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Ein Käfer gibt Vollgas (1972)
Ein Käfer gibt Vollgas


Ein Käfer gibt Vollgas

Story:
Plato (Joachim Fuchsberger) reist nach Portugal, um sich dort mit dem Marchese de la Scotta (Karl-Otto Alberty) zu treffen und ihm Druckplatten für Falschgeld zu verkaufen. Doch der Marchese denkt gar nicht daran, für die Platten zu zahlen und setzt lieber ein paar Schläger auf Plato an, um ihm diese zu stehlen. Bei der Konfrontation erhält Plato unerwartet Hilfe durch Jimmy Bondi (Rudolf Zehetgruber), der mit seinem Superauto Dudu die Gangster kräftig aufmischt. Durch einen Zufall gerät Bondi allerdings selbst ins Fadenkreuz der Ganoven und muss sich seiner Haut mehr als einmal erwehren.

Meinung und Hintergründe zum Film:
Nach dem finanziellen Erfolgs des ersten Dudu-Filmes war es gar keine Frage, dass eine Fortsetzung kommen würde. Schon knapp 1 Jahr später erreichte das nächste Abenteuer um den VW-Käfer die Kinos und das weitaus größere Budget war dem Nachfolger deutlich anzusehen. Gab es im Original meist nur höchst peinliche Effekteinlagen, waren diese nun zumindest in einem annehmbaren Maße. Es ist zwar weiterhin zu erkennen, dass die schlagenden Scheinwerfer des KFZ manuell bedient werden und Dudu bei der Fahrt über das Meer auf einer Floßkonstruktion schwimmt, aber in den frühen 70ern war die deutsche Filmindustrie noch nicht so weit, solche Effekte besser umzusetzen.

Im Gegensatz zu „Ein Käfer geht aufs Ganze“, hat Dudu nun allerlei Spielereien zu bieten. Er wird allerdings nicht wie der US-Kollege Herbie als Wesen mit einer Seele gezeigt, sondern als computergesteuertes Wunderauto, das von Erfinder Jimmy Bondi konstruiert wurde und nun mittels Sprachsteuerung die tollsten Kunststücke vollführt. Ein gewisses Eigenleben hat das Cyborg-Gefährt aber dennoch. Mittels einer Monitorkonsole werden die gegebenen Befehle angezeigt und anschließend durch einen Zusatz Dudus charmant kommentiert. Fluchen kann der VW aber überhaupt nicht ausstehen und reagiert auf solches stets mit Gewalt. Ein Wermutstropfen für Anhänger des gelben Käfers ist jedoch, dass ihr Liebling nur zu Beginn und dann erst wieder in den letzten 10 Minuten richtig im Einsatz zu sehen ist. Zwischenzeitlich gibt es nur gelegentliche Einstellungen mit dem Automobil zu sehen, die allerdings nicht mehr als kurze Erinnerungsmomente sind, um zu zeigen, welchen Film der Zuschauer gerade konsumiert.

In den vielen Minuten ohne Dudu kehrt Regisseur Rudolf Zehetgruber zu seinen Wurzeln als Eurospy-Fachmann zurück, die er unter anderem mit seinen Filmen für die „Kommissar X“-Reihe zum Ausdruck brachte. Mit Joachim Fuchsberger („Der Frosch mit der Maske“) holte er sich dafür einen Hauptdarsteller an die Seite, der durch die Wallace-Filme seine Tauglichkeit für Krimis bereits klar unter Beweis gestellt hatte. Angereichert hat der wieder selbst Drehbuch schreibende Regisseur die Geschichte um Dudu mit technischen Spielereien, die aber in der Regel arg kitschig erscheinen, so wie einer ganzen Menge Action-Klamauk, wie sie in den damals sehr beliebten Bud Spencer/Terence Hill-Filmen zu Hauf zu finden war. Die besten Momente hat der Film aber ohne jeden Zweifel in den Momenten, in denen Dudu an Keilereien beteiligt ist, oder in denen dieser seine Vielseitigkeit unter Beweis stellt, die jedes Schweizer Messer erblassen lässt. Der Rest kommt zwar über durchschnittlichen Einheitsklamauk der deutschen Filmszene der 70er Jahre nicht hinaus, ist dabei aber zum Glück zielgerichteter als beim Original und kann von daher zumindest weitestgehend überzeugen.

DVD Aufarbeitung:
Das Bild ist deutlich besser gegenüber dem ersten Film der Box und weist nun eine passende Farbgebung aus. In Punkto Bildrauschen und Schärfe tritt ist es jedoch weiterhin negativ in Erscheinung und Schatten an Konturen sind genauso auszumachen wie immer wieder zu sehende Störungen. Insgesamt ist der Eindruck aber annehmbar. Gleiches gilt für den Ton, der klar weitestgehend verständlich ist und nur leichte Störungen aufweist.

Als Extras gibt es den Trailer zum Film, eine Fotogalerie, die Biografie von Joachim Fuchsberger und ein Interview mit Rudolf Zehetgruber in Form von Texttafeln. Für Besitzer eines DVD-ROM-Laufwerks hält die DVD zusätzlich wieder den Werberatschlag und Produktionsnotizen bereit.

Fazit:
„Ein Käfer gibt Vollgas“ ist im Grunde das echte Debüt des computergesteuerten Wunderautos Dudu. Wermutstropfen bei dem Film ist es allerdings, dass die Bildschirmzeit des Autos im Mittelteil doch deutlich begrenzt ist und in diese Zeit von einer vor Klamauk-Prügeleien und kitschigen Erfindungen strotzenden Storyline ersetzt wird.

Daten zur DVD:

FSK-Freigabe:
Bildformat:
Laufzeit:
FSK 6
1,33:1
1,33:1
86:38 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch:
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Trailer
  • Bildergalerie
  • Biografie von Joachim Fuchsberger
  • Texttafeln von einem Interview mit Rudolf Zehetgruber
  • DVD-ROM-Part

Ein Käfer gibt Vollgas
Ein Käfer gibt Vollgas
Ein Käfer gibt Vollgas

Michael Tomiak
Der Käfer gibt zwar nur in rund einem Drittel des Filmes Vollgas, dort aber dafür richtig
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:

Produktionsland,-jahr:
Deutschland / Schweiz, 1972
Regie:
Rudolf Zehetgruber
Drehbuch:
Rudolf Zehetgruber
Darsteller:
Rudolf Zehetgruber, Joachim Fuchsberger, Karl-Otto Alberty, Kathrin Orginski, Arthur Duarte, Heidi Hansen, Heinz Reincke, Sergio Testori, Kurt Jaggberg, Hans Waldherr




Special vom: 11.09.2006
Autor dieses Specials: Michael Tomiak
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