Story: Für eine handvoll Dollar
Ein Fremder (Clint Eastwood) kommt in eine kleine Stadt, die von 2 Verbrecher-Familien terrorisiert wird. Die Roccos, angeführt von Ramón (Gian Maria Volonté), und die Familie von John Baxter (Wolfgang Lukschy) geben den Ton an, sind sich untereinander aber Spinne Feind. Eine gute Gelegenheit für den Fremden, weiteren Zwietracht zu sähen und am Ende als reicher Mann und lachender Dritter als Einziger übrigzubleiben ...
Für ein paar Dollar mehr
Monco (Clint Eastwood) hat es als Kopfgeldjäger auf den Verbrecher Indio (Gian Maria Volonté) abgesehen, der aus dem Gefängnis ausgebrochen ist und nun die Bank von El Paso überfallen möchte. Dummerweise interessiert sich Col. Mortimer (Lee Van Cleef) ebenfalls für das Kopfgeld. Also raufen sich beide zusammen und Monco schmuggelt sich in Indios Bande ein, um ihm und dessen Bande von 2 Seiten bleihaltige Luft zu verschaffen ...
Meinung zum Film:
Die ersten beiden Dollar-Filme legten nicht nur den Grundstein für einen fast 10 Jahre anhaltenden Boom an harten Western aus italienischen Landen, sie machten auch viele Beteiligte zu Stars. Regisseur Sergio Leone war fortan der ungekrönte König des Genres und drehte später mit Filmen wie "Es war einmal in Amerika" und "Spiel mir das Lied vom Tod" weitere Meisterwerke. Auch der für die Musik verantwortliche Ennio Morricone ist weltberühmt und nicht nur aus dem Westerngenre nicht mehr wegzudenken. Über die weitere Karriere des damals nur als TV-Serienstar ("Rawhide") bekannten Clint Eastwood ("Dirty Harry", Erbarmungslos") muss man wohl kein Wort verlieren.
Nicht nur durch die genreprägenden Elemente wie die dreckigen Locations und die typische, in Zukunft oft kopierte Musik wurden die Dollar-Filme zu was ganz besonderem, auch inhaltlich spielen diese beiden Filme in der Italo-Liga ganz weit oben mit: Im ersten Teil darf der "Fremde" mal für die Baxters und mal für die Roccos arbeiten, ohne dass die jeweils andere Familie etwas davon erfährt. Immer sorgt er dabei dafür, dass er nicht nur finanziell, sondern auch auf die jeweilige Situation bezogen immer seinen Vorteil zieht, um beide Banden immer weiter gegeneinander aufzuhetzen. Der zweite Teil kommt mit seiner Jagd auf das Kopfgeld für einen Banditen dann schon konventioneller daher, ist aber trotzdem zu Recht ein weiterer Klassiker. Dafür sorgt allein schon Gian Maria Volonté ("Töte Amigo", "Von Angesicht zu Angesicht"), der spätere Genre-Star. Volonté dreht hier im Gegensatz zum ersten Teil, in dem er ebenfalls den Bösen gibt, noch ein wenig weiter auf und spielt überzeugend den verrückten Indio, der selbst seine besten Freunde verrät. Auch Lee van Cleef ("2 glorreiche Halunken") kann als eleganter Kopfgeldjäger einen interessanten Charakter spielen, den er in zahlreichen weiteren Italowestern in Variationen weiterentwickelt hat ("Sabata", "Der Gehetzte der Sierra Madre"). Über allem steht aber immer Eastwood mit seiner wortkargen Figur, die mit trockenen Sprüchen und einem locker sitzenden Colt zwar nur auf seinen persönlichen Vorteil aus ist und dafür auch über Leichen geht, aber immer der Sympathieträger in beiden Filmen ist.
Ein kleiner Wermutstropfen bei eingefleischten Fans dürfte die Tatsache sein, dass es 2 verschiedene deutsche Synchronisationen zu beiden Filmen gibt, es aber nur jeweils eine, nämlich die ältere Kinofassung, auf die DVD geschafft hat. Die zur Wiederveröffentlichung beider Filme in den 70ern geschaffenen Synchronfassungen von Rainer Brandt haben es aus Qualitäts-, Zeit- und Vollständigkeitsgründen leider nicht auf die Scheiben geschafft. Aber davon sollte sich keiner vom Kauf abhalten lassen, denn die ersten beiden Dollar-Filme gehören mindestens in jede Italowestern-Sammlung und schließen endlich die schmerzvolle Lücke zum dritten und letzten Teil der Serie, "2 glorreiche Halunken".
DVD Aufarbeitung:
Die Bildqualität kann man nur als ganz fantastsich bezeichnen, hier hat Paramount wirklich ganze Arbeit geleistet. Die Bildschärfe ist hervorragend, die Farben wirken frisch und Bildfehler- und verschmutzungen sind weit und breit nicht zu entdecken. Der Ton liegt auf deutsch und auf englisch im Original-Mono vor und ist stets sehr gut verständlich. Wahlweise kann man den Film auch noch auf englisch in einem Dolby-Digital-5.1-Upmix genießen.
