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Zwei tolle Käfer räumen auf (1978)
Zwei tolle Käfer räumen auf


Zwei tolle Käfer räumen auf

Story:
El Guancho (Rudolf Zehetgruber) ist ein nichtsnutziger Trinker, der in seiner Wahlheimat auf Lanzerote in den Tag hinein lebt. Grund für seine desillusionierte Lebensart ist ein Erlebnis von vor vielen Jahren, bei dem seine Kameraden aus alten Söldner-Tagen ihr Leben lassen mussten. Nur er selbst konnte sich schwer verletzt retten. Eines Tages ist es mit dem ruhigen Leben allerdings vorbei, da sich die Mafia und ein Söldnerteam um den Schatz streiten, der schon damals zum tödlichen Verhängnis wurde.

Meinung und Hintergründe zum Film:
Ganze drei Jahre dauerte es nach dem vierten Dudu-Film, bis die Freunde des außergewöhnlichen VW Käfers wieder ihren Liebling auf der großen Leinwand erleben durften. Doch Schrecken und Entsetzen waren groß, als sie mitansehen mussten, dass bereits nach wenigen Minuten das liebgewonnene Gefährt für immer von der Leinwand verschwand und sich in ein ganz neues Gefährt verwandelte. Krönung dieser Entpuppung war ein kleiner roter Kasten mit 8 Beinen, der eine leichte Ähnlichkeit zu einem Marienkäfer hat und im Heck von Guanchos Fahrzeug steckt. Doch damit nicht genug. Dieser kleine rote Koffer-Käfer namens Pitcho tapst den ganzen Film über völlig unbeholfen durch die Gegend, quäckt dabei mit billigster Computerstimme einen albernen Kommentar nach dem nächsten und qualifiziert sich unentwegt als nervigste Erfindung seit der Einführung des Unterhaltungskinos. Jimmy Bondi hat sich ebenfalls umgetauft und nennt sich nur noch „El Guancho“. Wahrscheinlich klingt das abenteuerfreudiger. Wirklich geholfen hat dies allerdings nicht.

Inhaltlich wärmt Rudolf Zehetgruber einige Anekdoten aus den bisherigen Filmen auf und erzählt währenddessen eine Geschichte, die einen wilden Mix aus altem Euro-Trash-Kino darstellt. Es gibt eine ganze Reihe Elemente aus Abenteuer-Streifen, vor allem durch den Kernteil mit einem vergrabenen Schatz in der Wüste und der tragischen Söldner-Vergangenheit Guanchos. Dieser Plotteil kippt zwischendurch immer mal ein wenig und es werden Anleihen an den Italo-Western offenbart, die stellenweise dann auch in Italo-Action und oftmals auch in Mafia-Kino übergehen. An die vergangenen Dudu-Filme erinnern nur noch einige Albernheiten, die in der Regel aber lediglich die Tiefpunkte der vorhergehenden Produktionen darstellten. Richtig Freude mag bei dem inhaltlichen Desaster aber ohnehin zu kaum einer Sekunde so richtig aufkommen, wodurch sich die platten Albernheiten nicht übermäßig negativ hervorheben, sondern sich eher schon perfekt in den Rest einfügen.

Neben Rudolf Zehetgruber hat es auch wieder Kathrin Orginski in den Film geschafft, die es somit als einzige Darstellerin in alle 5 Filme geschafft hat. Allerdings auch nur in diesen und ansonsten in keinen einzigen anderen Film. Anscheinend konnte sie nur Rudolf Zehetgruber mit ihrer doch arg begrenzten Mimik überzeugen. Doch zumindest für diesen Film ist dies völlig egal, da die dumme Story, ein stets nervender Pitcho und der prinzipielle Film-Tod Dudus ohnehin dafür sorgen, dass kaum einmal auch nur das kleinste bisschen Freude aufkommen. Zehetgruber hätte gut daran getan, diesen Film nicht mehr zu produzieren. Wahrscheinlich wollte er seinem Lebenswerk noch einmal eine neue Richtung geben, in dem er für reichlich frischen Wind sorgt. Aber manche Dinge funktionieren halt nur so, wie sie sind und wenn dann der Zeitpunkt gekommen ist, sollte man auch nicht krampfhaft weitermachen und versuchen, etwas zu erzwingen. Menschen mit ein bisschen Feinsinn wissen, wann die Zeit gekommen ist und hören auf, wenn es am schönsten ist. Rudolf Zehetgruber hat diesen Punkt deutlich verpasst und seinem selbsterschaffenen Denkmal mit dem Dudu-Kult selbst Risse hinzugefügt.

DVD Aufarbeitung:
Das Bild ist ganz ordentlich geworden und lediglich das Rauschen ist noch als nicht zu übersehender Makel von den bisherigen Problemen übriggeblieben. Der deutsche Ton ist wie bei den anderen DVDs der Box gut verständlich und zweckerfüllend.

Als Extra gibt es neben dem Trailer auf der DVD den rund 10-minütigen Bericht "Ikonen des 20. Jahrhunderts: Der VW-Käfer", bei dem ein wenig über die Geschichte des VW-Käfers erzählt wird und in dem einige zeitgenössische Bilder und Berichte zu sehen sind. Im DVD-ROM-Teil gibt es wieder den Werberatschlag zum Film zu finden.

Fazit:
„Zwei tolle Käfer räumen auf“ hat in etwa so viel mit den Dudu-Filmen gemein, wie San Miro mit erstklassigem Profi-Fußball. Gleich zu Beginn wirft Rudolf Zehetgruber alles bislang bekannte in den Abgrund, inkl. dem gelben Käfer und präsentiert dem Publikum einen kruden Abenteuer-Action-Western-Mafia-Klamauk-Mix, den sich die allerwenigsten antun möchten. Nur Euro-Trash-Freunde werden hier auf ihre Kosten kommen.

Daten zur DVD:

FSK-Freigabe:
Bildformat:
Laufzeit:
FSK 6
1,66:1
1,66:1
89:01 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch:
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Trailer
  • Dokumentation "Ikonen des 20. Jahrhunderts: Der VW-Käfer"
  • DVD-ROM-Part

Zwei tolle Käfer räumen auf
Zwei tolle Käfer räumen auf
Zwei tolle Käfer räumen auf

Michael Tomiak
Ein nervender roter Roboter-Käfer macht noch lange keinen neuen Dudu
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:

Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 1978
Regie:
Rudolf Zehetgruber
Drehbuch:
Rudolf Zehetgruber, Jacques Nova
Darsteller:
Rudolf Zehetgruber, Kathrin Orginski, Sal Borgese, Fernando Sancho, Brad Harris, Ricardo Palacios, Herbert Fux, Wolfgang Jansen, Herbert Tiede, Inger Filip




Special vom: 11.09.2006
Autor dieses Specials: Michael Tomiak
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