität ist, ist es in diesem Fall genau umgekehrt. Über weite Strecke ist in der Vorschau zu sehen, wie die Farben Original aussehen sollten und wie einzelne Details tatsächlich aufgenommen wurden. Wer ein DVD-ROM-Lautwerk in seinem PC eingebaut hat kann sich darüber den Werberatschlag und die Produktionsnotizen zum Film ansehen, die auf der DVD zu finden sind..

Fazit:
„Ein Käfer geht aufs Ganze“ kann sicherlich noch nicht das halten, was die folgenden Filme und der Kult um Dudu versprechen. Der gelbe Käfer ist hier nur selten mehr als ein rustikales Fahrzeug, das durch den Erfindergeist seines Fahrers etwas besonderes ist.

Daten zur DVD:

FSK-Freigabe:
Bildformat:
Laufzeit:
FSK 6
1,33:1
1,33:1
87:55 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch:
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Trailer
  • DVD-ROM-Teil

Ein Käfer geht aufs ganze
Ein Käfer geht aufs Ganze
Ein Käfer geht aufs Ganze

Michael Tomiak
Der Dudu-Kult nimmt hier seinen Beginn, ist aber noch deutlich von dem entfernt, was ihn ausmacht
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:

Produktionsland,-jahr:
Deutschland / Schweiz, 1971
Regie:
Rudolf Zehetgruber
Drehbuch:
Rudolf Zehetgruber, Alexander De Callier
Darsteller:
Rudolf Zehetgruber, Gerd Duwner, Kathrin Orginski, Jim Brown, Harry Fuß, Constanze Sieck




Special vom: 11.09.2006
Autor dieses Specials: Michael Tomiak
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