Auf den jeweiligen Filmdiscs befinden sich Audiokommentare von Christopher Frayling, einem Italowesternexperten und Autor eines Buches über Sergio Leone. Die Kommentare sind auf Wunsch deutsch oder englisch untertitelt. Auf der Bonusdisc zu "Für eine handvoll Dollar" findet sich reichlich Material zum Film. Zu Beginn kommt Christopher Frayling in "Ein Held neuer Art" zu Wort und berichtet 20 Minuten lang über den Film. In einem 8-minütigen Interview mit Clint Eastwood erinnert sich dieser an die Dreharbeiten und in "Tre Voci" kommen 3 Freunde Leones zu Wort, die 10 Minuten lang über den Mensch Sergio Leone erzählen. Anschliessend kann man sich ein fünfminütiges Feature über die Restauration der MGM-Version der "Dollar"-Filme ansehen. Ebenfalls 5 Minuten lang geht der interessante Drehortvergleich "Almeria früher und heute". Weiter geht es mit Radio-Werbespots und Trailern zum Film. Kurios ist das Feature über den nachgedrehten Prolog, der 1977 der US-Version des Films vorangestelllt wurde. Abgerundet wird die Bonusdisk durch Texttafeln mit Infos über die Restauration der vorliegenden DVD-Fassung.
Die Bonusdisk zu "Für ein paar Dollar mehr" bietet zum Einen ein rund 20-minütiges Interview mit Frayling, in der er über den Film berichtet. Auch Clint Eastwood kommt wieder in einem Feature zu Wort und erinnert sich ca. 6 Minuten lang an den zweiten Teil der Trilogie, das gleiche machen in "Tre Voci" die 3 Freunde aus der ersten Bonusdisk. In einem 5-minütigem Beitrag wird die gekürzte US-Schnittfassung genauer betrachtet. Die aus der ersten Bonusdisk bekannten Themen "Restauration" und "Drehortvergleich" sind auch hier zu finden, natürlich diesmal bezogen auf "Für ein paar Dollar mehr". Selbstverständlich gibt es auch wieder die Trailer-Sektion mit Kino- und Radiospots, sowie ausführliche Texttafeln zum Mastering und Transfer dieser DVD.
Die beiden Dollar-Filme gibt es entweder einzeln als Digipak oder auch komplett in einem 4er-Set zu kaufen. Eingefleischte Fans können darüber hinaus noch auf eine limitierte Holzbox mit beiden Filmen zurückgreifen, in dem zusätzlich eine Silbermünze, ein Filmschnipsel sowie eine Taschenuhr enthalten sind.
Fazit:
"Für eine handvoll Dollar" und "Für ein paar Dollar mehr" sind DIE Klassiker des Italowesterngenres und dürfen beide in keiner Filmsammlung fehlen. Clint Eastwood spielt den wortkargen Fremden überzeugend und sein Charakter ist eine Schablone für zahlreiche weitere Verteter des Genres geworden. Inhaltlich spielen beide Filme in der obersten Liga und dieser Tatsache wurde mit einer ganz hervorragenden DVD-Qualität und massig Extras Respekt gezollt
Daten zur DVD:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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Für eine handvoll Dollar 96:11 Minuten
Für ein paar Dollar mehr 126:50 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch: Dolby Digital 2.0
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Englisch: Dolby Digital 2.0
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Englisch: Dolby Digital 5.1
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Untertitel:
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Deutsch, Englisch
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar von Christopher Frayling
- Doku "Ein Held neuer Art"
- Doku "Für ein paar Wochen in Spanien"
- Doku "Tre Voci"
- "Restoration Italian Style"
- Drehortvergleiche
- Trailer
- Doku zum US-Prolog zum Film
- Texttafeln über die Restauration der Filme
- Doku "Ein neuer Standard"
- Schnitte in "Dollar mehr"
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Für eine handvoll Dollar / Für ein paar Dollar mehr
Per un pugno di dollari / Per qualche dollaro in più
Diese Filme haben Italo-Western-Geschichte geschrieben
Autor der Besprechung: Andreas Schultz
Filmdaten: Produktionsland,-jahr: Deutschland / Italien / Spanien, 1964-1965
Regie: Sergio Leone
Drehbuch: Sergio Leone
Darsteller: Clint Eastwood, Gian Maria Volonte, Lee van Cleef, Klaus Kinski
Vertrieb : Paramount Home Entertainment DVD-Verleihstart : 06.10.2005
DVD-Verkaufsstart : 06.10.2005
Vertrieb : Rainbow Home Entertainment
DVD-Verleihstart : 06.10.2005
DVD-Verkaufsstart : 06.10.2005
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